Umfrage bei Geschäftsreisenden Schlecht informiert in Krisenregionen

Der Konflikt in der Ukraine, Gewalt in Bangkok, heftige Proteste in Venezuela - doch der Geschäftstermin drängt. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Deutschen, die für ihre Arbeitgeber in politisch unruhige Regionen reisen, oft wichtige Informationen fehlen.

Abflug in unruhige Regionen: Geschäftsreisende wollen bessere Informationen
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Abflug in unruhige Regionen: Geschäftsreisende wollen bessere Informationen


Hamburg/Berlin - Die Treffen mit den Geschäftspartnern sind durchgeplant, die Präsentation hat im Flieger noch den finalen Schliff bekommen - und doch ist bei Geschäftsterminen im Ausland nicht nur eine gute Meetingvorbereitung entscheidend. Gerade wenn die Dienstmission in politisch unruhige Regionen führt, ist eine gute Kenntnis der Lage vor Ort wichtig.

Was tagesaktuelle Informationen angeht, fühlen sich viele Geschäftsreisende allerdings nicht gut gerüstet: Jeder Zweite wird von seinem Unternehmen nicht über politische Unruhen im Zielland informiert. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Chefsache Business Travel 2014".

Im Auftrag des Deutschen Reiseverbands (DRV) wurden 110 Geschäftsführer, sowie 110 Führungs- und Fachkräfte aus Unternehmen mit über 250 Mitarbeitern befragt. Für acht von zehn Studienteilnehmern sind Informationen über politische Unruhen im Zielland wichtig. Nur 48 Prozent bekommen ein entsprechendes Angebot durch den Arbeitgeber. Rund ein Drittel der Befragten gibt an, in den letzten Jahren wegen politischer Unruhen Schwierigkeiten auf einer Geschäftsreise gehabt zu haben, weil diese behindert oder ganz unmöglich wurde.

Die Fürsorgepflicht ernst nehmen

"Vor der Reise sollten sich die Mitarbeiter darauf konzentrieren, ihre Termine gründlich vorzubreiten, damit sie den gewünschten Erfolg bringen. Es kann nicht im Sinne der Unternehmensführung sein, dass Mitarbeiter mit Recherchen über das Zielland Zeit verlieren", sagt Stefan Vorndran, Vorsitzender des Business-Travel-Ausschusses im DRV. "Gerade bei Reisen in Krisengebiete sollten die Chefs ihre Fürsorgepflicht sehr ernst nehmen, indem sie dafür sorgen, dass Experten wichtige Informationen zuliefern."

Auch bei der Bereitstellung von Informationen über die Einreisebestimmungen besteht laut der Studie Handlungsbedarf: Reicht es, wenn ich auf die Reisen den Personalausweis mitnehme oder muss ich den Reisepass vorlegen? Benötige ich ein Visum? 83 Prozent der Befragten wünschen sich entsprechende Auskünfte. Doch nur 60 Prozent der Geschäftsreisenden bekommen sie von ihrem Unternehmen.

Letzlich, so DRV-Mann Vorndran, nützt Unterstützung nicht nur den Mitarbeitern, sondern ist auch im Interesse der Unternehmensführung: "Wer seine Mitarbeiter rechtzeitig über die benötigten Reisedokumente informiert, schützt sie vor bösen Überraschungen. Wenn etwas Wichtiges fehlt, scheitert daran womöglich die ganze Reise." Und das kann kosten. Den Mitarbeiter Zeit und Nerven und das Unternehmen Geld - oder einen wichtigen Geschäftsabschluss.

leh

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