Frankreich Algenpest erreicht Bretagne früher als üblich

In der Bretagne mussten Tausende Tonnen Algen am Strand eingesammelt werden. Die Gase der verrottenden Pflanzen können schwere Gesundheitsschäden auslösen - und schrecken Strandurlauber ab.


Paris - Viel Sonne und wenig Wind haben die Algenpest in der Bretagne in diesem Jahr besonders früh ausbrechen lassen. Seit Beginn des Jahres seien bereits 7600 Tonnen Algen an der Nordküste der Bretagne eingesammelt worden, berichtete die Zeitung "Libération".

Die Algen an sich sind nicht giftig, aber wenn sie massenweise am Strand verrotten, entstehen gesundheitsschädliche Gase. Insbesondere die Tourismusindustrie fürchtet um das Image der Urlaubsregion und betreibt immer mehr Aufwand, um die Strände zu säubern.

Nach Ansicht von Experten ist vor allem die intensive Schweinezucht in der Region für die Algenpest verantwortlich: Der Schweinemist wird als Dünger verwendet. Auf diese Weise werden Nitrate ins Meer geschwemmt, die die Entwicklung der Algen fördern. Die Regierung will innerhalb von fünf Jahren 143 Millionen Euro einsetzen, um das Problem zu bekämpfen. Im vergangenen Jahr brachten Experten den Tod eines Lastwagenfahrers, der Algen abtransportiert hatte, mit den schädlichen Gasen des Algenteppichs in Verbindung.

sto/dpa



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