Neuer Themenpark im Elsass "Der kleine Prinz" für Schwindelfreie

Für Fans von Antoine de Saint-Exupéry gibt es eine neue Pilgerstätte: Im Elsass öffnet der erste Themenpark zum "Kleinen Prinzen", seinem bekanntesten Werk. Der französische Autor war Pilot - und schwindelfrei sollten auch die Park-Besucher sein.

AFP

Die Macher des ersten Themenparks zum "Kleinen Prinzen", der Hauptfigur aus Antoine de Saint-Exupérys gleichnamiger Erzählung, wollen hoch hinaus: Die Hauptattraktionen des "Parc du Petit Prince", der in diesen Tagen im Elsass eröffnet wird, sind Fesselballons.

Auf dem 24 Hektar großen Gelände nahe Ungersheim, etwa 15 Kilometer von Mulhouse und Colmar entfernt, blicken schwindelfreie Besucher in zwei Exemplaren aus 150 Metern Höhe auf die Landschaft der Vogesen und der Rheinebene. Oder sie genehmigen sich einen Höhenflug an der "Aerobar" des Parks: Dort können Durstige in 35 Metern Höhe ein Getränk zu sich nehmen.

Errichtet wurde die Anlage, die seit dem 1. Juli für ein Teilpublikum zugänglich ist und am 12. Juli offiziell und in Anwesenheit von Saint-Exupérys Großneffen eröffnet wird, auf dem Gelände des pädagogischen Freizeitparks Bioscope. Dieser musste 2012 nach sechs erfolglosen Jahren schließen. Mit einem Schuldenberg von rund 28 Millionen Euro.

Das Gelände wurde völlig umgestaltet, die Investitionen dafür beziffert Aerophile, die Betreibergesellschaft des neuen Parks, auf rund elf Millionen Euro. Die Verantwortlichen sind zuversichtlich, dass die Mühen sich auszahlen werden und der "Parc du Petit Prince" auch ein kommerzieller Erfolg wird: Man hofft auf 80.000 Besucher in diesem Jahr und anschließend auf jährlich rund 150.000 Gäste. Die Karten kosten 22 Euro und für unter Zwölfjährige 16 Euro.

Füchse, Schafe und ein Rosenhain

"Unsere Zielgruppe sind Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren und Erwachsene, die sich an ihre Kindheit erinnern", sagt Geschäftsführer Jérôme Giacomoni. "Der Kleine Prinz" sei mehr als nur ein Markenzeichen, sagt Giacomoni. Das Buch sei schließlich in 285 Sprachen übersetzt und weltweit rund 150 Millionen Mal verkauft worden.

Neben den Heißluftballons beherbergt der Park unter anderem auch lebende Füchse und Schafe, also die Tiere, die auch im Leben der fiktiven Figur eine wichtige Rolle spielen. Ein Rosenhain erinnert an die Liebe des Prinzen zu seiner Rose, der er nachtrauert. Ein echter Doppeldecker, wie ihn Autor und Pilot Saint-Exupéry auf seinen Flügen benutzte, lädt Kinder zum Spielen ein. Genau an der Stelle, wo der Park sich befindet, soll einst ein Meteorit eingeschlagen sein.

Eröffnet wird der Park rechtzeitig vor Saint-Exupérys 70. Todestag. Der Pilot war am 31. Juli 1944, rund neun Monate vor Ende des zweiten Weltkriegs, von Marseille aus zu einem Aufklärungsflug gestartet und nicht wieder zurückgekommen. Erst im Jahr 2000 wurden Reste seines Flugzeugs nahe Marseille am Grund des Mittelmeers gefunden.

Im März 2008 sagte der ehemalige Pilot der deutschen Luftwaffe und spätere Sportreporter beim ZDF, Horst Rippert, er habe das Flugzeug abgeschossen. "Wenn ich gewusst hätte, dass das Saint-Exupéry war, hätte ich niemals geschossen, niemals", beteuerte er später. Der Franzose sei einer seiner Lieblingsautoren gewesen.

emt/AFP



insgesamt 11 Beiträge
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spon-facebook-10000361488 03.07.2014
1. Keine Heißluft- sondern Fesselballons!
Es handelt sich hier offensichtlich um Fesselballons und nicht um Heißluftballons.
licorne 03.07.2014
2. Nächste Pleite
Das Bioscope war von Anfang an ein Flop. Da sind auch viele Steuergelder geflossen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein paar Kilometer vom erfolgreichen Europapark entfernt überhaupt jemand eine Chance hat, einen Themenpark zu betreiben.
emantsol 03.07.2014
3. Heißluftballons
Heißluftballons? Wirklich? Die sehen nicht so aus. Gas-Ballons? Vielleicht weiss jemand mehr!?
J'y vais 03.07.2014
4. L'Écomusée
Wen es nach Ungersheim verschlägt, der sollte unbedingt das Écomusée besuchen - das ist Elsass pur. Und als Museumsfreak weiter nach Mulhouse. Dort unbedingt das Automuseum (der Gebrüder Schlumpff), Eisenbahnmuseum (nicht schlecht), Électropolis (nett), und das Stoffmuseum (nett für die Mädels - oder für Volkswirtschaftler, da die Webe- und Stoffindustrie erheblich zum elsässischen Wohlstand beigetragen haben). Oder einfach wie immer: deutsche Autobahn A5 bis Neuenburg/Chalampé und dann weiter auf der französischen A35 Richtung S Ü D E N.
ag999 03.07.2014
5.
Zitat von J'y vaisWen es nach Ungersheim verschlägt, der sollte unbedingt das Écomusée besuchen - das ist Elsass pur. Und als Museumsfreak weiter nach Mulhouse. Dort unbedingt das Automuseum (der Gebrüder Schlumpff), Eisenbahnmuseum (nicht schlecht), Électropolis (nett), und das Stoffmuseum (nett für die Mädels - oder für Volkswirtschaftler, da die Webe- und Stoffindustrie erheblich zum elsässischen Wohlstand beigetragen haben). Oder einfach wie immer: deutsche Autobahn A5 bis Neuenburg/Chalampé und dann weiter auf der französischen A35 Richtung S Ü D E N.
Die Haut-Koenigsbourg und der Affenpark direkt unterhalb des Berges sind auch noch zu empfehlen.
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