Fliegendes Casino Airbus-Kunden wollen A380 mit Roulettetisch

Die Kugel rollt, der Roulettetisch fliegt - der Super-Jet A380 könnte bald als Casino über den Wolken unterwegs sein. Darüber verhandelt Airbus momentan mit mehreren Kunden. Der US-Flugzeugbauer Lockheed Martin scheint der Verwirklichung schon näher zu sein.


Hongkong - Der Super-Airbus A380 stößt auch in der Glücksspielbranche auf Interesse. Airbus verhandle mit "mehreren Kunden" über die Möglichkeit, das größte Passagierflugzeug der Welt in ein fliegendes Casino umzubauen, teilte das Unternehmen heute in Hongkong mit. Sollte es zum Abschluss kommen, könne der erste A380 mit Roulette- oder Pokertischen im Jahr 2012 bereit stehen.

Airbus-Verkaufsmanager David Velupillai sagte, die Maschine mit standardmäßig 525 Sitzen biete 50 Prozent mehr Fläche als eine Boeing 747. Damit gebe es genug Raum für ein Casino. Er wollte sich aber nicht dazu äußern, ob es sich bei den Interessenten um Fluggesellschaften oder direkt um Casinobetreiber handelt.

In Asien verbucht die Casinobranche rasante Zuwächse. In der chinesischen Sonderverwaltungszone Macao dürfte laut Expertenschätzungen bald mehr Geld mit dem Glücksspiel gemacht werden als im US-Spielerparadies Las Vegas.

Die Zeitung "South China Morning Post" hatte vergangene Woche berichtet, der Casinobetreiber Las Vegas Sands, der sowohl in den USA als auch in China Häuser hat, wolle Charterflüge für VIPs zwischen beiden Standorten einrichten. Dabei wolle das Unternehmen mit Baccarat-Tischen ausgestattete Maschinen des US-Flugzeugbauers Lockheed Martin für die reichen Kunden einsetzen.

Die Nachfrage nach dem Riesenflieger von Airbus ist hoch. Der für Deutschland zuständige Vorstand des Flugzeugbauers, Gerald Weber, kündigte in der Tageszeitung "Die Welt" an, die Produktion des A380 solle hochgefahren werden. Vom A380, dem größten Passagierflugzeug der Welt, sollten in diesem Jahr 13 Maschinen ausgeliefert werden, ab 2010 dann jährlich 45. Bisher hat das Unternehmen mehr als 20 der A380-Flugzeuge endmontiert.

abl/AFP



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