Sieben gestrichene Routen Ryanair zieht Flugzeuge aus Hamburg ab

Der irische Billigflieger Ryanair gibt seine Basis am Hamburger Flughafen auf. Damit fallen sieben Routen weg - darunter zwei Direktverbindungen.

Ryanair-Flugzeuge am Airport in Hamburg
DPA

Ryanair-Flugzeuge am Airport in Hamburg


Der Wettbewerb der Billigfluggesellschaften verschärft sich immer weiter - nun schließt die irische Gesellschaft Ryanair ihre Basis mit zwei stationierten Flugzeugen in Hamburg zum 8. Januar 2020. Wie der Flughafen Hamburg mitteilte, würden sieben Routen zum Sommerflugplan 2020 gestrichen: Faro, Krakau, Lissabon, Gran Canaria, Oslo-Torp, Verona und Zadar.

Die Auflösung der Basis bedeutet jedoch nicht, dass die Airline ab Hamburg gar nicht mehr buchbar wäre. 14 Ziele sollen im Sommer weiter angeflogen werden - mit Maschinen, die an anderen Flughäfen stationiert sind.

Laut Flughafenbetreiber wurden von den gestrichenen Routen nur zwei von Ryanair alleine angeboten: Krakau (Polen) und Verona (Italien). Diese seien damit nicht mehr mit Direktflügen von Hamburg aus vertreten. Die übrigen Ziele würden weiter von anderen Fluggesellschaften nonstop bedient.

Ryanair begründete den Schritt allgemein mit unterdurchschnittlichen Erlösen. Die Gesellschaft hat ihren Flugplan laut eigenen Angaben nach ertragsschwächeren Verbindungen durchgesehen. Ob weitere Flughäfen in Deutschland betroffen sind, teilte das Unternehmen nicht mit.

Flughafen will entfallene Strecken möglichst ersetzen

"Der Luftfahrtmarkt ist in Bewegung und die Fluggesellschaften auf Konsolidierungskurs", erläuterte Flughafenchef Michael Eggenschwiler. Er bedauerte, "dass Ryanair zahlreiche Basen in Europa schließt und auch Hamburg davon betroffen ist". Für den starken Hamburger Markt werde er daran arbeiten, "die Auswahl auf den entfallenen Ryanair-Strecken zu ersetzen".

Für den Ende Oktober beginnenden Winterflugplan hatte Ryanair ihre Hamburger Ziele schon um drei auf 17 reduziert. Zu den Einschränkungen im Flugplan trägt bei, dass die Airline nicht wie geplant neue Flugzeuge erhält. Die neueste Ausgabe des Ryanair-Standard-Jets Boeing 737 Max wartet nach zwei Abstürzen immer noch auf die Wiederzulassung durch die Flugaufsichtsbehörden in den USA und Europa.

Seit dem 1. November 2016 hatte Ryanair zwei Boeing B737-800 fest in Hamburg stationiert. Von Hamburg aus hatte die Fluggesellschaft ihren Erstflug am 26. Oktober 2014 nach Lissabon.

jus/dpa



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Seite 1
chjuma 17.10.2019
1. Perfekt
Jedes Flugzeug das nicht fliegt ist ein Gewinn für die Welt. Mehr fällt mir dazu nicht ein. Und über dies werden Piloten bei Ryanair zu Busfahrern degradiert, was gut gehen kann, aber nicht muss. Also, wo Ryanair nicht fliegt wird es automatisch besser.
markus_wienken 17.10.2019
2.
Zitat von chjumaJedes Flugzeug das nicht fliegt ist ein Gewinn für die Welt. Mehr fällt mir dazu nicht ein. Und über dies werden Piloten bei Ryanair zu Busfahrern degradiert, was gut gehen kann, aber nicht muss. Also, wo Ryanair nicht fliegt wird es automatisch besser.
Quatsch. Wenn der Bedarf vorhanden ist, wird diese Lücke durch andere Airlines gefüllt. Und wenn es keine Direktflüge gibt, dann wird halt irgendwo umgestiegen. Die Prognosen für den künftigen Luftverkehr sind weltweit steigend.
Hans-Dampf 17.10.2019
3.
Zitat von chjumaJedes Flugzeug das nicht fliegt ist ein Gewinn für die Welt. Mehr fällt mir dazu nicht ein. Und über dies werden Piloten bei Ryanair zu Busfahrern degradiert, was gut gehen kann, aber nicht muss. Also, wo Ryanair nicht fliegt wird es automatisch besser.
Übersehe ich da die Ironie, Sarkasmus oder ähnliches? Oder glauben Sie ernsthaft, dass die dort stationierten Flugzeuge nie wieder abheben werden? Diese werden einfach nur woanders eingesetzt..
topas 17.10.2019
4.
Zitat von chjumaJedes Flugzeug das nicht fliegt ist ein Gewinn für die Welt. Mehr fällt mir dazu nicht ein. Und über dies werden Piloten bei Ryanair zu Busfahrern degradiert, was gut gehen kann, aber nicht muss. Also, wo Ryanair nicht fliegt wird es automatisch besser.
Was sind sie denn? Personen, die mich mit einem Fahrzeug in einem festgeschriebenen Fahrplan von A nach B transportieren. Personen, die eine Ausbildung darin haben, das Fahrzeug zu bedienen, dafür bezahlt werden... Ob das Fahrzeug nun auf der Straße (Busfahrer), Schienen (Zugführer), Wasser (Kapitän) oder Luft (Pilot) unterwegs ist dürfte doch relativ unerheblich sein. Er macht seinen Job - deshalb finde ich es gut, dass dieses bl#de Klatschen bei der Landung weitestgehend aufhört. Und falls das Argument "die vielen Passagiere" kommt: jeder ICE und jedes große Kreuzfahrtschiff hat mehr Personen an Bord als so ein B737-800 - fragen Sie mal Schettino zu seinem Manöver im Mittelmeer... Und im Unglücksfall ist es zudem unerheblich, ob ein vollbesetzter Doppelstock-Reisebus oder ein kaum besetztes Flugzeug verunglückt - tot ist tot. Deshalb finde ich ja auch den Namen des europäischen Herstellers ganz treffend - AirBUS. Worin Sie indirekt recht haben: Man sollte nicht so schlecht über Busfahrer denken, wie Sie es in ihrem Post gemacht haben...
echobravo 17.10.2019
5. Luftverkehr
Eine tolle Neuigkeit! Endlich zeigt die CO2 Steuer Wirkung! Alle genannten Ziele kann man auch einfach, komfortabel und schnell mit der Bahn erreichen. Ich freue mich fürs Klima!
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