Generalstreik Reiseveranstalter wollen Spanien-Flüge verlegen

Die großen Reiseunternehmen wollen ihre für Donnerstag geplanten Charterflüge nach Spanien zum großen Teil verlegen. Grund ist ein angekündigter Generalstreik auf der iberischen Halbinsel.


Palma de Mallorca/Hannover - TUI will den Großteil seiner Spanien-Flüge auf Mittwochabend vorziehen oder auf Freitag verschieben. Betroffen seien etwa 50 Flüge - vor allem zu den Kanaren und Balearen - teilte ein TUI-Sprecher in Hannover mit. Die meisten Gäste seien bereits durch die Reisebüros informiert worden.

Am Donnerstag könnte es für Reisende auf dem Flughafen Mallorca unangenehm werden
DPA

Am Donnerstag könnte es für Reisende auf dem Flughafen Mallorca unangenehm werden

Auch die Thomas Cook AG kündigte eine Verlegung ihrer Spanien-Flüge an. Sie sollten nach Möglichkeit vorgezogen werden, hieß es dort. "Seit Freitag werden die Gäste persönlich per Telefon oder Telegramm informiert", hieß es bei dem Unternehmen. Man wolle auch eine Hotline schalten und im Internet über Änderungen informieren. Wenn sich der Abflughafen ändere, werde Thomas Cook die Anfahrkosten erstatten.

Nach Angaben der in Palma de Mallorca erscheinenden Zeitung "Ultima Hora" sollen die Urlauberflüge aus Deutschland und Großbritannien nach Mallorca fast vollständig auf einen anderen Tag verlegt werden. Am Tag des Generalstreiks (20. Juni) soll auf Mallorcas Flughafen praktisch kein Flugzeug starten oder landen.

Da außerdem am 19. Juni in Frankreich und anderen europäischen Ländern die Fluglotsen streiken wollen, seien laut dem Blatt viele Reiseveranstalter bemüht, die für den 20. vorgesehenen Mallorca-Flüge auf den 21. Juni zu verschieben. Sie setzten darauf, dass dazu auf deutschen Flughäfen das Nachtflugverbot gelockert werde, hieß es. In der Vergangenheit habe es bereits in Notfällen Ausnahmen gegeben.

Die autonome Regierung der Balearen hatte angeordnet, dass während des Streiks auf der Inselgruppe im Rahmen der vorgeschriebenen Mindestdienste 30 Busse für den Transport von Urlaubern zwischen den Flughäfen und den Hotels im Einsatz sein müssen. Die Reiseunternehmen halten dies nach Angaben der Zeitung für nicht ausreichend. Außerdem hatten die Gewerkschaften angekündigt, dass sie sich an den vorgeschriebenen Mindestdienst nicht halten wollen.



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