Flughafenbetreiber Wegfall von Sicherheits-Checks lässt auf sich warten

Fluggäste müssen vorerst weiter genug Zeit für das Umsteigen einplanen: Der vom EU-Parlament verabschiedete Wegfall von Kontrollen wird laut Flughafenbetreibern erst in mehreren Jahren umgesetzt. Bezweifelt wird zudem der Zeitgewinn für Passagiere durch die neue Regelung.


Berlin/Frankfurt am Main - Bis Flugpassagiere von vereinfachten Sicherheits-Checks an Flughäfen profitieren können, wird es noch dauern: Denn bis die neue EU-Verordnung umgesetzt ist, könnten noch Jahre vergehen, sagte Holger Kraft von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) in Berlin.

Sicherheitscheck am Flughafen: Auch Staaten außerhalb der EU müssen Erleichterung mittragen
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Sicherheitscheck am Flughafen: Auch Staaten außerhalb der EU müssen Erleichterung mittragen

Das EU-Parlament hatte gestern beschlossen, dass es bei Flügen zwischen der EU und sogenannten sicheren Drittstaaten künftig nur noch eine Sicherheitskontrolle geben soll. Der Beschluss des EU-Parlamentes sieht vor, dass Fluggäste, die von Flughäfen mit vergleichbar hohen Sicherheitsstandards wie in der EU kommen, beim Umsteigen innerhalb der EU nicht erneut durch die Sicherheitskontrollen müssen. Bisher müssen etwa Passagiere aus Los Angeles, die in Frankfurt am Main zu einem Flug nach Berlin umsteigen, noch einmal durch den Sicherheits-Check gehen. Das soll sich ändern.

Die neue Verordnung wird laut Kraft voraussichtlich in zwei bis drei Wochen gültig sein. Sie müsse dann in spätestens 24 Monaten umgesetzt werden. In ihr werde zum Beispiel festgelegt, welche Sicherheitskriterien die "Drittstaaten" erfüllen müssen. Die Verhandlungen mit den Drittstaaten, also beispielsweise mit den USA, könnten entsprechend noch deutlich länger dauern.

Mehr Komfort, aber kein Zeitgewinn

Ob das Umsteigen von einem Flieger in den anderen dann tatsächlich schneller geht als heute, sei jedoch fraglich, sagt Wolfgang Schwalm, Sprecher der Flughafengesellschaft Fraport. In Frankfurt am Main beträgt die Mindestumstiegszeit in der Regel 45 Minuten. In dieser Zeit könne der Flughafen den Gepäcktransport von einer Maschine zur anderen gewährleisten. Die zusätzlichen Sicherheitskontrollen spielten beim Festlegen der Umsteigezeiten nur eine untergeordnete Rolle. "Die neuen Regeln werden vor allem den Komfort erhöhen", sagte Schwalm.

Letztlich entscheide die einzelne Fluggesellschaft, wie viel Zeit für einen Umstieg eingeplant werden muss. Passagiere sind also gut beraten, sich beim Ticketkauf bei ihrer Airline zu erkundigen.

dpa-tmn



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