Urteil Airline muss bei verspäteten Koffern Kleidung zahlen

Ihr Koffer ist nicht mitgeflogen, und Sie benötigen eine neue Garderobe? In so einem Fall muss die Fluggesellschaft die Kosten für den Einkauf tragen. Allerdings nicht uneingeschränkt, wie das Amtsgericht Frankfurt entschied.
Gepäckband: Wenn der eigene Koffer fehlt, besteht Anspruch auf eine Basisausstattung

Gepäckband: Wenn der eigene Koffer fehlt, besteht Anspruch auf eine Basisausstattung

Foto: TMN

Frankfurt/Main - Fluggäste, die ihren Urlaub ohne Gepäck beginnen müssen, dürfen sich auf Kosten der befördernden Airline neu einkleiden - wenn auch nur in Maßen. Kann die zuständige Fluggesellschaft die Koffer nicht rechtzeitig mit der Ankunft der Passagiere am Zielort ausliefern, muss sie deren Ausgaben für eine "Grundgarderobe" erstatten. Anspruch auf weitere Anschaffungen gibt es allerdings nicht.

Das entschied das Amtsgericht Frankfurt in einem Fall betroffenerer Reisender. Auf das Urteil weist die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift "ReiseRecht aktuell" hin.

Die Kläger hatten einen Flug von Frankfurt über Mailand ins italienische Bari gebucht. Wegen eines Streiks am Mailänder Flughafen wurde ihr Anschlussflug annulliert. Die Passagiere erreichten Bari mit einem Ersatzflug. Bei der Ankunft war ihr Gepäck zunächst nicht aufzufinden. Die Kläger kauften daraufhin unter anderem verschiedene Kleidungsstücke als Ersatz. Ihre Koffer kamen erst zwei und fünf Tage nach ihrer Landung in Bari an. Die Kosten für die Ersatzanschaffungen in Höhe von 852,56 Euro verlangten sie von der Airline zurück.

Das Gericht gab ihnen größtenteils recht. Passagiere dürfen sich demnach notwendigen und angemessenen Ersatz kaufen. Die Airline musste in dem Fall die entstandenen Kosten für je eine Garnitur Unterwäsche, Oberbekleidung sowie Badekleidung und Schuhe ersetzen. Über diese Grundausstattung hinausgehende Dinge seien allerdings nicht nötig gewesen, entschied das Gericht. Ausgaben etwa für spezielle Abendschuhe oder eine Strandtasche werden Passagieren nicht erstattet.

Amtsgericht Frankfurt: Aktenzeichen 29 C 2518/12

emt/dpa
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