Flugsicherheit EU-Parlament will Sky-Marshals an die Kandare nehmen

Die Sky-Marshals bleiben weiter umstritten. Zwar wollen auch die EU-Staaten Passagierflugzeuge künftig durch die bewaffneten Sicherheitsbeamten vor Terroristen und anderen Gewalttätern schützen. Doch das EU-Parlament verlangt strenge Vorschriften.


Straßburg - Sky-Marshals sollen nach einer Entscheidung des EU-Parlaments nur unter strengen Auflagen an Bord europäischer Flugzeuge gelassen werden. Nach den gestern in erster Lesung verabschiedeten Regeln sollen sie nur dann zum Einsatz kommen, wenn ein hohes Risiko eines Terrorangriffs besteht. Bewaffnet dürften sie nur sein, wenn dies sowohl vom Abflugsland als auch vom Zielland genehmigt wurde. Der Einsatz der Sicherheitskräfte müsste zudem von allen Staaten entlang der Flugroute genehmigt werden.

Die geplante Verordnung sieht außerdem detaillierte Vorgaben für die Zulassungs- und Sicherheitskontrollen vor, etwa für die Durchsuchung der Fahrgäste. Die zusätzlichen Kosten sollen je zur Hälfte durch Aufschläge auf die Tickets und durch die EU-Mitgliedsstaaten finanziert werden. "Damit müssen die Fluggäste nicht allein zahlen", sagte der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP), Georg Jarzembowski (CDU).

Die Vorlage geht nun an den Ministerrat, denn die EU-Mitgliedstaaten müssen den Regeln zustimmen.

In den USA werden Sky-Marshals bereits seit 1961 zum Schutz von Passagierflügen eingesetzt. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 forderte die US-Regierung, bei Transatlantikflügen sollten auch europäische Fluggesellschaften bewaffnete Sicherheitskräfte in Zivilkleidung an Bord nehmen.

har/ap/afp



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