Neues Airport-Terminal in Seoul Es grünt am Gate

Flüsschen, Wasserfälle, Teiche mit Koi-Karpfen: Passagiere am Flughafen von Seoul erwartet in Zukunft eine Atmosphäre wie im botanischen Garten. Der neue Terminal 2 soll pünktlich zu den Olympischen Spielen 2018 eröffnen.

Neues Terminal für den Incheon Airport in Seoul: 72 weitere Gates bis 2018
PRNewsFoto/ Gensler

Neues Terminal für den Incheon Airport in Seoul: 72 weitere Gates bis 2018


Hamburg - Südkoreas Hauptstadt Seoul erweitert mit einem neuen Terminal die Kapazität ihres Flughafens Incheon. Die Passagierzahlen sollen dank des Neubaus von 44 Millionen auf 62 Millionen pro Jahr steigen. Der erste Spatenstich wurde bereits Ende September gesetzt. Bis zu den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang soll das fast 700.000 Quadratmeter große Gebäude fertig sein.

Grüne Optik und grüne Technik versprechen die Architekten, die den neuen Terminal geplant haben. Er soll Besuchern nicht nur die Möglichkeit bieten, in Gartenanlagen auf den Weiterflug zu warten, sondern auch energieeffizient sein. Dieses Ziel wolle man mit Photovoltaikanlagen und gläsernen Decken erreichen, heißt es auf der Website des international operierenden Büros Gensler, das Teil des beauftragten Architektenkonsortiums ist. So könne man Strom sparen und Reisende "auch im Innern des Terminals mit Tageslicht verwöhnen".

Auch sonst legen die Planer viel Wert auf eine naturnahe Atmosphäre am Flughafen und im Terminal selbst: In den Gärten werden Flüsschen und Wasserfälle rauschen, in Teichen Koi-Karpfen schwimmen. Pflanzen sollen dafür sorgen, dass möglichst wenig Energie für Klima- und Belüftungsanlagen aufgewendet werden muss.

Geformt wie ein Phönix

Damit auch die Einnahmen stimmen, ist viel Platz für Boutiquen und Duty-Free-Shops reserviert. Zudem wird es am neuen Incheon-Terminal ein Panoramadeck für Planespotter geben und Ausstellungsflächen für Skulpturen.

Gensler-Chef Keith Thompson ist laut einem Blog-Eintrag der "New York Times" überzeugt: "Neben Komfort, Sicherheit und einer Vielzahl von Annehmlichkeiten gibt es eine weitere Zutat im Geheimrezept: Ruhe." Der Autor Alastair Gordon, der ein Buch über die Kulturgeschichte von Flughäfen geschrieben hat, erkennt einen neuen Trend in Sachen Airport-Design. "An Flughäfen ging es immer um Geschwindigkeit, und plötzlich dreht sich alles ums Verlangsamen", sagt er dem "Wall Street Journal".

In neuen Flughafengebäuden gibt es immer mehr Orte, an denen Transitpassagiere die Zeit totschlagen können. In Seoul wird sich manch ein Fluggast künftig auch über Zeitersparnis dank kurzer Wege freuen: Um von der an den Airport angeschlossenen Bahnstation zu den Gates zu gelangen, sollen Reisende per Shuttle nur 13 Minuten brauchen.

Umgerechnet mehr als 1,8 Milliarden Euro soll der Terminal 2 kosten, der den Hauptstadtflughafen um 72 Gates erweitern wird. Sie werden um das Gebäude herum angeordnet sein, das von oben betrachtet die Form des Buchstaben H hat. Die Architekten vom Büro Gensler erinnern die Umrisse dagegen an den mythischen Vogel Phönix. In Südkorea sei er ein Symbol für Stärke, Balance und Langlebigkeit.

Mit dem neuen Terminal wolle man an den Erfolg des 2001 eröffneten Incheon Airports anknüpfen. In internationalen Rankings wurde dieser bereits mehrfach ausgezeichnet, bei Passagieren ist er beliebt.

jus



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veremont 19.10.2013
1. Ras dwa tri - Loos!
Zitat von sysopPRNewsFoto/ GenslerFlüsschen, Wasserfälle, Teiche mit Koi-Karpfen: Passagiere am Flughafen von Seoul erwartet in Zukunft eine Atmosphäre wie im Botanischen Garten. Der neue Terminal 2 soll pünktlich zu den Olympischen Spielen 2018 eröffnen. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/flughafen-in-seoul-suedkorea-baut-neuen-terminal-a-928658.html
Na da bin ich ja mal gespannt. Die Planung sieht verdammt gut aus und wenn die das auch rechtzeitig und im Kostenrahmen hinbekommen dann ist das die Endgültige Klatsche für Deutschland. Und zwar mit Anlauf und Ankündigung - links und rechts. Gutes Gelingen. Achtung, fertig, loos!
flyforcash 19.10.2013
2. Schon jetzt ist Incheon beispielhaft...
...wie man Fluggästen ein perfektes Erlebnis bietet. Gratisdusche, Gratisinternet (sauschnell), super bequeme Liegen, bezahlbare Gastronomie und extrem freundliche Mitarbeiter. Ein Grund warum wir aus Südostasien zweimal im Jahr immer über Seoul fliegen. Mit einer koreanische Fluglinie. (Trotz 6 Stunden Zwischenstopps). Beispielhaft. Da nimmt sich der Flughafen und sein Servicepersonal in Frankfurt aus wie ein Terminal in einer Bananenrepublik. Doha, Abu Dhabi und Dubai meiden wir mittlerweile auch wie die Pest, da der Service und das Ambiente für Economy Paxe unterirdisch ist.
raber 19.10.2013
3. Koreanische Unterstützung für Deutschlands Grossprojekte
Wenn die Koreaner den Zeitolan und die Kosten hinkriegen, dann sollten sie als Aufseher nach Deutschland kommen und hier die Grossprojekte leiten. Das wäre immer noch günstiger als die Monsterauswüchse die wir hier wiederholt erleben.
super-kraut 19.10.2013
4. @flyforcash hat da so recht
Wir fliegen 2 mal im Jahr nach Sued Ost Asien und immer mit ASIANA und ueber Incheon. Selbs umsonst wuerde ich nicht ueber den Mittleren Osten zwischenstops fliegen. Die Europaeischen und auch die USA terminals sind im vergleich wie ein buschflughafen.
quark@mailinator.com 19.10.2013
5. :-)
Wieso habe ich das Gefühl, daß man in Südkorea kein europäisches Ausschreibungsverfahren befolgen muß :-) ? Ich glaube, ich hab' mal 'ne Fernsehsendung über die Olympiabaumaßnahmen gesehen, wo mehr oder weniger klar erklärt wurde, daß Samsung und noch 2..3 andere Großkonzerne im nationalen Interesse zusammen mit Regierung und Nationalem Olympischen Komitee die Sachen "einfach bauen". Nun sind mir Seilschaften massiv suspekt, aber wenn unser Ausschreibungs- und Vergabeverfahren nur dazu führt, daß alles langsam, superteuer und dysfunktional wird, dann ziehe ich ggf. die Kungellei doch wieder vor ... Kann nicht sein, daß scheinbar alle schönen Großgebäude nur noch außerhalb Europas gebaut werden.
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