Flughafen-Kontrolle Briten setzen in London-Heathrow Körperscanner ein

Für Flugreisende in Großbritannien gehört der Körperscanner bald zum Alltag: Seit Montag werden die Kontrollgeräte auf den Flughäfen London-Heathrow und Manchester stichprobenartig eingesetzt. Wer den Scan verweigert, darf nicht mitfliegen.
Scannen auf dem Flughafen von Manchester: "Geisterähnliches Schwarz-Weiß-Bild"

Scannen auf dem Flughafen von Manchester: "Geisterähnliches Schwarz-Weiß-Bild"

Foto: PHIL NOBLE/ REUTERS

London - In Großbritannien werden seit Montag Flugreisende mit Körperscannern überprüft. Die ersten Geräte kamen am größten Flughafen des Landes in London-Heathrow sowie am Airport in Manchester zum Einsatz, wie die Flughäfen mitteilten. Die Geräte wurden zunächst an je einem Terminal stichprobenartig genutzt. An beiden Flughäfen waren die Geräte in der Vergangenheit schon in Pilotversuchen getestet worden.

Passagiere, die zu einem Scan gebeten werden, dürfen bei einer Weigerung nicht das Flugzeug besteigen. In den kommenden Wochen sollen die Scanner an weiteren Terminals eingesetzt werden. Eine Sprecherin des Heathrow-Airports sagte, dass sie keine nennenswerten Verzögerungen beim Sicherheitscheck erwarte.

Die Flughäfen versicherten, dass die Bilder zu einem abgeschiedenen Computer übertragen würden, auf dem die Daten nicht gespeichert werden können. "Das geisterähnliche Schwarz-Weiß-Bild zeigt keine körperlichen Besonderheiten wie Haare oder Gesichtszüge, macht ein Erkennen unmöglich und soll nur verborgene Gefahren offenlegen", hieß es in einer Erklärung des Flughafens in Manchester.

Die Regierung hatte angekündigt, bis Ende des Jahres alle Flughäfen mit entsprechenden Vorrichtungen ausstatten zu wollen, um verborgenen Sprengstoff aufzuspüren. Grund für die Entscheidung zum Einsatz der Scanner war das vereitelte Flugzeug-Attentat von Detroit Ende vergangenen Jahres.

BKA-Präsident: Flugverkehr ist Hauptziel des Terrorismus

In Deutschland plädierte der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, für eine Wahlmöglichkeit der Passagiere: "Manchem wird eine Kontrolle mittels Körperscanner angenehmer sein als das bekannte Abtasten durch Sicherheitskräfte", sagte Ziercke der "Welt am Sonntag". Allerdings müsse die Intimsphäre gewahrt bleiben, und Gesundheitsgefahren müssten ausgeschlossen sein.

Ziercke betonte: "Körperscanner sind kein Allheilmittel. Ihr Einsatz kann jedoch dazu beitragen, die bisherigen Kontrollen an den Flughäfen sinnvoll zu ergänzen." Er sieht den Flugverkehr weiterhin als Hauptziel des Terrorismus, "weil Anschläge auf Flugzeuge in besonderem Maße geeignet sind, die Bevölkerung zu beunruhigen".

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