Flughafen Madrid Hund irrte elf Tage übers Rollfeld

Einen Finderlohn von 10.000 Euro hatten die Besitzer des Hundes "Snowy" ausgesetzt, den sie am Flughafen Madrid verloren hatten. Nach elf Tagen Hundeleben auf der Rollbahn wurde er gefunden – prompt zogen Herrchen und Frauchen ihr Angebot zurück.


Für ein paar Tage hat ein vermisster Hund ganz Spanien bewegt: Nachdem er elf Tage im Bereich der Rollbahnen des Flughafens Madrid verbracht hatte, konnten Sicherheitskräfte und Tierschützer "Snowy" einfangen. An seinem ersten Geburtstag gaben sie den Jack-Russell-Terrier seinen überglücklichen Besitzern, einem jungen britischen Paar, zurück. Snowy sei angsterfüllt aber wohlauf gewesen, schreibt die spanische Zeitung "El Mundo".

Wiedergefundener Terrier "Snowy": Selbst ein Hundeweibchen konnte den Ausreißer nicht anlocken
AP

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Der weiß-braune Hund war am 31. Januar im Frachtbereich des Flughafens aus seinem beschädigten Transportkäfig entkommen und hatte seitdem im gefährlichen Bereich der Rollbahn gelebt. Landende Flugzeuge in nächster Nähe erschwerten die Rettungsversuche. Der Hund habe sich schnell ans Überleben in der neuen Umgebung gewöhnt, berichtet "El Refugo", eine Organisation für vermisste und misshandelte Tiere. Er habe es geschafft, auf dem scharf kontrollierten Flughafen Verstecke zu finden und Plätze zur Nahrungsbeschaffung entdeckt. Zeitweise lebte er in Tunnelgewölben unter den Rollfeldern.

Die verzweifelten Besitzer setzten prompt eine Belohnung von 10.000 Euro für "Snowys" Rettung aus. Der Hund war mit einem Frachtflugzeug in Madrid eingetroffen, während sie in einer Personenmaschine ankamen.

Bald berichteten große spanische Zeitungen und Fernsehsendungen über die Suche nach dem Hund. Am Samstag schließlich hatte der Suchtrupp - bestehend aus Mitarbeitern des Flughafens und Helfern von "El Refugo" - dann seine Hauptaufenthaltsorte aufgespürt und dort an vielen Ecken Essen hinterlegt, um "Snowys" Vertrauen zu gewinnen – und ihn schließlich mit Betäubungspfeilen zu fangen. Sogar eine Hündin wurde ausgesetzt, um den Abtrünnigen anzulocken – ohne Erfolg.

Nach elf Tagen konnte der Suchtrupp den Hund im Rinnstein am Kopf des Rollfeldes 33-L aufgreifen und in tierärztliche Behandlung übergeben. Die Besitzer waren überglücklich – und zogen prompt ihr übereifriges 10.000-Euro-Gebot zurück. Der Finder werde aber eine "Belohnung" erhalten, sagte das Paar laut der Zeitung "El Pais".

sto/ssu/ap



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