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Drohne über London-Gatwick: Airport streicht alle Flüge

Foto: Thomas Hornall/ dpa

Chaos wegen Drohnenflügen Airport Gatwick bleibt vorerst geschlossen

Drohnen über dem Londoner Flughafen Gatwick legen seit Stunden den Airport lahm. Bis Freitagmorgen werden daher keine Flüge starten, teilte Eurocontrol mit. Die unbekannten Störer wurden bisher nicht gefunden.

Großbritanniens zweitgrößter Flughafen steht seit etwa 4 Uhr am frühen Donnerstagmorgen still.

Unbekannte lassen über London-Gatwick Drohnen kreisen, die gefährlich für startende und landende Flugzeuge sein könnten. Der Flugbetrieb ist daher bis zum Freitagmorgen eingestellt, etwa 100.000 Passagiere sind betroffen. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gibt es laut der Polizei keine.

Die Polizei setzt britischen Medienberichten zufolge inzwischen Scharfschützen und einen Helikopter ein, um die Drohnenpiloten ausfindig zu machen.

Zudem hat die Polizei der Region Sussex beim Verteidigungsministerium um Unterstützung durch das Militär gebeten. "Wir werden bewaffnete Kräfte schicken, um ihnen zu helfen, mit den Drohnen am Gatwick Airport umzugehen", sagte ein Sprecher des Ministeriums. Zurzeit werde laut einem Sprecher der Premierministerin Theresa May auch in der Regierung beraten, wie der "ernste Zwischenfall" in Gatwick beendet werden könne.

Die europäische Flugsicherungsagentur Eurocontrol sagte laut der Nachrichtenagentur Reuters, der Flughafen würde bis zum Freitagmorgen um 6 Uhr geschlossen bleiben. Die Behörden lockerten das Nachtflugverbot für einige Flughäfen, damit Flüge umgelenkt werden konnten.

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Gatwick-Chef Chris Woodroofe beschreibt die Drohnen als professionell. Es handele sich um einen "gezielten Versuch", den Flugverkehr zu unterbrechen. "Das ist das Schwierige mit den neuen Drohnen: Je größer sie sind, desto größer ist auch ihre Reichweite. Daher ist es schwierig, die Piloten zu lokalisieren", sagte der Chef der Flughafenpolizei, Justin Burtenshaw.

Dass jemand in der Nähe vom Flughafen Drohnen fliegen lässt, bezeichnete die Premierministerin May als "unverantwortlich und komplett inakzeptabel". Die Regierung habe Mitleid mit all den Passagieren, die von "der beträchtlichen Störung" betroffen seien.

Mit mehr als 45 Millionen beförderten Passagieren im vergangenen Jahr ist Gatwick der siebtgrößte Flughafen in der EU - und der zweitgrößte Großbritanniens, hinter dem europaweiten Spitzenreiter London-Heathrow.

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Der Flughafen Gatwick hatte am Mittwochabend alle Starts und Landungen bis auf Weiteres ausgesetzt, nachdem eine Drohne über dem Flugfeld gesichtet worden war. Viele Passagiere saßen stundenlang in ihren startklaren Maschinen fest, während ankommende Flugzeuge zu - teils Hunderte Kilometer entfernten - Flughäfen umgeleitet wurden.

In den frühen Morgenstunden war der Betrieb kurzzeitig wieder aufgenommen, dann aber erneut gestoppt worden. Mehr als 14 Stunden nach den ersten Drohnensichtungen wurde am Donnerstagvormittag erneut eine Drohne über dem Flugfeld entdeckt.

Ende Juli waren in Großbritannien neue Regeln in Kraft getreten, mit denen sich Drohnenbesitzer strafbar machen, sobald sich ihre unbemannten Fluggeräte einem Flughafengelände auf weniger als einen Kilometer nähern. Wird gar ein Flugzeug durch die Drohnen gefährdet, riskiert der Besitzer eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren.

Auch in Deutschland gelten Drohnenaufstiege und -flüge über einem Flughafengelände als "gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr". Laut der Deutschen Flugsicherung (DFS) wurden bis einschließlich November in diesem Jahr 152 Behinderungen durch Drohnen gemeldet. Im bisherigen Rekordjahr 2017 waren es nur 88 Fälle.

Deutsche Luftverkehrsverbände forderten schärfere Regeln für den Betrieb der unbemannten Flugkörper in Deutschland. "Wir weisen schon seit geraumer Zeit darauf hin, dass wir eine Registrierungspflicht für Drohnen brauchen, damit Verantwortung und Haftung klar zugewiesen werden können", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Matthias von Randow, in Berlin. Das müsse auf europäischer Ebene geregelt werden. Die bislang vorgeschriebene Plakette an der Drohne reiche nicht aus.

Der Flughafenverband ADV verlangt zudem, die Drohnen mit einem System auszustatten, das sie wie Flugzeuge elektronisch sichtbar macht.

abl/dpa/AP/Reuters
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