Rekordjahr 2017 Nie war das Fliegen so sicher

Immer mehr Menschen fliegen - und immer weniger Menschen kommen dabei ums Leben. In dieser Hinsicht war 2017 ein Rekordjahr.
Flugzeug startet vom Frankfurter Flughafen in den Sonnenuntergang (Archiv)

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Daniel Reinhardt/ picture alliance / dpa

2017 war das sicherste Jahr in der Geschichte der gewerblichen zivilen Luftfahrt: Obwohl die Zahl der Passagiere stark wuchs, sank die Zahl der Todesfälle auf einen Tiefstand, wie das niederländische Aviation Safety Network mitteilte.

In Europa blieben große tödliche Flugzeugunglücke sogar völlig aus. Unglücke mit Militärmaschinen oder kleineren Flugzeugen mit unter 14 Passagiersitzen flossen in die Statistik nicht mit ein.

Der Boom in der zivilen Luftfahrt ist ungebrochen: Jährlich gibt es nach Angaben des Aviation Safety Network weltweit schätzungsweise mehr als 3,7 Milliarden Flugpassagiere. Die Uno-Luftfahrtorganisation ICAO geht inzwischen sogar von mehr als vier Milliarden Passagieren aus. Und für 2025 wird bereits die Neun-Milliarden-Marke angepeilt.

Laut Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) lag die statistische Wahrscheinlichkeit, durch einen Flugzeugabsturz ums Leben zu kommen, in den Siebzigerjahren durchschnittlich bei eins zu 264.000 und im Jahr 2017 bei rund eins zu 127,5 Millionen. Der Verband teilte mit: "Fliegen war 2017 etwa 482-mal sicherer als in den Siebzigerjahren."

Die Unfallforscher des Aviation Safety Network registrierten bis Silvester weltweit neun tödliche Flugzeugunglücke mit insgesamt 67 Toten, so wenige wie nie zuvor. 32 der Opfer waren an Bord der Maschinen, weitere 35 starben am Boden. Wie das niederländische Privatbüro am Sonntag mitteilte, gab es 2017 überhaupt keine tödlichen Unglücke mit großen kommerziellen Passagiermaschinen.

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Allerdings spiegeln solche Unfalllisten nicht alleinig das Sicherheitsniveau der Branche wider. Denn es gab auch 2017 immer wieder gefährliche Zwischenfälle, die nur mit Glück nicht in einer Katastrophe endeten. Zudem kommen neue Bedrohungen hinzu - etwa die Cyber-Kriminalität, die auch die Luftfahrt ins Visier nimmt.

"Gerade im Bereich Security, also bei der Abwehr gezielter äußerer Gefahren, steigen die Anforderungen immer weiter an", sagte BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow. Um das hohe Maß an Sicherheit in der Luftfahrt auch in Zukunft zu gewährleisten, forderte er eine bessere Zusammenarbeit der zuständigen Behörden mit den Luftverkehrsunternehmen.

Auf Sicherheitsprobleme anderer Art wies im September die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hin. "An den Flughäfen haben wir ein Zuständigkeitswirrwarr verschiedenster Akteure von staatlichen Stellen und Privatfirmen", hatte GdP-Luftsicherheitsexperte Arnd Krummen erklärt.

Er forderte die Politik dazu auf, ein einheitliches Sicherheitskonzept aus einer Hand umzusetzen: Eine neu zu gründende Bundesanstalt für Luftsicherheit sollte sämtliche Zuständigkeiten in dem Bereich bündeln und bundesweit für einheitliche Standards sorgen.

lov/dpa
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