Flugreisen Gravierende Mängel bei Onur-Air-Jets festgestellt

Vorwürfe der niederländischen Behörden zeigen: Das von fünf europäischen Ländern verhängte Einflugverbot für Jets des türkischen Charterfliegers Onur Air hatte offenbar gravierendere Hintergründe als bislang bekannt.


Hamburg - Zu diesem Schluss kommt der renommierte Münchner Brancheninformationsdienst "Flugpost". Bereits kurz nach dem Entzug der Start- und Landeerlaubnis in Deutschland, Frankreich, der Schweiz, Belgien und den Niederlanden spekulierten Luftfahrtexperten über abgefahrene Reifen und mangelnde Wartungsarbeiten an den Onur-Jets.

Während das heimische Luftfahrtbundesamt genauere Angaben zu den Sicherheitsmängeln verweigert, zeigten sich die niederländischen Behörden gegenüber dem Fachblatt offenbar auskunftsfreudiger. Auslöser für die Sperre war dort ein Vorfall am 10. Mai, bei dem ein Airbus A310 von Antalya mit defekter Schubumkehr Richtung Holland startete. Einige Tage zuvor musste ein Onur-Jet am Amsterdamer Flughafen Schiphol kurzfristig umkehren, weil Triebwerksprobleme auftraten.

Die Niederländer werfen der türkischen Airline zudem vor, angemietete Lockheed-Tristar-Jets einer jordanischen Firma mit Sitz in Gibraltar eingesetzt zu haben, die in Sierra Leone und Kirgisien zugelassen wurden und erhebliche Sicherheitsmängel gehabt haben sollen. Onur Air weist die Vorwürfe zurück und betont, dass die Pannen teilweise durch unglückliche Umstände wie eine lose Schraube auf der Rollbahn verursacht und jeweils umgehend behoben wurden. Das Unternehmen befördert Türkei-Urlauber unter anderem für deutsche Reiseveranstalter wie Frosch- Touristik, Alltours oder Neckermann.



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.