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04. November 2009, 12:18 Uhr

Geblendete Piloten

Mann muss für Laserattacke ins Gefängnis

Die gefährlichen Blendattacken auf Piloten häufen sich auf den Flughäfen rund um die Welt. In den USA wurde nun ein 38-Jähriger zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt, weil er bei Los Angeles mit einem Laserstrahl den Landeanflug einer Boeing behindert hatte.

Los Angeles - In den USA muss ein Mann wegen einer Blendattacke mit einem Laserstrahl zweieinhalb Jahre hinter Gitter. Nach Justizangaben vom Dienstag zielte der 38-Jährige im Mai 2008 mit einem Laser bewusst in die Cockpits von zwei Linienflugzeugen, als diese auf einem Flughafen nahe Los Angeles landen wollten.

Der Pilot einer Boeing mit 180 Menschen an Bord habe dadurch kurzzeitig nichts sehen können. Ein anderer Flugkapitän konnte sich hinter dem Armaturenbrett noch rechtzeitig vor dem Lichtstrahl schützen. Der Angeklagte war bereits im April für schuldig befunden worden.

In Deutschland ist es zuletzt am Dienstag in Frankfurt am Main zu einem derartigen Vorfall gekommen. Der Pilot eines Transportflugzeuges sei am Abend beim Überflug der Stadtteile Unterliederbach, Höchst und Zeilsheim von einem grünen Laserstrahl geblendet worden, teilte die Polizei mit.

Den Ermittlern zufolge soll der Laserstrahl von dem Dach eines Hauses ausgegangen sein. Dabei sei vermutlich ein sogenannter Laserpointer verwendet worden, der im freien Handel erhältlich ist. Am Mittwochnachmittag seien zudem Flugblätter verteilt worden, um Hinweise auf den Verursacher zu erhalten.

Die Polizei betonte, die Blendung von Piloten habe "uneinschätzbare Gefahren zur Folge". Derartige gezielte gefährliche Eingriffe in den Luftverkehr werden den Angaben zufolge mit Gefängnisstrafen von mindestens sechs Monaten bis zu zehn Jahren geahndet. Zudem könnten aus den Taten auch noch zivilrechtliche Forderungen, beispielsweise durch Notlandungen entstehen.

abl/AP/dpa

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