Hamburger Hafengeburtstag Alles im Fluss

Schlepperballett, Schiffstaufe, Schmuddelwetter: Diese drei Elemente standen auch dieses Jahr wieder einmal auf dem Programm des Hamburger Hafengeburtstags. 1,4 Millionen Besucher kamen und Hunderte Schiffe - eines davon versank in der Elbe.

dapd

Hamburg - Mit einem leichten Rückgang bei den Besucherzahlen ist am Sonntag der 823. Hamburger Hafengeburtstag zu Ende gegangen. Rund 1,4 Millionen Besucher kamen nach Veranstalterangaben an den drei Tagen zu dem Volksfest.

Im Vorjahr waren es bei strahlendem Sonnenschein etwa 100.000 Besucher mehr gewesen. "Vor allem das durchwachsene Schmuddelwetter ist für den Rückgang der Gästezahlen verantwortlich", sagte die Sprecherin der Hamburger Messegesellschaft, Saskia Jöhnk. Dennoch seien die Organisatoren vor allem mit der rekordverdächtigen Schiffsparade zufrieden. Zum Programm auf dem Wasser gehörten auch Schiffsbesichtigungen, Rettungsvorführungen und das traditionelle Schlepperballett.

Nach Angaben von Hafenkapitän Jörg Pollmann hatten mehr als 300 Schiffe aus fünf Kontinenten in Hamburg ihre Leinen festgemacht. Mehr als 65.000 Menschen nutzten die Möglichkeit, mit einem Bordbesuch die Segel-, Kriegs-, und Museumsschiffe zu inspizieren. Besonders lange Warteschlangen bildeten sich vor den Fallreepen der Windjammer, der Fregatten "Mecklenburg-Vorpommern" und INS "Teg" sowie am U-Boot U34.

Vier Aida-Schiffe auf einmal

Polizei und Rettungsdienste zogen vorläufig eine positive Bilanz des Hafenfestes. Es sei sogar noch ruhiger als vergangenes Jahr geblieben, sagte ein Sprecher der Polizei. Zu größeren Auseinandersetzungen oder nennenswerten Straftaten sei es nicht gekommen. Während der Veranstaltung war am Samstag ein Sportboot nahe der Hafencity gesunken, nachdem es Wellenschlag bekommen hatte. Die Insassen des Kleinfahrzeugs konnten sich auf eine Barkasse retten.

Höhepunkt des weltweit größten maritimen Volksfestes war am Samstagabend die Taufe der "Aida Mar" mit einem 15-minütigen Feuerwerk. Der Luxusliner ist bereits der neunte Neubau der Aida-Flotte. Zu seiner Inbetriebnahme vor den Landungsbrücken am Alten Elbtunnel waren gleich drei seiner Schwesterschiffe nach Hamburg gekommen, auf zwei großen LED-Leinwänden wurde die Taufe übertragen. Am Sonntag machte auch die "Queen Mary 2", das drittlängste Passagierschiff der Welt, fest.

Am Rande der Veranstaltung hatte der Naturschutzbund (Nabu) gegen die enorme Luftverschmutzung durch die Kreuzfahrtbranche protestiert. Sie gilt momentan als einer der am schnellsten wachsenden Tourismuszweige. In diesem Jahr verzeichnet allein der Hamburger Hafen 164 Kreuzfahrtanläufe.

sto/dapd/dpa



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