Lautsprecher und Anzeigetafeln Bahn muss 1900 Bahnhöfe nachrüsten

Ein Urteil des Kölner Verwaltungsgerichts verpflichtet die Bahn dazu, Fahrgäste aktiv auf Verspätungen und Ausfälle hinzuweisen. Die Folge: An mehr als einem Drittel der deutschen Bahnhöfe müssen Lautsprecher und Hinweistafeln eingerichtet werden.
Zug in Warnemünde: Alle Bahnhöfe sollen Anzeigetafeln erhalten

Zug in Warnemünde: Alle Bahnhöfe sollen Anzeigetafeln erhalten

Foto: Stefan Sauer/ dpa

Essen/Köln - Die Bahn muss 1900 ihrer bundesweit 5500 Bahnhöfe und Haltepunkte mit elektronischen Hinweistafeln oder Lautsprecheranlagen nachrüsten. Dies geht aus einem Urteil des Kölner Verwaltungsgerichts hervor, das das Eisenbahnbundesamt als staatliche Aufsichtsbehörde gegen die Bahn AG erstritten hat.

Ein Sprecher der Deutsche Bahn AG bestätigte einen entsprechenden Bericht der Zeitungen der WAZ-Mediengruppe. Laut Urteil ist die Bahn verpflichtet, auf allen Bahnhöfen und selbst auf Kleinststationen wartende Fahrgäste über Zugausfälle und Verspätungen "aktiv" zu informieren. Es reiche nicht aus, wenn Plakate auf Nummern von Info-Telefonen hinweisen würden.

Nach Angaben eines Sprechers will das Staatsunternehmen der Gerichtsentscheidung im Wesentlichen folgen. Nicht akzeptieren will die Bahn allerdings die Forderung, auch Haltepunkte mit weniger als 100 Ein- und Aussteigern am Tag nachzurüsten. Dagegen will sie juristisch in die nächste Instanz gehen.

Die Deutsche Bahn strebe eine zweitinstanzliche Klärung darüber an, ob eine Ausstattung mit den sogenannten Schriftanzeigern mit integriertem Lautsprecher wirtschaftlich angemessen sei, sagte der Sprecher. Dies betreffe aber nur einen "Bruchteil" der 1900 Stationen und Haltepunkte.

Laut den Zeitungsberichten war die fehlende Ausstattung dem Eisenbahnbundesamt bei der Überprüfung von zwei Stationen in Schleswig-Holstein aufgefallen. Bundesweite Prüfungen ergaben dann, dass dies tatsächlich auf einem Drittel aller Bahnhöfe der Fall ist. Zunächst hatte sich die Bahn geweigert, einer entsprechenden Weisung des Bundesamts nachzukommen, das dann geklagt hat.

Aktenzeichen: 18 K 4907/11

sto/dpa
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