Flugzeugbrand Hightech-Löschfahrzeug erhöht Überlebenschancen

Als erster großer Flughafen in Deutschland setzt Stuttgart ab sofort eine aus den USA importierte Löschtechnik ein. Die Löschfahrzeuge haben Titan-Stacheln, mit denen sie die Außenhaut von brennenden Flugzeugen durchstoßen und Wasser in die Kabine pumpen können.


Löschfahrzeug "Snozzle": Mit Teleskoparm und Titan-Stachel ausgerüstet
AP

Löschfahrzeug "Snozzle": Mit Teleskoparm und Titan-Stachel ausgerüstet

Stuttgart - Ein Brand in der Flugzeugkabine, Rauch und Hitze - ein Alptraum für jeden Fluggast. Eine neue Löschtechnik, die der Stuttgarter Flughafen vorstellte, soll die Überlebenschancen von Passagieren in solchen Notfällen erheblich erhöhen. Dazu seien zwei neue Löschfahrzeuge mit Gelenklöscharmen und so genannten Löschlanzen ausgerüstet worden.

Die Löschlanzen können mit Druck die Flugzeugaußenhaut durchstoßen. Kleine Öffnungen in der Spitze geben Wasser fein verteilt ab, so dass ein Brand gelöscht, die Temperatur im Innenraum gesenkt und giftiger Rauch gebunden werden kann. Die Erstickungsgefahr werde dadurch erheblich gesenkt. Der Löscharm kann pro Minute 3800 Liter Wasser ausstoßen. Über eine Kamera erhalten Feuerwehrmännern ständig Informationen über die Lage im Flugzeug.

Die so genannte Snozzle-Technik wurde nach Flughafenangaben in den USA entwickelt, wo auf allen größeren Verkehrsflughäfen entsprechend ausgerüstete Löschfahrzeuge vorgeschrieben sind. Der Flughafen Stuttgart nimmt die ersten beiden je eine Million Euro teuren Fahrzeuge in Dienst, zwei weitere folgen im Juni kommenden Jahres. In Deutschland existieren bisher nur zwei Exemplare auf kleineren Flughäfen, in Münster-Osnabrück und Friedrichshafen.



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