Sieben gestrichene Routen Ryanair zieht Flugzeuge aus Hamburg ab

Der irische Billigflieger Ryanair gibt seine Basis am Hamburger Flughafen auf. Damit fallen sieben Routen weg - darunter zwei Direktverbindungen.
Ryanair-Flugzeuge am Airport in Hamburg

Ryanair-Flugzeuge am Airport in Hamburg

Foto: Christian Charisius/ dpa

Der Wettbewerb der Billigfluggesellschaften verschärft sich immer weiter - nun schließt die irische Gesellschaft Ryanair ihre Basis mit zwei stationierten Flugzeugen in Hamburg zum 8. Januar 2020. Wie der Flughafen Hamburg mitteilte, würden sieben Routen zum Sommerflugplan 2020 gestrichen: Faro, Krakau, Lissabon, Gran Canaria, Oslo-Torp, Verona und Zadar.

Die Auflösung der Basis bedeutet jedoch nicht, dass die Airline ab Hamburg gar nicht mehr buchbar wäre. 14 Ziele sollen im Sommer weiter angeflogen werden - mit Maschinen, die an anderen Flughäfen stationiert sind.

Laut Flughafenbetreiber wurden von den gestrichenen Routen nur zwei von Ryanair alleine angeboten: Krakau (Polen) und Verona (Italien). Diese seien damit nicht mehr mit Direktflügen von Hamburg aus vertreten. Die übrigen Ziele würden weiter von anderen Fluggesellschaften nonstop bedient.

Ryanair begründete den Schritt allgemein mit unterdurchschnittlichen Erlösen. Die Gesellschaft hat ihren Flugplan laut eigenen Angaben nach ertragsschwächeren Verbindungen durchgesehen. Ob weitere Flughäfen in Deutschland betroffen sind, teilte das Unternehmen nicht mit.

Flughafen will entfallene Strecken möglichst ersetzen

"Der Luftfahrtmarkt ist in Bewegung und die Fluggesellschaften auf Konsolidierungskurs", erläuterte Flughafenchef Michael Eggenschwiler. Er bedauerte, "dass Ryanair zahlreiche Basen in Europa schließt und auch Hamburg davon betroffen ist". Für den starken Hamburger Markt werde er daran arbeiten, "die Auswahl auf den entfallenen Ryanair-Strecken zu ersetzen".

Für den Ende Oktober beginnenden Winterflugplan hatte Ryanair ihre Hamburger Ziele schon um drei auf 17 reduziert. Zu den Einschränkungen im Flugplan trägt bei, dass die Airline nicht wie geplant neue Flugzeuge erhält. Die neueste Ausgabe des Ryanair-Standard-Jets Boeing 737 Max wartet nach zwei Abstürzen immer noch auf die Wiederzulassung durch die Flugaufsichtsbehörden in den USA und Europa.

Seit dem 1. November 2016 hatte Ryanair zwei Boeing B737-800 fest in Hamburg stationiert. Von Hamburg aus hatte die Fluggesellschaft ihren Erstflug am 26. Oktober 2014 nach Lissabon.

jus/dpa