Urlaub im Karton Franzosen bauen erstes Ferienhaus aus Pappe

In der Bretagne ist das erste Ferienhaus aus Karton entstanden. Die Erbauer haben das leichte und preisgünstige Gebäude in nur fünf Tagen fertig gestellt - trotzdem soll es Stürmen und Regen standhalten.

A L'ilot carton

Frankfurt - Leicht, günstig - und doch soll es dem rauen Klima trotzen können: Auf der Insel Belle-Île in der Bretagne ist ein Ferienhaus entstanden, das aus Karton gebaut ist - das erste seiner Art in Frankreich.

Trotz seines leichten Gewichts sei das "L'îlot carton" so stabil, dass es den Winterstürmen auf der Insel standhält, erklären die Konstrukteure. Auch Möbel, Bett und Lampen sind aus Pappe - und zwar gemacht aus dem Kartonverschnitt des Hauses. Das Papphaus wurde innerhalb von nur fünf Tagen aufgebaut.

Das Ferienhaus ist ein Pilotprojekt, weitere dieser Art in Frankreich sollen folgen. Gebaut und entworfen haben es die Eigentümer selber, die Künstler Nicole und Alain Lenobl. Die beiden stellen in ihrem Atelier schon lange Gegenstände aus dem umweltschonenden Material her.

Der örtliche Tourismusverband wirbt damit, dass das Haus leicht, stabil, gut isolierend, preiswert, ganz ohne Schadstoffe hergestellt und so sehr nachhaltig sei. "Die Abfallentsorgung auf der Insel ist schwierig und das Wasser knapp - da spielt nachhaltiger Tourismus eine große Rolle", schreibt Christine Lange vom Tourismusverband der Bretagne.

Belle-Île liegt eine Fährstunde vor der bretonischen Südküste und ist die größte Insel der Bretagne. Das Haus steht im Südwesten in der Nähe des Dorfes Locmaria.

joe/dpa



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specialsymbol 03.02.2015
1. Mit welchen Chemikalien ist das imprägniert?
Karton ist ja schön und gut - aber jeder weiß, wasserdicht ist er nicht. Fragt sich also womit man den Karton imprägniert hat um dem Wasser standzuhalten. Ebenso stellt sich die Frage der Isolierung - und der Heizung. Ob diese Frankreich-typisch mit Elektroheizungen erfolgt?
Mr Bounz 03.02.2015
2. Interessantes Thema, aber ...
Ja, es fehlen ALLE wichtigen Informationen. Auf den Bildern sehe ich normale Dachlatten und Ziegel, aussen eine Holzverkleidung ..... Wo ist denn jetzt was mit Pappe gebaut? Welche Isolation ist drin? Styropor, Holzfaser oder was? Heizsystem? Modern mit Wärmepumpe oder wie? Leider sagt der Artikel wirklich gar nichts aus!
schensu 03.02.2015
3. Unfug!
Das Haus ist mitnichten ganz aus Pappe gebaut. Auf dem zweiten Bild ist erkennbar, dass das statisch relevante Tragwerk aus einem Holzrahmen besteht. Das Haus ist nichts anderes als ein Holzständerbau, wie es ihn in D nicht zu knapp auch gibt. Die Fassade ist mit einer Hozschalung zum Witterungsschutz verkleidet, die Dachdeckung konventionell. Ob die nichttragenden Wandflächen nun aus OSB-, GK- oder sonstwas fürn Leichtbauzeug bestehen wie eben Pappe, ist zunächst mal Wumpe. Interessant wäre für mich der bauphyikalische Hintergrund im Hinblick auf Feuchte- und Schallschutz. Und was woll die EnEV dazu husten würde...?
albert schulz 03.02.2015
4. Nichts Neues
Das Ding sieht ganz genau so aus wie die typischen Holzständerwerke unserer Billigfertighäuser und dem normalen nordamerikanischen Kleinhaus (bis zu zwei Stockwerke). Neuartig ist gar nichts daran, nicht mal die Pappverkleidungen, mehr geht nämlich gar nicht aus Pappe herzustellen. Mit einer entsprechenden Beschichtung (z.B. Lack) versehen sind sie absolut wasserdicht, könnten sogar als Dachabdeckung dienen. Als Fußbodenbelag eher nicht, weil sie keine größeren Gewichte tragen können und blitzschnell verschleißen. Als Außenwandverkleidungen sind wabenartig verstärkte Sandwichelemente ausreichend stabil gegen Sturm (Bauart ähnlich wie Zimmertüren). Daß die Dinger in Nordamerika durch die Luft segeln, ist nicht der Intensität der dortigen Stürme zuzuschreiben, sondern den Schlampereinen bei der Konstruktion. In Deutschland wären die Dinger nur noch in eingeschossigen Baracken zulässig wegen der Brandgefahr.
1zmir 03.02.2015
5.
Ich vermute eher, dass es sich um ein herkömmliches Haus handelt, dass anstatt Glasfaser-, Rockwool- oder Styropordämmung eben einfach mit Karton gedämmt wurde. Wenn das Haus dann, wie auf dem Bild, mit Holz verkleidet wird, ist wohl eine Dampfsperre, also Folie, über die Dämmung gelegt worden sein. Wenn man sich die Fotos genau anschaut, dann besteht das Haus übrigens hauptsächlich aus Holz. Daher verstehe ich die Sensation auch nicht.
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