Gästebetreuung immer schwieriger Reiseveranstalter bitten Touristen um Rückflug

Die Reiseveranstalter haben immer größere Schwierigkeiten mit der Betreuung der Touristen, die ihren Urlaub in den Katastrophengebieten in Südostasien unbeirrt fortsetzen. Sie appellierten an die Urlauber, mehr Rücksicht auf Flutopfer und ihre Helfer zu nehmen - und nach Hause zu fliegen.


Touristen in Phuket nach der Flutwelle: Reiseleitet überlastet durch Katatstrophenhilfe und Gästebetreuung
AFP

Touristen in Phuket nach der Flutwelle: Reiseleitet überlastet durch Katatstrophenhilfe und Gästebetreuung

Hamburg/Köln - Es gebe berechtigte Kritik an Touristen, die ihren Urlaub auch in den zerstörten Regionen unverändert fortsetzen wollten, sagte Tobias Jüngert, Sprecher des deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalterverbandes, gegenüber dem Nachrichtensender n-tv.

"Es gibt Regionen in den betroffenen Ländern, die nicht direkt durch die Folgen der Flutkatastrophe betroffen sind. Hier gibt es zunächst keinen Grund, abzureisen. Es gibt aber berechtigte Kritik auch an deutschen Touristen, die unmittelbar in den betroffenen Regionen in Hotels sind und sich weigern, abzureisen", sagte Jüngert. "Hier appellieren wir an die Vernunft und an das Verständnis der Touristen, sich richtig zu verhalten."

Jüngert gab zu bedenken, dass Urlauber vor Ort in bestimmten Situationen nicht mehr angemessen betreut werden oder sogar stören könnten. "Man muss sich die Situation vor Ort so vorstellen: Die Betreuer und Hotelpersonal sind seit Sonntag im Einsatz. Viele von ihnen waren selbst in den Fluten. Sie wurden mitgerissen oder haben unter den Vermissten selbst Kollegen, Freunde und Verwandte (...)." Ihnen solle nun "auferlegt werden, sich auch noch mit Touristen, die nicht abreisen wollen, zu beschäftigen - das ist wirklich nicht mehr nachvollziehbar", mahnte Jüngert. Alle Kunden deutscher Reiseveranstalter, die transportfähig waren und zurückreisen wollten, seien zurück nach Deutschland gebracht worden.



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