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Schmelzender Mont Blanc: "Nicht mehr wiederzuerkennen"

Foto: PHILIPPE DESMAZES/ AFP

Fels statt Eis Bergführer erkennt Mont Blanc nicht wieder

Der Mont Blanc taut ab. Ein prominenter italienischer Bergführer beobachtet die akuten Veränderungen mit Sorge - historische Kletterrouten seien nun gefährlich.

Einer der erfahrensten italienischen Bergführer hat vor den gravierenden Veränderungen am Mont Blanc gewarnt. Er erkenne den Berg nicht wieder, sagte der 76-jährige Pietro Giglio in einem Interview der römischen Tageszeitung "La Repubblica".  Der 4810 Meter hohe Mont Blanc (Monte Bianco) erhebt sich auf der Grenze zwischen Frankreich und Italien.

"Bis vor Kurzem war der Weg zum Gipfel auf italienischer Seite nicht viel anders als zu meiner Jugendzeit. Jetzt ist der Anstieg sehr steil, überall tauchen Felsen auf, die das Eis freigelegt hat. Weiter unten öffnen sich immer größere Risse schon zu Beginn der Saison", sagte Giglio, der den höchsten Berg der Alpen zum ersten Mal 1960 bestiegen hatte. Die Klimaerwärmung habe historische Kletterrouten gefährlich gemacht.

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Schmelzender Mont Blanc: "Nicht mehr wiederzuerkennen"

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Nach einer ungewöhnlich schnellen Schmelze in den vergangenen Wochen droht der Planpincieux-Gletscher auf der italienischen Seite des Mont-Blanc-Massivs zu kollabieren. Italienische Medien berichteten am Mittwoch von Einbrüchen begleitet von einem Donnern. An dem Gletscher soll nun ein Radar zur Überwachung angebracht werden. Dabei soll mit Fotos die Bewegung der Eismassen beobachtet werden.

Straßen im Aostatal gesperrt

Der Bürgermeister von Courmayeur im Aostatal verhängte eine nächtliche Sperre für eine Zugangsstraße am Planpincieux-Gletscher und beschränkte den Zugang zum Gefahrengebiet, wie sein Sprecher Moreno Vignolini am Mittwoch sagte. Es müsse damit gerechnet werden, dass bis zu 250.000 Tonnen Gletschermasse herunterbrächen.

Allerdings gebe es in der Umgebung keine bewohnten Behausungen, sagte Vignolini. Medienberichte, nach denen Courmayeur selbst betroffen sein könnte, wies er als "apokalyptisch" zurück. Die bei Touristen beliebte Gegend wurde teilweise gesperrt. Besucher dürfen sich vorerst nicht mehr direkt unterhalb des Gletschers aufhalten.

Der Planpincieux-Gletscher sei "atypisch", weil er auch durch das unter ihm rinnende Wasser wegschmelze, sagte der Generalsekretär der Fondazione Montagna Sicura Jean-Pierre Fosson. Insgesamt sei aber die Gletscher-Schmelze bei den 180 Gletschern der Region ein übergreifendes Problem. "Jedes Jahr verschwinden zwei Quadratkilometer Eis", sagte Fosson. "Mit den zunehmend heißen Sommer- und Herbstperioden wird es schlimmer."

Der Weltklimarat IPCC hatte am Mittwoch einen alarmierenden Sonderbericht zu den Meeren und den weltweiten Schnee- und Eisflächen vorgestellt. Darin warnten die internationalen Autoren auch vor einem drastischen Abschmelzen von Gletschern, die eine wichtige Rolle als Wasserspeicher spielen.

abl/dpa/AFP
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