Nach Insolvenzantrag Airlines bieten Germania-Kunden verbilligte Tickets an

Wer wegen der Germania-Insolvenz nicht fliegen kann, erhält von der Lufthansa Tickets zum Sonderpreis. Betroffene Passagiere können innerhalb Europas für 50 Euro reisen. Auch andere Airlines bieten verbilligte Flüge an.
Lufthansa-Flugzeug

Lufthansa-Flugzeug

Foto: Michaela Rehle/ REUTERS

Die Lufthansa hat nach dem Insolvenzantrag der Fluggesellschaft Germania Sonderkonditionen für betroffene Passagiere der Airline angekündigt. Durch die Insolvenz sei "erneut eine Sondersituation für die Luftfahrtindustrie in Deutschland" eingetreten, erklärte der Konzern zur Begründung. Für die Fluggesellschaften Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines sollen betroffene Germania-Fluggäste deshalb vergünstigte Tickets bekommen.

Die Fluglinien wollen den Betroffenen demnach bei Verfügbarkeit für Flüge von und nach Deutschland innerhalb Europas Tickets für 50 Euro zuzüglich Steuern anbieten, für Flüge zwischen Deutschland und dem Nahen Osten für 200 Euro zuzüglich Steuern.

"Dieser Sondertarif gilt bis Ende Februar für Fluggäste, die ursprünglich über eine Germania-Buchung verfügt haben", erklärte die Lufthansa. Die Tickets werden demnach "in den kommenden Tagen buchbar sein". Über das genaue Verfahren zur Buchung dieser Sonderkonditionen werde "zeitnah" auf der Website LH.com informiert.

Lesen Sie hier, welche Germania-Flüge aktuell gestrichen wurden.Die größten Überschneidungen in den Flugplänen gebe es mit der Tochter Eurowings, erklärte ein Lufthansa-Sprecher in Frankfurt. Die Angebote richten sich insbesondere an Passagiere, die nicht mit einem Pauschalreiseveranstalter unterwegs sind.

Zudem biete die Lufthansa-Tochter Eurowings aktuell im Ausland gestrandeten Germania-Passagieren "mit sofortiger Wirkung stark rabattierte Konditionen für Rückflüge nach Deutschland mit Eurowings in der Zeit bis Ende Februar 2019 an". Betroffene Germania-Kunden können sich demnach auf eurowings.com einen neuen Flug nach Deutschland buchen und erhalten "im Nachgang 50 Prozent Rabatt auf den Preis, wenn sie entsprechende Unterlagen einreichen". Das gleiche Verfahren bietet Tuifly an.

Was bieten andere Airlines den Germania-Kunden an?

Auch die Fluggesellschaft Condor will betroffenen Germania-Gästen besondere Konditionen anbieten. Konkret soll die Hälfte des Preises berechnet werden, sofern im Standby-Verfahren Plätze frei sind.

easyJet hat für Germania-Passagiere einen sogenannten Rettungstarif parat. Das Angebot ist auf folgenden easyJet-Flügen verfügbar, wie die Fluggesellschaft in einer Pressemitteilung schreibt:

  • von/nach Berlin-Tegel: Tel Aviv, Hurghada, Fuerteventura, Palma de Mallorca und Paphos
  • von/nach Berlin-Schönefeld: Tel Aviv, Lanzarote, Tenerife Sur, Palma de Mallorca, Paphos und Las Palmas
  • Der Rettungstarif auf den betroffenen Flugverbindungen gelte für One-Way-Flüge nach Berlin und beträgt 110 Euro pro Passagier (inklusive einem Aufgabegepäckstück von 23 kg). Für die Umbuchung müssten Passagiere ihre Germania-Buchungsreferenz angeben. Das Angebot ist bis zum 14. Februar 2019 und für Buchungen bis zum 4. März 2019 gültig (buchbar unter +49 1 806 000 160 für Anrufe aus Deutschland; Anrufe aus dem Ausland: +44 (0) 330 3655030).

    Außerdem bietet easyJet bis zum 14. Februar 2019 Germania-Passagieren mit einer Vorausbuchung für Reisen bis zum 15. Juni 2019 einen Rabatt von 15 Prozent auf oben genannte Flugverbindungen an.

    Recht auf Ersatzflug?

    Die angeschlagene Fluggesellschaft Germania hatte in der Nacht mitgeteilt, dass Insolvenz beantragt wurde und der Flugbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt werde. Die Airline mit Sitz in Berlin beförderte bislang nach eigenen Angaben jährlich vier Millionen Passagiere und flog mehr als 60 Ziele an.

    Die Fluggesellschaft erklärte, von der Einstellung des Flugbetriebs betroffene Fluggäste, die ihren Germania-Flug im Rahmen einer Pauschalreise gebucht hätten, könnten sich zur "Organisation einer Ersatzbeförderung" direkt an ihren jeweiligen Reiseveranstalter wenden. Für Passagiere, die ihr Flugticket direkt bei Germania gekauft hätten, bestehe dagegen aufgrund der Gesetzeslage "bedauerlicherweise kein Anspruch auf Ersatzbeförderung".

    Reuters

    Die finanziellen Schwierigkeiten bei Germania waren Anfang Januar bekannt geworden. Das Management der Berliner Fluggesellschaft mit mehr als 30 Mittelstreckenjets begründete die Probleme unter anderem mit den stark gestiegenen Kerosinpreisen im vergangenen Sommer und der Abwertung des Euro zum Dollar. Vor etwa einer Woche teilte ein Unternehmenssprecher mit, dass Germania seinen Mitarbeitern bisher noch kein Januargehalt gezahlt habe.

    jus/dpa