Germanwings-Streik Mehr als hundert Eurowings-Flüge fallen über Silvester aus

Bei der Lufthansa-Tochter Germanwings wollen über Silvester viele Flugbegleiter streiken. Für den kommenden Montag und Dienstag hat die zuständige Airline Eurowings nun viele Flüge abgesagt.
Germanwings führt seine Flüge für Eurowings aus

Germanwings führt seine Flüge für Eurowings aus

Foto: REUTERS/Rafael Marchante

Die Fluggesellschaft Eurowings hat wegen des angekündigten Streiks der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO für kommenden Montag und Dienstag bislang mehr als 100 Flüge gestrichen. Dabei handelt es sich vor allem um innerdeutsche Verbindungen, wie am Samstagabend aus einer Übersicht auf der Internetseite  des Unternehmens hervorging.

Demnach fallen am kommenden Montag, den 30.12. bislang 54 Flüge aus. Darunter sind neben innerdeutschen Strecken auch Flüge von und nach Wien oder Zürich. Für den 31.12. hat Eurowings nach Stand von Samstagabend 52 Flüge abgesagt. Für den 1. Januar steht bislang noch nicht fest, welche Flüge gestrichen werden.

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Am Freitag hatte UFO die Flugbegleiter von Germanwings zu einem dreitägigen Streik ab dem kommenden Montag, den 30. Dezember, bis einschließlich 1. Januar aufgerufen. Germanwings führt seine Flüge für Eurowings aus und ist noch mit etwa 30 Flugzeugen für die Marke Eurowings unterwegs.

Eurowings bot am Samstag Entgegenkommen an

An diesem Samstag hatte Eurowings versucht, den Streik mit einem Entgegenkommen noch zu verhindern. In einer Mitteilung kam die Airline der Gewerkschaft kurz vor der angekündigten Arbeitsniederlegung im zentralen Streitpunkt entgegen: Sie biete "den Tarifvertrag Teilzeit der Lufthansa vollumfänglich und mit sofortiger Wirkung an", hieß es darin.

Damit stand kurzzeitig eine Absage des Streiks im Raum. UFO-Sprecher Nicoley Baublies hatte der Deutschen Presse-Agentur gesagt: "Sollte das tatsächlich helfen, werden wir den Streik absagen." Im Gespräch mit der Tarifkommission entschied man sich dann aber gegen die Absage. "Die Tarifkommission hat dies (...) entschieden, dass auf dieser Basis weder rechtlich, noch faktisch, noch aus sonst irgendeinem Grund der Streik abgesagt werden kann", heißt es in dem Brief der Tarifkommission.

UFO: "Polemische Pressemitteilung"

UFO habe klare Forderungen gestellt, über die sie auch weiter verhandeln würde, "aber dazu kam leider keine Antwort außer dieser polemischen Pressemitteilung".

Die Regelungen zur Teilzeit waren bisher der offizielle Streikgrund. Nach Ansicht von Germanwings entbehrt mit dem jüngsten Angebot "der angekündigte Streik der von UFO formal angeführten Grundlage".

In dem Konflikt hat es bereits einen Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern sowie einen zweitägigen Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa gegeben. Hier waren im November rund 1500 Flüge mit rund 200.000 betroffenen Passagieren ausgefallen.

kko/dpa
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