Flugverspätungen Spanische Lotsen melden sich massenhaft krank

In Spanien werden Fluglotsen rar: Mitten in der Hochsaison meldet sich das Personal im Flughafen-Tower in großer Zahl krank und sorgt so für Verspätungen. Die Flughafenbehörde vermutet einen verkappten Streik.


Madrid - Auf spanischen Flughäfen kommt es zu Verspätungen wegen Personalmangel: Allein auf dem Flughafen von Barcelona meldeten sich am Montag auf einen Schlag 18 Lotsen krank, teilte die staatliche Flughafenbehörde Aena mit. Ein Drittel des Personals im Tower fiel damit aus. Starts und Landungen waren bis zu zwei Stunden verspätet.

Von Barcelona aus wird auch der Luftverkehr auf Mallorca und den übrigen Balearen-Inseln kontrolliert. Dort mussten am Wochenende bereits Tausende Passagiere wegen krankgemeldeter Lotsen Verzögerungen von durchschnittlich einer Stunde hinnehmen.

Aena spricht von einem verkappten Streik und wirft den Lotsen vor, Krankheitsfälle vorzutäuschen, um die Flughafenverwaltung wegen der seit Jahren stockenden Tarifverhandlungen unter Druck zu setzen.

Die Lotsengewerkschaft USCA weist die Beschuldigungen zurück. Der Krankenstand habe zugelegt, weil es nicht genügend Personal gebe und die Lotsen dadurch unter zusätzlichem Stress litten. Zudem seien die Dienstpläne schlecht gemacht. Verkehrsminister José Blanco kündigte Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft gegen die Losten an. "Ihr Verhalten schadet der spanischen Wirtschaft und den Fluggesellschaften."

Verkehrsministerium und Fluglotsen streiten sich schon seit dem Auslaufen des Tarifvertrags im Jahr 2004. Seither hat es in den Verhandlungen kaum Fortschritte gegeben. Im Februar hatte die Regierung einige der Privilegien der knapp 2400 Lotsen beschnitten. Sie müssen nun länger arbeiten und bekommen weniger Überstunden bezahlt.

Spaniens Lotsen gehören zu den bestbezahlten weltweit. Ihr Durchschnittsverdienst liegt bei rund 200.000 Euro im Jahr.

abl/dpa



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