Gotthardautobahn Steinschlag trifft deutsches Auto - zwei Tote

Bei einem Felssturz sind am Gotthard zwei Autofahrer ums Leben gekommen. Laut SPIEGEL-ONLINE-Informationen handelt es sich um einen Wagen aus Deutschland. Teile der Autobahn in der Schweiz sind verschüttet, die Straße ist in beiden Richtungen gesperrt.


Gurtnellen/Hamburg - Etwa sechs Felsbrocken in der Größe von Lastwagen seien um etwa 6.45 Uhr südlich der Güetligalerie auf dem Gemeindegebiet von Gurtnellen auf die Autobahn A2 gerutscht, sagte Herbert Planzer von der Kantonspolizei Uri zu SPIEGEL ONLINE. Drei Autos seien in die Steinlawine geraten: ein Pkw, ein Sattelschlepper und ein Sattelzug. Die beiden Insassen in dem Pkw seien ums Leben gekommen. Laut Planzer wurde das Auto in Deutschland zugelassen, das genaue Ortskennzeichen ist aber noch nicht bekannt. Der Wagen sei in Richtung Süden unterwegs gewesen. Die Strecke ist eine beliebte Urlaubsroute. Ein Reporter der "Neuen Zürcher Zeitung" berichtete, der Pkw sei völlig ausgebrannt.

Weitere Personen kamen laut Kantonspolizei nicht zu Schaden. Eines der beiden Sattelfahrzeuge hatte auf  einem Parkplatz in der Nähe gestanden. Einer der Felsblöcke rollte mit voller Wucht auf den Lkw und kippte ihn auf die Seite. Die beiden Fahrer, die dort geschlafen hatten, kamen aber mit dem Schrecken davon. 

Rettungs- und Räumkräfte waren im Großeinsatz. Die Autobahn A2 wurde bis auf weiteres gesperrt, die Polizei rechnet nicht damit, dass sie heute noch geöffnet werden kann. Auch der Gotthardstraßentunnel in Richtung Norden wurde am Südportal in Airolo gesperrt. In Fahrtrichtung Süden wurde der Verkehr von der Polizei im Urner Unterland gestoppt.

Laut Planzer konnte aber noch nicht mit den Aufräumarbeiten begonnen werden. Zunächst müsse mithilfe von Helikopterflügen geprüft werden, ob weitere Felsstürze drohen. "Das ist ein ziemlich enges Tal und die Hänge sind sehr steil." Über die Ursache für den Felssturz wird bislang nur spekuliert. Laut Schweizer Fachleute könnte die lange Kälteperiode im vergangenen Winter ein Grund sein.

Immer wieder Steinschläge auf der Strecke

Vor dem verlängerten Pfingstwochenende rechnete die Polizei mit einem besonders starken Verkehrsaufkommen in Richtung Süden. Den Autofahrern wurde empfohlen, die San-Bernardino-Route zu benutzen.

Auf der Nordzufahrt zum Gotthardstraßentunnel ist es in den vergangenen Jahren schon mehrmals zu Steinschlägen gekommen. Vergangenes Jahr waren in der Karwoche ebenfalls bei Gurtnellen zwei große Felsbrocken auf die Autobahn gestürzt. Die Brocken von je fünf Kubikmetern Größe hatten die Schutznetze durchschlagen und waren auf beiden Fahrbahnen zum Stillstand gekommen. Ein Personenwagen und ein Lastwagen fuhren auf die Felsblöcke auf, die Fahrer blieben unverletzt.

Bereits Ende April 2003 hatte bei Gurtnellen ein großer Felsbrocken eine Lawinengalerie durchschlagen. Nach dem letzten Steinschlag vor Ostern 2005 war die Stelle von Geologen beobachtet worden.

har/AP/dpa



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