Berichte über Drohnensichtung Betrieb am Flughafen London-Gatwick lahmgelegt

"Sicherheit hat oberste Priorität": An Europas siebtgrößtem Flughafen sind Starts und Landungen ausgesetzt. Offenbar wurden mehrere Drohnen über dem Flugfeld in London-Gatwick gesichtet. Die Polizei ermittelt.
Flugzeug am Airport London-Gatwick

Flugzeug am Airport London-Gatwick

Foto: SANG TAN/ ASSOCIATED PRESS

Am Flughafen London-Gatwick ist es in der Nacht zum Donnerstag zu massiven Behinderungen im Luftverkehr gekommen. Sämtliche Starts und Landungen wurden zunächst etwa sechs Stunden lang ausgesetzt, weil Berichten zufolge mehrere Drohnen über dem Flugfeld gesichtet worden waren. Kurzzeitig wurde der Betrieb dann wieder aufgenommen. Inzwischen ist er wieder gestoppt worden.

Gemeinsame Untersuchungen mit der Polizei seien angelaufen, hieß es in einer Mitteilung  auf der Twitter-Seite des Flughafens. "Wir entschuldigen uns bei allen Passagieren für die Unannehmlichkeiten, aber die Sicherheit unserer Passagiere und Mitarbeiter hat oberste Priorität."

Erste Hinweise auf Drohnensichtungen über dem Flugfeld hatte es gegen 21 Uhr (Ortszeit, 22 Uhr MEZ) gegeben. Danach wurden den Angaben zufolge alle Flugbewegungen ausgesetzt, um die Lage zu klären. Spätere seien zahlreiche weitere Hinweise eingegangen. Deshalb blieben einige Flugzeuge am Boden, während ankommende Maschinen zu anderen Flughäfen umgeleitet würden.

Erst um 3.01 Uhr Ortszeit war der Flugbetrieb wieder aufgenommen worden. Nachdem weitere Drohnen gesichtet wurden, durften dann ab 3.45 Uhr erneut keine Maschinen mehr landen oder starten.

Reisenden und Abholenden wurde geraten, vorsichtshalber auch am Donnerstag mit der jeweiligen Airline den Flugstatus abzuklären. Das dürfte viele Menschen betreffen: Mit mehr als 45 Millionen beförderten Passagieren im vergangenen Jahr ist Gatwick der siebtgrößte Flughafen in der EU - und der zweitgrößte Großbritanniens hinter dem europaweiten Spitzenreiter London-Heathrow.

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Zahlreiche Passagiere hatten sich in den sozialen Netzwerken darüber beschwert, in ihrem Flugzeug auf dem Rollfeld festzusitzen. Die Fluggesellschaft British Airways entschuldigte sich bei einer betroffenen Frau und verwies auf den Drohnen-Zwischenfall: Derartige Störungen seien etwas, "was wir nicht unter Kontrolle haben".

Ende Juli waren in Großbritannien neue Regeln in Kraft getreten, mit denen sich Drohnenbesitzer strafbar machen, sobald sich ihre unbemannten Fluggeräte einem Flughafengelände auf weniger als einen Kilometer nähern. Wird gar ein Flugzeug durch die Drohne gefährdet, riskiert der Besitzer eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren.

aar/dpa