Flughafen-Service Toben in der Abflughalle

Kids-Lounges mit Kino und Bastelecke: Immer mehr deutsche und Schweizer Flughäfen setzen auf Spielspaß in der Wartezeit. Als führend in Sachen Kinderunterhaltung gelten die Flughäfen München und Zürich, das Frankfurter Angebot ist dagegen spärlich.


Spielraum im Flughafen Zürich: Sind die Kinder gut untergebracht, können auch die Eltern entspannen
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Spielraum im Flughafen Zürich: Sind die Kinder gut untergebracht, können auch die Eltern entspannen

München/Zürich - Im "MAC-Kinderland" des Münchener Flughafens werden Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren werktags von 14 bis 20 Uhr und am Wochenende von 11 bis 20 Uhr kostenlos betreut. Die Eltern erhalten gegen eine Kaution eine Uhr mit Piepser und Call-Funktion, die es den Betreuern ermöglicht, jederzeit Kontakt mit ihnen aufzunehmen. Neben 20.000 kleinen Plastikbällen erwarten die jungen Fluggäste auch eine "Rutschenlandschaft", eine Mal- und Bastelecke und ein Kinderkino.

Auch der Hamburger Flughafen hat sein Angebot ausgebaut und bietet seit dem Sommer 2002 nicht mehr nur eine, sondern drei Spielecken an. Die neuen Spielzonen liegen allesamt im Charter-Terminal 1. In der "Kids-Lounge" in Bremen erwarten Kinder bis sieben Jahre diverse Spielsachen und Ruhebetten. Jeweils 40 Quadratmeter groß sind die beiden Kinderparadiese im Terminal C in Hannover, ausgestattet mit Rutschen, Kinderfilmen, Memory- und Geschicklichkeitsspielen.

Der Kinderservice an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt ist gemessen daran eher klein: Zwei Spielzonen, eine davon mit einem Klettergerüst, warten auf Kinder: im Terminal 1 am Verbindungsgang zwischen den Flugsteigen B und C sowie im Terminal 2 in der Halle D.

Spielecken finden sich auch in Nürnberg, Dresden, Leipzig-Halle und Köln-Bonn. Bälle und Videos sollen in der "Kinderburg" am Flughafen Münster-Osnabrück die Zeit vertreiben. Von den drei Flughäfen in der Hauptstadt kann dagegen nur Berlin-Schönefeld einen Kinderspielplatz vorweisen. In Düsseldorf und Stuttgart fehlen Spielplätze und umfassende Serviceeinrichtungen für Kinder völlig.

Besonders stark ausgebaut ist dagegen das Angebot am Flughafen Zürich. In beiden Terminals gibt es eine große "Nursery" zur Kinderbetreuung, eine dritte ist im neuen "Midfield Dock" vorgesehen. Mehr als 15.000 Kinder aus aller Welt werden pro Jahr in Zürich betreut. Früh morgens, wenn Langstreckenjets aus Asien eintreffen, spielen hier Inder, Japaner und Chinesen mit den Bauklötzen oder versuchen ihr Glück bei Geschicklichkeitsspielen. "Nach Fernreisen haben die Kinder einen ungeheuren Bewegungsdrang", sagt eine Mitarbeiterin. Am Mittag kommen die Kinder von Eltern, die auf Anschlussflüge nach Afrika und in die USA warten.

18 Mitarbeiter betreuen in den beiden Einrichtungen die Kleinen. Jedes Kind wird mit seinen Abflugdaten in einen Computer am Empfang eingetragen. "So können wir auf Durchsagen verzichten - und schaffen eine ruhige Atmosphäre, in der auch die Eltern entspannen können," sagt Verena Scheffold von der Flughafen Zürich AG. Die 100 und 120 Quadratmeter großen "Nurseries" gleichen kleinen Wohnungen für Kinder. "Please be silent", steht an der Tür zum Schlafraum, in der sechs bis acht Betten müde Kinder aufnehmen. Im großen Spielzimmer ist Platz zum Toben, im kleinen Spielzimmer wenden sich Multimediaspiele, Maltisch und Puppenhaus an die etwas älteren der kleinen Gäste. An den Wickelplätzen finden sich Geschirr, Besteck und Flaschenwärmer, mit einer Waschmaschine und Trockner ist das Bad für etwaige Bekleidungsprobleme gerüstet. Zwei Vorratsschränke sind gefüllt mit Windeln, Wundcremes, Gläschen- und Flaschennahrung, Schnuller und einer kleinen Apotheke, die den Eltern kostenlos zur Verfügung steht.

Von Hilke Maunder, gms



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