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21. Dezember 2018, 04:15 Uhr

Günstiger und komfortabler reisen

Nehmen Sie Platz!

Ein bisschen tricksen bei der Buchung des Bahntickets oder beim Einstieg in den Flieger - und schon hat man gute Chancen, nicht nur komfortabler, sondern auch günstiger unterwegs zu sein.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Es wird Menschen geben, die sich an einigen Stellen über diesen Text aufregen werden. Wenn jeder das so machen würde! Aber es gibt Reisetage, an denen kleine Tricksereien auch mal erlaubt sein müssen. In diesem Sinne: Viel Glück!

Auf Flugreisen: Boarden wie ein Profi

Wer zu zweit reist, sollte in den klassischen Dreierreihen von Boeing 737 und A320 immer den Fenster- und Gangplatz online reservieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass andere Passagiere beim Online-Check-in freiwillig ihr Häkchen bei einem Mittelplatz setzen, ist gering, sofern die extrem hohe Auslastung der Maschine sie nicht dazu zwingt. Zudem sollte man die Sitze möglichst weit hinten wählen, da Mitpassagiere, die am Zielort schnell loskommen wollen, diese Plätze meiden.

Beim Einsteigen ins Flugzeug sollte man möglichst als Letzter boarden. Denn mit der Ansage "Boarding is completed" beginnt das beliebte Umsetzen in die freien Reihen. Besser also, man selbst besetzt die freie Dreierreihe, bevor andere ihre Chance nutzen. Die tatsächliche Sitzplatznummer auf Ihrem Ticket ignorieren Sie dabei.

Wer sich traut, weitet diesen Schachzug für mehr Komfort noch auf die oft freibleibenden Sitze mit mehr Beinfreiheit an den Notausstiegen aus. Diese Sitze bleiben häufig leer, weil die Airlines dafür 10 bis 60 Euro Aufpreis pro Strecke verlangen. Reiseprofis wissen: Eine Ticketkontrolle im Flieger entfällt in der Regel.

Zugegebenermaßen braucht man etwas Glück, aber die letzten Passagieren beim Einstieg ergattern manchmal sogar eine neue Bordkarte: mit einem Upgrade in die Business Class. "Über das ganze Jahr und alle Strecken hinweg kann man davon ausgehen, dass ein Flugzeug mit rund zehn Prozent überbucht wird", sagt David Haße, Herausgeber des Flugnachrichtendienstes airliners.de.

Im Video: Verhaltensforschung - Tricks beim Reisen

Auf Bahnreisen: Wissen, wo die freien Sitzplätze sind

Der Mensch ist ein Herdentier. Auf Reisen orientiert er sich noch mal mehr an der Masse, die ihm scheinbar den richtigen Weg weist. Tut sie aber nicht. Besonders anschaulich lässt sich das auf Bahnsteigen feststellen. Mehr als die Hälfte aller Fahrgäste, die einen IC oder ICE besteigen möchten, knüppelt sich im mittleren Bereich der Einstiegszone. Regel Nummer eins beim Einsteigen ohne Sitzplatzreservierung lautet also: Entfernen Sie sich von der Gruppe. Zweitens: Werfen Sie einen Blick auf die Reihenfolge der Wagen und wählen die Waggons mit möglichst großem Abstand zum Speisewagen. Vor und hinter dem Speisewagen liegen jene Zugteile, in denen die meisten Menschen ihre Plätze reservieren.

Und: Vergleichen lohnt! Denn auch über die Website der tschechischen Bahn lassen sich Züge innerhalb Deutschlands buchen. Die Zugbindung entfällt oft, und die Preise liegen immer wieder unter DB-Niveau. Die Webseite gibt es auch auf Deutsch.

Bei der Hotelbuchung: Ein Anruf macht den Unterschied

Viele deutsche Hoteliers arbeiten eng mit Portalen wie Booking.com, HRS und Expedia zusammen. Jede vierte Buchung kommt über diese Portale, davon laut Dehoga-Bundesverband 60 Prozent allein über Booking.com. Die Best-Preis-Klausel für die Portale konnte zwar gerichtlich gekippt werden, doch trauen sich die wenigsten Hoteliers, die Preise der Portale öffentlich auf der eigenen Website zu unterbieten. Ein Anruf bei der Wunschunterkunft bewirkt daher oft eine Veränderung: Viele Hoteliers räumen bei telefonischer Buchung gerne bis zu 10 Prozent Rabatt ein, um sich die 15 bis 19 Prozent Vermittlungsprovision an die Portale zu sparen. Eine Win-win-Situation für Hotelier und Gast.

Christian Leetz, dpa/ele

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