Finanzierung unklar Swissair fliegt mit Notprogramm

Die angeschlagene Schweizer Fluggesellschaft Swissair will bis Ende dieses Monats rund zwei Drittel ihres Flugbetriebs aufrechterhalten. Aber selbst dafür ist die Finanzierung nach Medienberichten nicht gesichert.


Swissair streicht notgedrungen ihren Flugplan zusammen
DPA

Swissair streicht notgedrungen ihren Flugplan zusammen

Zürich - Laut Pressemeldungen sollen rund 60 Prozent der Swissair-Flüge in Europa und 70 Prozent der Verbindungen nach Übersee abgewickelt werden. Die von der Schweizer Regierung bereitgestellten 450 Millionen Franken (593 Millionen Mark) zur Weiterführung des Betriebes gelten als sehr knapp bemessen. Das Unternehmen steht unter Gläubigerschutz und soll ab 28. Oktober in der Tochtergesellschaft Crossair aufgehen.

Die Swissair Group verhandelt derzeit auch über den Verkauf mehrerer Tochterfirmen. Dem Konzern sind dabei allerdings weitgehend die Hände gebunden. Töchter darf das Unternehmen nur noch verkaufen, wenn der Nachlassrichter seine Zustimmung erteilt. Zu dem von Konzernchef Mario Corti angekündigten weltweiten Abbau von 9000 der insgesamt rund 71.000 Arbeitsplätze machte die Swissair keine weiteren Angaben.

Zu einem heiklen Problem für die Kunden könnten die von der Swissair schon verkauften Tickets für die Zeit nach dem 27. Oktober werden. Swissair-Tickets seien auf Flügen von Swissair und Crossair bis zu diesem Datum gültig, teilte die Swissair mit. Ob die Swissair-Flugscheine ab dem 28. Oktober auf dem Streckennetz der neuen Fluggesellschaft anerkannt würden, müsse noch geklärt werden.

Nach Angaben von Crossair-Chef André Dosé hat die Swissair für rund 800 Millionen Franken Flug-Tickets für die Zeit ab dem 28. Oktober verkauft. Eine beträchtliche Anzahl der bereits verkauften Tickets betrifft Ziele, die nicht mehr gesichert sind. Crossair, die bisher zu 70 Prozent der Swissair gehörte und jetzt in den Besitz der Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse Group (CSG) übergegangen ist, hat von der Swissair die Bedienung von 13 Zielorten im Linienverkehr in eigener Verantwortung übernommen und fliegt damit jetzt insgesamt 70 Ziele an.



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