Flughafen London-Heathrow Britische Regierung genehmigt dritte Startbahn

Die Bagger rollen bald an: Großbritanniens Regierung hat die umstrittenen Pläne für die Erweiterung des Hauptstadtflughafens Heathrow abgesegnet. Die ersten Flieger könnten 2025 von der dritten Startbahn abheben.
Dritte Startbahn in London-Heathrow (Zeichnung)

Dritte Startbahn in London-Heathrow (Zeichnung)

Foto: HANDOUT/ AFP

Die britische Regierung hat Pläne für eine dritte Startbahn am Londoner Flughafen Heathrow gebilligt. Das teilte Verkehrsminister Chris Grayling im Parlament in London mit. Über die Erweiterung von Europas größtem Flughafen muss im Juli noch das Parlament abstimmen. Eine Zustimmung gilt aber als wahrscheinlich.

Der Ausbau des Airports ist seit Jahrzehnten heftig umstritten. Der ehemalige Londoner Bürgermeister und jetzige Außenminister Boris Johnson gilt als vehementer Gegner des Projekts. Er hatte einst angekündigt, er wolle sich "vor die Bulldozer legen", sollten die Pläne in die Tat umgesetzt werden. Nun wurde er überstimmt.

Die Kritiker fürchten vor allem schädliche Folgen für Umwelt und Gesundheit, wenn dort künftig rund 700 Flugzeuge täglich zusätzlich starten und landen. Zudem müssten einer dritten Startbahn Hunderte Wohnhäuser weichen. Sie führen außerdem die Störungen an, die die Bauarbeiten für weite Gebiete im Westen der britischen Hauptstadt bedeuten würden.

Greenpeace: "Wie Zigaretten am Weltgesundheitstag"

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace monierte, die neue Startbahn ausgerechnet am Weltumwelttag zu genehmigen, sei so "als würde man Zigaretten am Weltgesundheitstag verteilen". Die zusätzlichen Starts und Landungen würden die Atmosphäre mit so viel Treibhausgasen belasten wie ansonsten ganze Staaten ausstießen.

Dritte Startbahn in London-Heathrow (Zeichnung)

Dritte Startbahn in London-Heathrow (Zeichnung)

Foto: HANDOUT/ AFP

Britische Wirtschaftsverbände machen sich hingegen seit langem für den Ausbau stark. Die Erweiterung der Kapazitäten und neue Routen seien "entscheidend" dafür, dass Großbritannien auch nach dem Brexit wettbewerbsfähig sei, erklärte der Unternehmerverband CBI.

Die ersten Flieger sollen möglicherweise schon 2025 abheben. Die Kosten für den Ausbau sollen über private Mittel finanziert werden. Medienberichten zufolge wird mit rund 14 Milliarden Britischen Pfund (20,6 Milliarden Euro) für die neue Startbahn gerechnet. Dafür erhofft sich die Regierung Zehntausende neue Jobs und einen langfristigen wirtschaftlichen Schub von etwa 74 Milliarden Pfund.

abl/dpa/AFP
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