Boston, Washington, New York "Sandy" legt Flughäfen der US-Ostküste lahm

US-Flughäfen im Ausnahmezustand: Wegen Hurrikan "Sandy" mussten die New Yorker Airports schließen, mehr als 15.500 Flüge wurden in den USA gestrichen. Auch in Philadelphia und Washington blieben die Maschinen am Boden. Immerhin soll John F. Kennedy Mittwoch wieder öffnen.

Italienische Passagiere in Washington: Warten wegen "Sandy"
AFP

Italienische Passagiere in Washington: Warten wegen "Sandy"


Hamburg - Mit Windstärken von bis zu 130 km/h und starkem Regen traf der Sturm "Sandy" auf die US-Ostküste und sorgte für Überschwemmungen und Stromausfälle. Auch Airports wurden überflutet und geschlossen, zahlreiche Flüge annulliert.

Bis Dienstag strichen die Fluggesellschaften nach Angaben des Internetdiensts FlightAware mehr als 15.500 Flüge. Zudem wurden am Dienstagmorgen mehr als 500 für Mittwoch geplante Flüge abgesagt. Passagiere werden gebeten, nicht an den Flughäfen zu erscheinen, um Tickets zu stornieren oder umzubuchen, sondern sich direkt mit den Airlines in Verbindung zu setzen. Auch am Mittwoch ist weiterhin mit Behinderungen des Luftverkehrs zu rechnen. So wurden für Mittwoch vier Flüge verschiedener Airlines von Frankfurt nach New York abgesagt, berichtete ein Sprecher des Flughafens am Dienstagabend. Außerdem wurden acht Flüge von der Ostküste nach Frankfurt gestrichen.

Im Einflussgebiet des Sturms, der wegen seiner großen Ausdehnung als einer der schwersten in der Geschichte der USA gilt, liegen wichtige Drehkreuze wie der New Yorker Flughafen John F. Kennedy sowie Dulles in Washington D.C.:

  • Die New Yorker Flughäfen JFK, La Guardia und Newark mussten wegen des Sturms zunächst "bis auf weiteres" schließen. Das Wasser war in der New Yorker Jamaica Bay auf einen so hohen Pegel angestiegen, dass es bereits eine Landebahn des Flughafens John F. Kennedy erreichte. Fotos, die die Hafenbehörde im Internet veröffentlichte, zeigten auch die überfluteten Rollfelder des Flughafens La Guardia. Tausende Flüge waren seit Sonntag abgesagt worden. Am Dienstagabend teilte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo mit, dass zumindest der Flughafen John F. Kennedy am Mittwoch wieder öffnen solle. La Guardia hingegen müsse wegen schwerer Schäden vorerst geschlossen bleiben. Welche Verbindungen nach Deutschland betroffen sind, lesen Sie hier.

  • "Flugverkehr eingestellt" heißt auch die Warnmeldung auf der Webseite des internationalen Airports von Philadelphia. Am Dienstag werden US Airways und verschiedene andere Airlines ihre Flüge annullieren.
  • Auch über Neuengland ist der Himmel am Dienstag leerer als sonst, schreibt der "Boston Globe". Für Dienstag gab es dem Bericht zufolge zahlreiche Annullierungen. Gestrandet seien jedoch nur wenige Passagiere, weil in Boston nicht besonders viele Menschen umstiegen. Bereits am Montag waren 90 Prozent der Flüge am Logan International Airport in Boston abgesagt worden: 900 Starts und Landungen.
  • Der internationale Flughafen von Atlantic City ist seit Montagmorgen gesperrt, soll aber laut der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA voraussichtlich noch am Dienstag wieder öffnen. Die Kasinostadt an der Ostküste war besonders stark vom Sturm "Sandy" getroffen worden, die historische Uferpromenade wurde teilweise von den Wassermassen weggespült.
  • In Washington D.C. sind die Flughäfen nicht geflutet oder beschädigt worden, heißt es auf der Webseite des Dulles International Airport. Dieser bleibe zwar geöffnet, doch vorsorglich wurden alle Flüge am Dienstagmorgen (Ortszeit) gestrichen. "Ankünfte erwarten wir frühestens um 11 Uhr", schreibt die Flughafenbehörde, wahrscheinlich aber müssten weitere Flüge im Laufe des Tages gestrichen werden. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem nationalen Reagan-Airport, der direkt am Ufer des Potomac Rivers liegt. Eine Flut könnte sich auch auf den Flughafen auswirken. "Wir beobachten die Wasserstände", heißt es auf der Webseite der Washingtoner Flughafenbehörde. Der Reagan National Airport ist zwar geöffnet, aber vom Nahverkehr abgeschnitten, die Metrorail fährt derzeit nicht.

