Flughafen BER Wannsee-Route ist trotz Urteil nicht vom Tisch

Haben sich die Anwohner zu früh gefreut? Laut Gerichtsurteil ist die umstrittene Wannsee-Flugroute des Airports Berlin Brandenburg nicht rechtens. Trotzdem könnten auf ihr zukünftig Passagiermaschinen fliegen - es ist nur eine Frage der Risikoabwägung.
Himmel über Berlin: Passagierflugzeug landet in Schönefeld

Himmel über Berlin: Passagierflugzeug landet in Schönefeld

Foto: dapd

Berlin - Nach dem Urteil gegen die Wannsee-Flugroute schließt die Deutsche Flugsicherung (DFS) nicht aus, dass sie das Routensystem für den Hauptstadtflughafen teilweise überarbeiten muss. "Wir sind der Auffassung, dass wir nach geltendem Recht geplant haben", sagte Sprecherin Ute Otterbein am Donnerstag. "Wenn das Gericht das anders sieht, müssen wir da eben noch einmal ran." Zunächst warte die DFS aber ab, ob das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) Rechtsmittel gegen das Urteil einlegt.

Das Risiko eines Flugunfalls und eines terroristischen Anschlags und die dadurch bestehende Gefahr einer Freisetzung ionisierender Strahlung des Forschungsreaktors wurden "nicht hinreichend in den Blick genommen", hieß es jetzt vor Gericht. Eine solche fallspezifische Risikoermittlung wäre notwendige Grundlage einer Abwägung gewesen. Auf die weiteren erörterten Fragen - insbesondere die Probleme des Fluglärms - kam es danach für die Entscheidung nicht mehr an.

Nach Ansicht des Verwaltungsrechtlers Elmar Giemulla ist die Wannsee-Flugroute auch nach dem Gerichtsurteil nicht endgültig vom Tisch. Das Gericht habe die Strecke zwar wegen fehlender Risikoabwägung für rechtswidrig erklärt. "Es hat aber nicht gesagt, dass da keine Flugzeuge fliegen dürfen", erläuterte Giemulla. Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung könne die Abwägung nachholen und zu dem Ergebnis gelangen, das Risiko eines Absturzes auf den Reaktor oder eines terroristischen Anschlags sei vertretbar.

dkr/dpa
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