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Größtes Solarboot Turbo-Flunder auf Weltreise

Rekordversuch eines Solarbootes: Der in Kiel gebaute Katamaran "Tûranor Planet Solar" will in 160 Tagen die Welt umrunden. Die Energie für den Trip soll mittels 38.000 Photovoltaikzellen der Sonne abgezapft werden - doch auch bei wolkigem Himmel macht das platte Schiff noch Fahrt.

Monte-Carlo/Kiel - Der Startschuss zur Erdumrundung des größten Solarboots der Welt ist am Montag gefallen. Der ausschließlich mit Sonnenenergie betriebene Katamaran verließ den Hafen von Monaco und soll in 160 Tagen die 50.000 Kilometer mit durchschnittlich 7,5 Knoten, rund 15 km/h zurücklegen.

Wissenschaftliches Ziel ist es, die Möglichkeit erneuerbarer Energien zu erforschen. Das Schiff ist rund 31 Meter lang und 15 Meter breit. Die Batterien wiegen 13 Tonnen, knapp ein Viertel des Gesamtgewichts von 60 Tonnen.

Die "Tûranor PlanetSolar" ist das größte mit Sonnenenergie betriebene Wasserfahrzeug. Das 530 Quadratmeter große Deck besteht aus insgesamt 825 Solarmodulen mit 38.000 Photovoltaikzellen. Diese und bis zu vier Elektromotoren treiben den Katamaran an. Mit aufgeladenen Solarspeichern kann das Schiff drei Tage ohne Sonnenschein fahren.

Die Idee der Weltumrundung von Ost nach West geht unter anderem auf den 37-jährigen Schweizer Raphaël Domjan zurück. Der Katamaran wurde in der Kieler Schiffswerft Knierim gebaut. Kostenpunkt: 12,5 Millionen Euro. Den größten Teil finanzierte der Eigner Immo Ströher mit seiner Schweizer Holding Rivendell: "Wir hoffen, dass wir der Welt hier etwas Gutes tun, weg vom Irrweg fossiler Energie", sagte Ströher vor der Taufe der "Tûranor", was "Stärke der Sonne" in der Tolkien-Sage "Herr der Ringe" bedeutet.

Die geplante Route führt entlang des Äquators, zunächst über den Atlantik, dann durch den Panamakanal in den Pazifik und von dort über den Indischen Ozean und Suezkanal wieder zurück ins Mittelmeer. Mehrere Zwischenstopps in großen Hafenstädten sind geplant, darunter Miami, Cancún, San Francisco, Sydney, Singapur, Abu Dhabi. Auf der Reise soll das Schiff als "Botschafter für die solare Mobilität" fungieren.

abl/dpa
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