In den USA sind vor allem Fluglinien betroffen, bei denen an der US-Ostküste viele Passagiere umsteigen müssen. United Airlines strich zwischen Sonntag und Mittwoch 3700 Flüge, Delta sagte laut einem CNN-Bericht alle Verbindungen zwischen Washington und Boston sowie Flüge von New York und Philadelphia ab. Auch American Airlines annullierte alle Inlandsflüge in Richtung Ostküste. Welche Strecken betroffen sind, wird auf dieser Webseite angezeigt.

Das deutsche Auswärtige Amt empfiehlt Reisenden an die US-Ostküste, sich auf Internetseiten wie www.weather.gov und www.fema.gov über die Lage vor Ort zu informieren.

SPIEGEL ONLINE stellt die wichtigsten Informationsquellen für deutsche Reisende zusammen:

Reiseveranstalter

US-Urlauber müssen an der Ostküste zurzeit mit Einschränkungen rechnen, daher bieten mehrere Veranstalter kostenloses Stornieren von bestimmten Reisen an. Bei TUI etwa können Kunden gebuchte Reisen in betroffene Regionen gebührenfrei umbuchen oder von ihnen zurücktreten, sagte Sprecherin Alexa Hüner. Das gelte für Anreisen bis zum 1. November. Auch Dertour gewährt für alle Leistungen wie Hotels und Ausflüge in Philadelphia, Washington, Boston und New York kostenlose Umbuchungen und Stornierungen, erklärte Sprecherin Angela de Sando. Dies gelte für Anreisen bis zum 31. Oktober.

Lufthansa

Deutschlands größte Fluglinie sagte für Dienstag vier Flüge an die US-Ostküste ab. Betroffen sind Verbindungen nach New York, Washington und Boston von den Airports in Frankfurt, München und Düsseldorf. Wer am Dienstag in die USA fliegen wolle, solle sich auf der Webseite der Fluggesellschaft informieren, sagte ein Lufthansa-Sprecher zu SPIEGEL ONLINE. Kunden, die einen Flug von oder nach New York, Boston, Philadelphia oder Washington gebucht haben, können diesen unter bestimmten Umständen kostenfrei umbuchen.

Air Berlin

Die zweitgrößte deutsche Fluglinie streicht mehrere Flüge nach und von New York. Insgesamt würden Sonntag, Montag und Dienstag zehn Flüge ausfallen, sagte eine Sprecherin. Das betreffe Verbindungen von Berlin und Düsseldorf nach New York und zurück. Passagiere könnten kostenlos umbuchen oder stornieren. Ob auch am Mittwoch Flüge gestrichen werden müssen, war am Dienstagvormittag noch nicht absehbar. Die Sprecherin riet, sich auf der Webseite oder über die Facebook- und Twitter-Angebote der Airline zu informieren.

Singapore Airlines

Bei Singapore Airlines wurden bereits für Mittwoch die Flüge SQ26 von Frankfurt am Main nach New York (John F. Kennedy) und SQ25 von New York (John F. Kennedy) nach Frankfurt am Main gestrichen. Weitere Hinweise gibt es auf der Homepage der Fluggesellschaft.

United Airlines

Auch bei United Airlines fielen Flüge von Deutschland in die USA aus. Betroffen sind unter anderem Flüge von München nach New York und Washington sowie von Hamburg nach New York. Weitere Informationen erhalten Kunden auf der Webseite der Fluggesellschaft.

US-Flugbehörde

Die Federal Aviation Administration der USA hält auf ihrer Webseite eine aktuelle Übersicht über die wichtigsten Flughäfen bereit. Flugreisende können sich dort informieren, auf welchen Flughäfen es zu Verspätungen kommt und in welchen Städten gar keine Flugzeuge mehr starten oder landen können.

FlightAware.com

Der US-Fluginformationsdienst FlightAware.com sammelt auf seiner Webseite Informationen zu verspäteten und abgesagten Flügen.

jus/dapd/dpa

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