Griechenland Touristen sollen Entschädigungen bei Streiks und Flugausfällen erhalten

Ein neues Gesetz soll im krisengeplagten Griechenland den Tourismus ankurbeln: Wer durch Streiks oder Flugausfälle seine Urlaubspläne ändern muss, kann künftig auf Entschädigungen hoffen.


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Touristenziel Griechenland: Trauminseln und antike Baukunst
Berlin - Mit einer urlauberfreundlichen Strategie will Griechenland seinen Tourismus wieder ankurbeln. Die griechische Regierung stellt Urlaubern zukünftig Entschädigungen in Aussicht, sofern diese wegen Streiks oder Luftraumsperren zeitweise nicht abreisen können.

In den kommenden Tagen werde das Athener Parlament ein solches Gesetz beschließen, sagte der griechische Vize-Tourismusminister Georgios Nikitiadis am Freitag bei einem Besuch in Berlin. Touristen erhielten dann von der griechischen Regierung über mehrere Tage einen fixen Betrag für Hotelzimmer und Nahrungsmittel.

Die schwere Finanzkrise, gewalttätige Demonstrationen und Streiks der Fluglotsen hatten in den vergangenen Monaten auch vermehrt deutsche Touristen vor einer Reise ins beliebte Urlaubsland Griechenland verschreckt. Die zeitweisen Luftraumsperren durch die isländische Aschewolke taten ihr Übriges. Nach Hochrechnungen könnte die Zahl der Touristen aus der Bundesrepublik in diesem Jahr um bis zu 300.000 schrumpfen, sagte der auf Griechenland spezialisierte Tourismusberater Andreas Stefanis.

Jährlich reisen rund 2,3 Millionen Deutsche nach Griechenland. Unmittelbar nach den Olympischen Sommerspielen 2004 war die Zahl sogar noch höher. "Jetzt wollen wir das gute Bild unseres Landes wiederherstellen", sagte Nikitiadis. Durch Preissenkungen seien die Einnahmen vieler Urlaubsanbieter um bis zu 25 Prozent zurückgegangen.

Der Tourismus ist Griechenlands wichtigster Wirtschaftssektor. Er macht knapp 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Jährlich reisen Schätzungen zufolge 18 Millionen Touristen nach Griechenland.

sto/dpa



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