Flugausfälle Griechischer Luftraum wird wegen Streik geschlossen

Griechenland steht erneut vor einem landesweiten Streik: Am Donnerstag wollen die Beamten ihre Arbeit niederlegen, von dem Ausstand ist auch der Flugverkehr betroffen. Am Nachmittag wird der Luftraum für vier Stunden geschlossen, zahlreiche Flüge sollen ausfallen.

Gestrandeter Passagier: Erst im März hatten Arbeiter an Athens Flughafen gestreikt
REUTERS

Gestrandeter Passagier: Erst im März hatten Arbeiter an Athens Flughafen gestreikt


Athen - Wieder Ärger im Luftverkehr in Griechenland: Wegen eines 24-stündigen Ausstands der Beamten und Staatsbediensteten werden am Donnerstag Dutzende Flüge ausfallen. Bei zahlreichen anderen Flügen dürfte es Verspätungen geben.

Der griechische Luftraum wird nach Angaben der Gewerkschaft der Fluglotsen von 14 Uhr an für vier Stunden geschlossen bleiben. Die Fluglinien informierten bereits am Dienstag ihre Gäste über die Änderungen. In Ministerien und anderen Behörden sowie Schulen soll die Arbeit für 24 Stunden niedergelegt werden.

Die Beamten-Gewerkschaft ADEDY protestiert gegen das harte Sparprogramm der sozialistischen Regierung. Die Gewerkschaft rechnete aus, dass die Beamten und Staatsbediensteten mit den Lohnkürzungen in den vergangenen zehn Monaten rund 25 Prozent ihres Einkommens verloren hätten.

Um den Staatsbankrott abzuwenden, bekamen die Griechen im Mai eine beispiellose Finanzhilfe der Euro-Staaten und des Internationalen Währungsfonds (IWF) von 110 Milliarden Euro für die nächsten drei Jahre, mussten sich aber zugleich zu einem strikten Sparprogramm verpflichten. Kontrolleure der Europäischen Zentralbank, der EU- Kommission sowie des IWF prüfen in Athen laufend die Bücher. Von ihren Berichten hängt es ab, ob Athen Finanzspritzen erhält.

Erst im Juli hatten die Fluglotsen Streiks angekündigt. Griechenlands Tank- und Lastwagenbesitzer hatten im August tagelang ihre Arbeit niedergelegt, das Militär musste unter anderem Krankenhäuser, Elektrizitätswerke und Flughäfen mit Benzin versorgen. Der Streik hatte dem griechischen Tourismus erheblich geschadet. Wegen des Spritmangels mussten Tausende Urlauber ihre Mietwagen abgeben.

Auch im März waren die Gewerkschaften in Streik getreten, um gegen den Sparkurs der griechischen Regierung zu demonstrieren. Zahlreiche Flüge mussten gestrichen werden.

hip/dpa

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