Gestrandet auf der Rollbahn Zollbeamte drohten Fluggästen mit Festnahme

Ohnmächtig im Flieger: Die britische Fluggesellschaft Virgin Atlantic macht die US-Zollbehörde für das Martyrium ihrer gestrandeten Passagiere verantwortlich. Stundenlang hätten die Fluggäste in der überhitzten Maschine auf die Ankunft der Zöllner warten müssen.

Ein Flugzeug der Virgin-Atlantic-Airlines: Stundenlanges Warten in der Hitze.
REUTERS

Ein Flugzeug der Virgin-Atlantic-Airlines: Stundenlanges Warten in der Hitze.


Hartford - Wegen strenger US-Sicherheitsbestimmungen haben Passagiere nach einem Transatlantikflug stundenlang auf der Rollbahn am Flughafen Bradley in Connecticut festgesessen. Der Pilot habe um Erlaubnis gebeten, die Passagiere aus dem Flugzeug zu entlassen, teilte die britische Fluggesellschaft Virgin Atlantic mit. Doch Zollbeamte hätten damit gedroht, die gestrandeten Reisenden auf der Stelle festzunehmen.

Passagiere berichteten, an Bord sei es während des vierstündigen Aufenthalts am Flughafen Bradley in Connecticut immer heißer geworden. Sie hätten im Dunkeln gesessen, und manche seien ohnmächtig geworden.

Ein Zollbeamter habe dem Piloten mitgeteilt, dass die Passagiere die Maschine erst verlassen dürften, wenn weitere Mitarbeiter auf dem Flughafen eingetroffen seien, erklärte Airline-Sprecher Greg Dawson. Bis zu ihrer Ankunft seien über zwei Stunden vergangen.

Die US-Zollbehörde wies die Vorwürfe zurück und erklärte, sie sei zu spät verständigt worden. Die Behörde habe keinen Anruf des Piloten erhalten, und niemand habe seine Bitte abgeschlagen, sagte Sprecher Theodore Woo. Als die Mitarbeiter vom Flughafen benachrichtigt worden seien, hätten sie sich sofort auf den Weg gemacht.

Der Flughafenbetreiber teilte mit, am Dienstagabend sei nur ein Grenzbeamter im Dienst gewesen. Die einzigen internationalen Flüge von Bradley starteten in Richtung Kanada, weshalb in der Regel nicht viele Zollbeamte vor Ort seien, sagte Flughafensprecher John Wallace.

Die Maschine sollte von London nach Newark im Staat New Jersey fliegen, wurde dann wegen eines Sturms aber zum Flughafen nach Bradley umgeleitet. Eine US-Regelung, wonach Passagiere nicht länger als drei Stunden auf dem Rollfeld festsitzen dürfen, gilt nicht für internationale Flüge.

jhe/apn



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