Gefährliches Selfie Royal Caribbean erteilt Passagierin lebenslanges Kreuzfahrtverbot

Blauer Badeanzug, blaues Meer: Für ein besonders spektakuläres Foto stieg eine junge Frau über die Balkonbrüstung ihrer Kreuzfahrtkabine. Als der Kapitän davon erfuhr, reagierte er sofort.

"Allure of the Seas": "Waghalsig und gefährlich für ein Foto posiert"
Daniel SLIM/ AFP

"Allure of the Seas": "Waghalsig und gefährlich für ein Foto posiert"


Natürlich ist es auf der "Allure of the Seas" verboten, über die Reling zu klettern. So steht es auch in den Verhaltensregeln, die das Kreuzfahrtunternehmen Royal Caribbean für die Gäste verfasst hat: Sitzen, stehen, liegen oder jede andere Art der Überschreitung von schützenden Barrieren sei untersagt.

Doch das hat eine Passagierin offenbar nicht davon abgehalten, sich in eine recht abenteuerliche Position zu begeben und dort von ihrem Freund fotografieren zu lassen. Sie war über die Reling ihrer Balkonkabine hinweg gestiegen und posierte - in einem blauen Badeanzug, unter ihr das offene Meer.

Für diese gefährliche Aktion hat ihr Royal Caribbean nun ein lebenslanges Kreuzfahrtverbot erteilt, wie US-amerikanische Medien berichten. Auch ihr Reisebegleiter sei von dem Bann betroffen.

In einer Erklärung spricht das Unternehmen von einer Passagierin, die "waghalsig und gefährlich für ein Foto posiert" habe. Der Sicherheitsdienst sei benachrichtigt worden, die Gäste mussten später in Falmouth, Jamaika, vom Schiff gehen. "Sie sind nun ihr Leben lang für Fahrten mit Royal Caribbean gesperrt."

"Es wäre schrecklich gewesen, wenn sie gesprungen wäre"

Der Vorfall ereignete sich der "New York Times" zufolge, als das Schiff die Halbinsel Labadee des karibischen Inselstaats Haiti ansteuerte. Ein anderer Passagier, Peter Blosic, habe den Stunt von einer Nachbarkabine beobachtet und hatte der Crew Bescheid gegeben.

"Ich wusste ja nicht, was sie vorhatte", sagte Blosic dem US-Sender CNN. "Es wäre schrecklich gewesen, wenn sie gesprungen wäre und ich hätte nichts gesagt." Der Kapitän reagierte sofort, als Blosic ihm von seiner Beobachtung erzählte.

Selfies - oder andere waghalsige Porträtfotos wie im aktuellen Fall - können tödlich ausgehen. Im vergangenen Jahr starb eine 35-jährige Deutsche, als sie im zentralen Hochland von Sri Lanka an einer mehr als tausend Meter hohen Klippe ein Foto von sich machen wollte. Es ist nur einer von vielen tragischen Fällen dieser Art.

Inzwischen gibt es eine App namens Saftie, die Tausende Orte weltweit listet, an denen es gefährlich sein kann, ein Selfie zu machen. Sie kann auch durch die Handykamera erkennen, ob man beim Selfie-Schießen einem Abgrund oder Gewässer zu nahe steht.

jus



insgesamt 52 Beiträge
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Seite 1
tobyrd72 21.10.2019
1. Um ein Selfie...
handelt es sich wohl nicht. Die Frau wurde fotografiert und der Knippser ist nicht mit auf dem Foto. Die Saftie App ist auch merkwürdig, man sollte schon selber in der Lage sein entscheiden zu können, welche Orte gefährlich bei fotografieren sind.
michaelt1964 21.10.2019
2. Gute Konsequenz
Völlig korrekt klar durchzugreifen.
derblecher 21.10.2019
3. Nur weil sich jemand selbst gefährdet hat?
Bevor es hier gleich losgeht mit "Gut so, hat sie verdient, gönn ich ihr....": Sie hat sich ausschliesslich selbst gefährdet. Wenn es schief gegangen wäre, hätte nur sie drunter gelitten - und es ist noch nicht mal schief gegangen. Warum also die heftige Reaktion? Verstehe ich nicht, allerdings genauso wenig den Drang nach riskanten Selfies...
grmuc 21.10.2019
4. Warum also die heftige Reaktion?
Zitat von derblecherBevor es hier gleich losgeht mit "Gut so, hat sie verdient, gönn ich ihr....": Sie hat sich ausschliesslich selbst gefährdet. Wenn es schief gegangen wäre, hätte nur sie drunter gelitten - und es ist noch nicht mal schief gegangen. Warum also die heftige Reaktion? Verstehe ich nicht, allerdings genauso wenig den Drang nach riskanten Selfies...
Bei "Man über Bord" wir das nicht einfach unter shitt happens abgelegt sondern eine riesige Aktion gestartet. Das Schiff muss anhalten und eine Suche wird gestartet. Eventuell werden zusätzlich Rettungskräfte informiert. Weil da also nicht nur sie betroffen gewesen wäre, die heftige Reaktion. Oliver
rr767 21.10.2019
5.
@derblecher unter anderem wegen den Kosten die entstehen wenn das Schiff umdrehen müsste um die verlorene Passagierin zu suche zu bergen. usw. usw....
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