Freya Hoffmeister aus Husum Rekord-Kajakerin will Nordamerika umpaddeln

Australien und Südamerika? Schon geschafft. Nun will Freya Hoffmeister aus Husum den nordamerikanischen Kontinent umpaddeln. Dort wird sie auf Grizzlys und Eisbären treffen - doch das schockt sie nicht.

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Mehr als 50.000 Kilometer hat Freya Hoffmeister bislang auf ihren abenteuerlichen Touren allein und im Seekajak zurückgelegt. Ihre nächste Reise soll alles noch einmal toppen. Im März dieses Jahres will die 52-Jährige aus Schleswig-Holstein mit der Umrundung des nordamerikanischen Kontinents beginnen.

Acht bis zehn Jahre plant sie für die Gesamtstrecke ein. "Es können auch zwölf werden, je nachdem, wie meine persönlichen Verhältnisse sich entwickeln und meine physischen Konditionen."

Wenn sie ihr Ziel erreicht habe, werde sie ungefähr 60 Jahre alt sein. "Ich weiß nicht, ob mein alternder Körper die Herausforderung durchhalten wird - aber ich glaube schon", sagt sie.

Nordamerika ist nicht die erste extreme Reise von Freya Hoffmeister. 2007 paddelte sie in 33 Tagen um Island herum, 2009 dann ihr erster Kontinent in Rekordzeit: Die 18.000 Kilometer um Australien herum schaffte sie in elf Monaten als schnellster Mensch. Und 2011 startete die Geschäftsfrau aus Husum als erster Mensch überhaupt die Umrundung Südamerikas. Für die 27.000 Kilometer und 13 Länder brauchte sie 30 Monate.

"Ich bin eine Sportlerin, und keine Abenteurerin", sagt sie. Doch Abenteuer kommen bei den außergewöhnlichen Reisen der Extrem-Paddlerin von selbst - auch lebensgefährliche.

Im Mündungstrichter des Amazonas wurde sie zum Beispiel von der gefürchteten "Pororoca"-Welle überrascht und aus ihrem Kajak herausgespült. Die Tidewelle erreicht im Extremfall bis zu fünf Meter Höhe und ist an Engstellen bis zu 65 km/h schnell. Und bei der Umrundung von Kap Hoorn kämpfte Hoffmeister bei vier bis fünf Meter hohen Wellen gegen einen schweren Sturm mit Orkanböen an, der sie in die Antarktis zu treiben drohte.

Reisegeschwindigkeit: Schritttempo

Auch Nordamerika ist noch nie von einem Kajakfahrer umrundet worden. Freya Hoffmeister hat das Mammutprojekt in zwei Halbkreise geteilt: Startpunkt ist jeweils Seattle, das Ziel New York - zuerst im Uhrzeigersinn, und danach entgegen ihn. "Die nördlichen Abschnitte sind nur ein paar Monate im Jahr eisfrei: Wenn ich nur in eine Richtung paddeln würde, würde sich die Umrundung um mehrere Jahre verlängern", erklärt die Paddlerin.

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Freya Hoffmeister: Die Welt in einem Kajak

Natürlich könnte es auch schneller gehen, aber "ich bin keine ehrgeizige Sprint-Sportlerin, sondern will die Landschaft genießen". Ihr Kajak bringt voll beladen mit Ausrüstung und Lebensmitteln rund hundert Kilo auf die Waage. Ihre Reisegeschwindigkeit ist daher Schritttempo.

Aufgeteilt hat sie die Umrundung in Blöcke von drei bis fünf Monaten Reisezeit. Dazwischen geht es immer wieder zurück nach Husum. Denn "ich habe einen Partner, einen Sohn und zwei Geschäfte, um die ich mich kümmern muss". Hoffmeister betreibt in ihrer Heimat zwei Eisdielen.

"Ein Opfer will ich nicht sein"

Die nun geplante Kontinentumrundung wird Hoffmeister auch mit für sie neuen Gefahren konfrontieren, zumindest im Norden. Dort leben "Bären in allen Pelzfarben": der Schwarz- und Braunbär, der Grizzly und der weiße Eisbär. "Der ist besonders unangenehm", sagt sie. Angst habe sie jedoch nicht. "Dann würde ich nicht losfahren. Denn Angst macht dich zum Opfer, und Opfer will ich nicht sein."

Weiter südlich erwartet sie dann wieder "Business as usual", wie sie sagt. Da habe sie nicht so viele Sorgen. "Ich bin von Haus aus mental stark gebaut, und die Erfolge haben mich nicht schwächer gemacht", sagt Hoffmeister.

Ihr Erfolgsrezept: "Auch scheinbare Misserfolge habe ich so hingebogen, dass sie letztendlich doch ein Erfolg waren." Zum Beispiel, wenn man nicht am geplanten Tag am Ziel ankommt. "Dann kommt man halt am nächsten Tag an und freut sich, dass man was zu erzählen hat - es wäre ja sonst eine langweilige Geschichte, wenn nichts passiert wäre."

Wolfgang Runge/dpa/jus



insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
1989er 18.01.2017
1. net schlecht
Juhu, endlich mal ein Forum, wo ich auch mitreden darf! Eisdielen und Arktis passt doch gut zusammen. Ist aber schon ein recht extremes Hobby.
herr wal 18.01.2017
2.
Ich würde gerne noch etwas mehr über die Etappe durch den Panama-Kanal erfahren. Ist das nicht gefährlich zwischen den ganzen großen Riesenpötten ? Ich hab mal in Hamburg welche gesehen, da kam ich mir im Kajak ganz winzig daneben vor.
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