"Gault&Millau" Günther Jauch als "Gastronom des Jahres" ausgezeichnet

Günther Jauchs zweite Karriere zahlt sich aus: Der Moderator wurde von den "Gault&Millau"-Restaurantkritikern geehrt. Ganz oben auf dem Siegertreppchen steht jedoch der "Koch des Jahres".

Erwin Elsner/ picture alliance

Die 32 Restaurantkritiker haben für den Führer "Gault&Millau" mehr als tausend Restaurants getestet - und haben entschieden: Der Küchenchef des Münchner Restaurants Werneckhof, Tohru Nakamura, ist "Koch des Jahres". Der 36-Jährige bekommt in dem am Dienstag erscheinenden Guide 19 von 20 möglichen Punkten - für "prägende Küche, führend in Kreativität, Qualität und Zubereitung".

"Als Sohn einer deutschen Mutter und eines japanischen Vaters verinnerlichte er von klein auf in München und Tokio zwei kulinarische Welten", urteilte die Chefredakteurin der Deutschland-Ausgabe, Patricia Bröhm. "Heute erleben seine Gäste, wie er europäische Avantgarde mit den Geheimnissen der traditionellen japanischen Küche zu etwas ganz Neuem webt, befeuert von hoher kulinarischer Intelligenz."

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Restaurants in Deutschland: "Gault&Millau" zeichnet aus

Nakamura, der für den Werneckhof bereits zwei Michelin-Sterne erkocht hat, beschreibt seine Ansprüche an sich selbst im Interview der Deutschen Presse-Agentur so: "Bei jedem Gast muss es passen. Das ist unser Druck, unsere Herausforderung, weil wir den Anspruch haben, ein perfektes Produkt zu präsentieren." Ihm sei "mit einer gewissen Demut" bewusst, dass die Gäste mit 225 Euro für das siebengängige Menü viel Geld bezahlen - weshalb er ihre Erwartungen nicht nur nicht enttäuschen, sondern übererfüllen wolle.

Dafür mache er sich "wahnsinnig viele Gedanken" bei der Entwicklung eines neuen Menüs, grübele rund um die Uhr über ein Gericht nach: Wie kommen die Aromen einer bestimmten Zutat am besten zur Geltung? Roh, gegart oder besser gegrillt? Welcher Geschmack harmoniert, welcher kontrastiert? Wo innerhalb der Menüfolge ist die Kreation am besten platziert? "Der Großteil meiner kreativen Arbeit findet auf dem Papier statt", sagt Nakamura.

Günther Jauch: Im September Restaurant eröffnet - und schon ausgezeichnet

Der Koch verkörpert laut "Gault&Millau" auch einen deutschlandweiten Trend zu profunden Kenntnissen der japanischen Küche. Weitere Trends: Wild und heimische Fische. Die Restaurantkritiker sehen insgesamt mehr "Nachdenklichkeit" in gehobenen deutschen Küchen. "Vor allem die junge Generation kocht mit einem geschärften Bewusstsein für die Endlichkeit der Ressourcen", sagte Bröhm.

Junge Köche orientierten sich "zunehmend an dem, was für unsere Großeltern und Urgroßeltern selbstverständlich war. Eine Küche, die die Schätze heimischer Natur hochachtet, die Saison respektiert und alles vom Tier und von der Pflanze verwendet, was essbar ist, bis hin zu den lange verschmähten Innereien".

Unter den Preisträgern ist in diesem Jahr auch ein Top-Promi, der das Gastgewerbe erst in einer zweiten Karriere für sich entdeckt hat: Moderator Günther Jauch wird für seine Villa Kellermann in Potsdam als "Gastronom des Jahres" ausgezeichnet. "Er ließ ein Stück Kulturgut aufwendig renovieren, öffnet es für ein genussfreudiges Publikum und schenkt Potsdam in Zusammenarbeit mit Tim Raue ein Vorzeigerestaurant mit weltläufigem Flair", urteilten die Tester. Jauch und Raue haben die Villa erst im September in Betrieb genommen.

Acht Männer sind Deutschlands beste Köche

Für Gastronomen ist eine Auszeichnung des Restaurantführers "Gault&Millau" eine große Ehre. Jedes Jahr werden neben dem "Koch des Jahres" diverse weitere Auszeichnungen vergeben. Geehrt wurden neben Nakamura und Jauch 2019 auch:

  • Gastgeber des Jahres: David Breuer von der Schwarzwaldstube in Baiersbronn
  • Aufsteiger des Jahres: Christian Eckhardt vom Purs in Andernach bei Koblenz
  • Entdeckung des Jahres: Dustin Dankelmann vom 959 in Heidelberg
  • Sommelier des Jahres: Nina Mann vom Victor's Fine Dining by Christian Bau in Perl im Saarland
  • Pâtissier des Jahres: Marco D'Andrea vom Hotel The Fontenay in Hamburg
  • Bester deutscher Koch im Ausland: Heinz Beck vom La Pergola in Rom

In der Gruppe der deutschen Spitzenköche mit 19,5 von 20 Punkten hat sich in diesem Jahr allerdings nichts getan. Nach wie vor gelten acht Männer laut "Gault&Millau" als Deutschlands beste Köche:

  • Christian Bau, Victor's Fine Dining by Christian Bau in Perl
  • Sven Elverfeld, Aqua in Wolfsburg
  • Klaus Erfort, GästeHaus in Saarbrücken
  • Christian Jürgens, Überfahrt in Rottach-Egern
  • Torsten Michel, Schwarzwaldstube in Baiersbronn
  • Clemens Rambichler, Waldhotel Sonnora in Dreis bei Wittlich
  • Tim Raue, Tim Raue in Berlin
  • Joachim Wissler, Vendôme in Bergisch Gladbach

abl/dpa

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