Flüge in die USA Hamburg - New York nonstop

Das Interesse an USA-Reisen steigt, bei den Flügen gibt es bereits einen Engpass. Doch ab Sommer nächsten Jahres gibt es nicht nur mehr Nonstopflüge, für viele Reisende in Nord-, Ost- oder West-Deutschland wird auch der Weg in die USA kürzer: Drei Fluggesellschaften bieten Flüge ab Hamburg, Berlin und Düsseldorf an.


Manhattan: Kürzere Wege ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten
AP

Manhattan: Kürzere Wege ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Hamburg - Wer von Deutschland in die USA reisen will, muss meist durch eines von zwei Nadelöhren: die Flughäfen München oder Frankfurt/Main. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, starten dort fast alle Nonstopverbindungen, die hier zu Lande angeboten werden. Im Sommer 2005 ändert sich die Situation jedoch: Mit Delta, Continental und LTU bieten drei Fluggesellschaften dann 27 zusätzliche USA-Flüge pro Woche an - und zwar von Hamburg, Berlin und Düsseldorf aus. Das Ziel ist jeweils New York. Doch nicht nur der "Big Apple" wird nach Ansicht von Experten als Reiseziel von den neuen Flügen profitieren.

Als erste Gesellschaft geht am 2. Mai 2005 die LTU an den Start: Täglich außer mittwochs wird von Düsseldorf aus der Flughafen Newark in New Jersey angesteuert, der nur 25 Kilometer von Manhattan entfernt ist. Einen Tag später will Delta Air Lines eine tägliche Verbindung von Berlin-Tegel zum John-F.-Kennedy-Airport in New York aufnehmen. Continental folgt am 10. Juni in Hamburg sowie am 2. Juli in Berlin-Tegel. Auch diese täglichen Flüge landen in Newark, wo das Unternehmen ein "Drehkreuz" unterhält: Täglich 407 Flüge zu 170 Zielen auf dem amerikanischen Kontinent werden dort abgefertigt.

Für USA-Fans aus Nord-, West- und Ostdeutschland bedeutet das: Der Nonstopflug ins "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" kann näher vor der Haustür beginnen. Das gilt für Individualurlauber ebenso wie für Kunden von Reiseveranstaltern. Newark sei als Ausgangspunkt für Bus- und Mietwagenrundreisen attraktiv, sagt Anke Dannler von Dertour in Frankfurt, einem der größten Anbieter von USA-Reisen in Deutschland.

Besucherplus aus Deutschland von rund 20 Prozent

"New York ist für viele USA-Touristen der Beginn einer Rundreise, die in mehrere Regionen führt", sagt auch Rita Hille, Präsidentin des Visit USA Committee (VUSA) in Darmstadt, in dem unter anderem die Tourismusämter der US-Bundesstaaten versammelt sind. Die neuen Flüge sind aus ihrer Sicht wichtig, um mit dem wachsenden Interesse an Amerika-Reisen Schritt halten zu können: "Es gab in diesem Sommer einen Engpass bei den Flügen. Es wären sonst noch mehr Urlauber über den Atlantik geflogen." Für das Jahr 2004 geht Rita Hille von einem Besucherplus aus Deutschland von rund 20 Prozent aus - im vergangenen Jahr hatten 1,18 Millionen Bundesbürger die USA besucht. Sollte der Dollar günstig bleiben, werde das Wachstum 2005 sicher weitergehen.

LTU-Flugzeuge: Ab Mai Düsseldorf - Newark nonstop
DPA

LTU-Flugzeuge: Ab Mai Düsseldorf - Newark nonstop

Einen zusätzlichen Touristenstrom aus "Good old Germany" erwartet vor allem die Stadt New York selbst. "Wir rechnen mit einem Schub bei den New-York-Citytrips", sagt Anke Dannler. Bei einer durchschnittlichen Auslastung der Flugzeuge von 60 bis 65 Prozent seien allein im zweiten Halbjahr 2005 rund 30.000 zusätzliche New-York-Fluggäste zu erwarten, hat Thomas Drechsler ausgerechnet. Der Deutschland-Repräsentant des New Yorker Fremdenverkehrsamtes in München erwartet deshalb, dass spätestens im kommenden Jahr die Zahl von 300.000 "Big Apple"-Touristen mit deutschem Pass wieder überschritten wird. Das gab es zuletzt Ende der neunziger Jahre.

Dass die Lufthansa dem Beispiel der amerikanischen Gesellschaften und der LTU folgt und nun ebenfalls USA-Flüge von anderen Städten als Frankfurt und München anbietet, ist nicht zu erwarten. In Düsseldorf hat die "Kranich-Airline" zwar fast täglich einen Flug ausschließlich mit Business-Class-Sitzen nach New York im Programm. Daneben aber habe sich das "Drehkreuzprinzip" mit Zubringerflügen nach Frankfurt und München bewährt, sagt Sprecherin Katrin Haase. Die Lufthansa hat das größte USA-Streckenangebot von Deutschland aus: In diesem Sommer starteten in Frankfurt täglich 21 Flüge zu 14 Zielen in den Vereinigten Staaten, in München waren es sechs Flüge zu sechs US-Großstädten.

Nonstopverbindungen sind nicht immer die billigste Lösung

Eines sollten USA-Fans beim Buchen ihrer Flüge allerdings nicht vergessen: genau auf die Preise zu schauen. Nonstopverbindungen sind zwar komfortabel, aber nicht immer die billigste Lösung. "Wir haben viele Kunden, die zum Beispiel mit British Airways in die USA fliegen und in London umsteigen", sagt Dertour-Sprecherin Dannler. Je nach Zielflughafen könne das um bis zu 200 Euro günstiger sein.

Und noch etwas gilt es zu bedenken: Im freien Spiel von Angebot und Nachfrage sorgen wachsende Touristenströme auch am Urlaubsort für höhere Kosten. In New York gibt es derzeit zwar bereits gut 70.500 Hotelzimmer, und in verschiedenen Teilen Manhattans eröffnen in den kommenden Monaten weitere Häuser. Ob das reicht, um die erwarteten zusätzlichen Besuchermassen auszugleichen, erscheint aber fraglich. Im Schnitt kostet ein Zimmer momentan 194 Dollar (157 Euro) pro Nacht. "Doch die Hotelpreise ziehen wieder an", beobachtet Thomas Drechsler. Das sei dann die Kehrseite der bequemeren Erreichbarkeit.

Von Christian Röwekamp, gms



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