Proteststurm im Internet Gästehaus fordert 500 Dollar für jede schlechte Bewertung

Diese Rechnung ging nicht auf: Die Besitzer eines Gästehauses im US-Bundesstaat New York hatten ihren Gästen mitgeteilt, dass sie für jede schlechte Bewertung 500 Dollar Strafe zahlen müssen. Dafür werden sie im Netz beschimpft.
Die Website des Union Street Guest Houses: Noch vor kurzem stand hier die Drohung, dass pro schlechter Bewertung 550 Euro Strafe fällig werden.

Die Website des Union Street Guest Houses: Noch vor kurzem stand hier die Drohung, dass pro schlechter Bewertung 550 Euro Strafe fällig werden.

Die Besitzer des Union Street Guest House in Hudson im Bundesstaat New York wollten genau das verhindern, was jetzt eingetroffen ist: Ihr Gästehaus bekommt derzeit einen gewaltigen Shitstorm im Internet ab. Leute aus der ganze Welt bewerten die Unterkunft auf Hotel-Portalen wie Yelp schlechtestmöglich.

Auf der Facebook-Seite des Hotels ist die Kritik am härtesten. Hier geben User seit Stunden nur einen von fünf möglichen Sternen ab, die für Qualität stehen. Die Kommentare dazu sind vernichtend: "Bee Mags" etwa schreibt: "Ich war dort. Das Zimmer roch nach Kot." Und "Heat-Her Bugsy" fordert: "Alle sollten hier schlechte Bewertungen abgeben, damit diese schamlosen Menschen ihr Hotel schließen müssen."

Der Grund für all die Beschimpfungen: Auf ihrer Website warnten die Besitzer Gäste, die ihre Hochzeitsfeier im Hotel planen, davor, den Aufenthalt im Internet schlecht zu bewerten. Geschehe dies dennoch, so müssten sie "für jede negative Bewertung 500 Dollar Strafe zahlen, die von ihrer Kaution abgezogen wird". Das sind umgerechnet rund 375 Euro. Die Drohung wurde mittlerweile von der Internetseite entfernt. Das Hotel stehe für ein Statement nicht zur Verfügung,schreiben internationale Medien  mit Berufung auf einen Bericht in der "New York Post".

"Im künstlerischen Vintage-Stil"

Auf der Internetseite des Gästehauses hieß es weiter: "Gäste sollten ihre Familien und Freunde davor warnen, dass alte Gebäude nicht deren Geschmack entsprechen könnten - das sollte aber kein Grund für eine schlechte Bewertung sein."

Schließlich seien alte Häuser dieser Art von den Rockefellers erbaut worden. Die US-amerikanische Unternehmerfamilie gilt immer noch als eine der reichsten der Welt. Wer mag da noch behaupten, dass das Haus alt und geschmacklos sei, will das Management wohl damit ausdrücken.

"Ihre Gäste werden vielleicht nicht verstehen, was wir anbieten", schrieb das Management. "Deswegen erwarten wir, dass Sie ihnen das erklären." Die Gebäude seien alt, aber restauriert, die Badezimmer und die Küchen in einem künstlerischen Vintage-Stil designt. "Falls die Hochzeitsgäste nach einem Hotel im Marriott-Stil suchen, wird es ihnen hier nicht gefallen."

Inzwischen hat der Besitzer des Union Street Guest House auf seiner Facebook-Seite  dazu erklärt: Die Forderung sei ursprünglich als Witz gedacht gewesen und sollte von seinen Angestellten niemals eingetrieben werden. Er sehe jetzt ein, dass es ein schlechter Witz und in keinster Weise lustig gewesen sei, und entschuldigte sich. Er sei ein Anfänger in Sachen soziale Medien.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version haben wir geschrieben, dass die Forderung des Gästehauses 550 Euro betragen würde. Es waren jedoch 500 Dollar, umgerechnet rund 375 Euro. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

jkö