Flughafen Charles de Gaulle Frankreich kontrolliert Flugpassagiere aus Ebola-Gebieten

Auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle wird Passagieren aus Ebola-Gebieten künftig die Körpertemperatur gemessen. Auch an anderen europäischen Airports greifen Sicherheitsmaßnahmen.

Charles-de-Gaulle-Flughafen: Ab Samstag Kontrollen auf Ebola-Fieber
REUTERS

Charles-de-Gaulle-Flughafen: Ab Samstag Kontrollen auf Ebola-Fieber


Paris - Frankreich will von Samstag an alle Passagiere von Flügen aus Ebola-Gebieten kontrollieren. Ein Ärzteteam werde die Passagiere direkt nach der Landung untersuchen, sagte Gesundheitsministerin Marisol Touraine im französischen Sender LCI. Noch vor Eintritt in das Flughafengebäude soll die Temperatur der Passagiere gemessen werden.

Betroffen davon sind rund 20 Flüge wöchentlich zwischen Conakry in Guinea und dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle. Guinea ist das letzte Land der von Ebola besonders betroffenen Gebiete in Westafrika, das von Frankreich aus direkt angeflogen wird. Flüge nach Sierra Leone hatte die Fluggesellschaft Air France-KLM im August auf Empfehlung der Regierung in Paris vorläufig eingestellt.

Präsident François Hollande hatte die Kontrollen zuvor in einem Gespräch mit US-Präsident Barack Obama, Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem britischen Premierminister David Cameron und dem italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi angekündigt.

Auch Tschechien hat Ebola-Kontrollen an seinen Flughäfen angekündigt. Alle Ankömmlinge am Prager Flughafen müssen ab kommendem Montag einen Fragebogen ausfüllen, teilte Ministerpräsident Bohuslav Sobotka am Mittwoch in Prag mit. Direkte Flüge von Tschechien in die von dem tödlichen Virus betroffenen afrikanischen Länder gibt es derzeit nicht. Die Maßnahme betrifft Passagiere, die zuvor an internationalen Drehkreuzen umgestiegen sind.

Kontrolle auch von Eurostar-Passagieren

Seit Dienstag werden schon an Europas größtem Flughafen London-Heathrow gesonderte Ebola-Kontrollen vorgenommen. Die ersten Passagiere, die mit indirekten Flugverbindungen aus Westafrika in Großbritannien landeten, mussten dabei Fragen zu ihren Reisedaten und Kontakten beantworten. Außerdem wurde die Temperatur von Ankömmlingen aus Liberia, Guinea und Sierra Leone gemessen.

Geplant ist laut BBC die Ausweitung des Ebola-Screenings auf Passagiere am Flughafen Gatwick und auf Reisende, die mit dem Eurostar aus Frankreich ankommen.

Seit der vergangenen Woche denkt die Europäische Union (EU) darüber nach, verschärfte Kontrollen an europäischen Flughäfen für Reisende aus Westafrika einzuführen, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Das Thema soll bei der Ratssitzung der EU-Gesundheitsminister am Donnerstag in Brüssel erörtert werden.

Die USA haben bereits angekündigt, Fluggäste aus den vom Ebolavirus betroffenen afrikanischen Ländern an einigen Flughäfen auch "Entry Screenings" zu unterziehen. Dabei werden laut einem Informationsblatt der Gesundheitsbehörde CDC die Passagiere unter anderem befragt, um das Risiko einer Erkrankung festzustellen. Außerdem wird bei ihnen Fieber gemessen, und sie werden auf andere Symptome von Ebola untersucht.

abl/dpa

insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
xy01z 16.10.2014
1. Endlich passiert mal was
Nur Mutti kommt nicht aus dem Knick weil so was in Deutschland ja einfach nicht möglich ist. Ich finde es eine Unverschämtheit wie hier mit der Gesundheit der Bevölkerung Roulette gespielt wird.
1976er 16.10.2014
2. Geht doch
Super Maßnahme!!!!! Und warum macht Deutschland da wieder nicht mit???
maka90 16.10.2014
3. Quarantäne
Es ist flasch verstandenen Menschlichkeit, wenn nicht alles, aber wirklich alles daran gesetzt wird, dass sich diese Pest nicht weiter ausbreitet. in Ebolagebieten vor dem Abflug, der Reise auf dem Schif oder auf dem Land müssen Grenzquarantänen eingerichtet werden. Alle Ausreisewillige inklusive westliche Helfer müssen nachgewiesen haben, dass sie nicht Ebola infiziert sind. Man muss auch aufhören irgendewelche Menschen bei uns zu behandeln, es ist ungerecht, unethisch und unbeherrschbar gefährlich.
rakoge 16.10.2014
4.
Zitat von xy01zNur Mutti kommt nicht aus dem Knick weil so was in Deutschland ja einfach nicht möglich ist. Ich finde es eine Unverschämtheit wie hier mit der Gesundheit der Bevölkerung Roulette gespielt wird.
ausser von Nigeria, wo meines Wissens praktisch keine Ebolafälle sind, gibt es keine Direktflüge aus den betroffenen westafrikanischen Ländern nach Deutschland. Direktflüge in diese kleinen Länder kommen nur von den ehemaligen Kolonialmächten und in Falle von Liberia auch die USA. Aber Hauptsache "Mutti"-Bashing wenn einem sonst nichts mehr einfällt. Vielleicht könnte SPON mal den Begriff Mutti in einem seriösen Forum verbieten, das kotzt mich mittlerweile an wie der Begriff missbraucht wird.
lordbucki 16.10.2014
5. Nutzen?
Was soll das bringen? Ebola hat eine durschnittliche Inkubations-Zeit von 8-10 Tagen. Mit Fiebermessen kommt da nicht weit. Quarantäne und Einreisestopp sind die einzigen wirksamen Mittel.
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