Hamburg-Fuhlsbüttel Lufthansa-Personal streikt - Verzögerungen beim Check-in

Das Einchecken wird am Donnerstag länger dauern als sonst: Auf dem Hamburger Flughafen sind rund 2500 Lufthansa-Mitarbeiter des Boden- und Kabinenpersonalws in den Warnstreik getreten. Die Gewerkschaft Ver.di droht mit der Ausweitung des Ausstands.


Hamburg - Nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen haben Beschäftigte der Lufthansa am Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel am Donnerstagvormittag ihre Arbeit niedergelegt. Nach Ver.di-Angaben beteiligten sich an dem befristeten Ausstand rund 2500 Mitarbeiter. Zunächst hätten sich etwa 1500 Werftangestellte gegen 9 Uhr zu einer Auftaktkundgebung getroffen.

Lufthansa: Warnstreik auf dem Hamburger Flughafen
DDP

Lufthansa: Warnstreik auf dem Hamburger Flughafen

Danach holten die Streikenden Mitarbeiter der Logistik, des Caterings, der Systemtechnik und des Check-ins ab, um sich am Lufthansa-Terminal zu einer großen Protestaktion zu treffen. Dort wollte der ver.di-Vorsitzende, Frank Bsirske, am Mittag zu den Beschäftigten sprechen.

Der Flugverkehr sei von dem Streik nicht betroffen, sagte Dietmar Stretz, Fachbereichsleiter Verkehr bei Ver.di Hamburg, der AP. Es gehe darum, die Abläufe bei der Lufthansa zu behindern. "Aber ab mittags kann es Verzögerungen beim Check-in geben", fügte Stretz hinzu. Dann würden auch diese Kollegen streiken. Auch Lufthansa rechnet mit Verzögerungen beziehungsweise einzelnen Ausfällen bei Flügen.

"Wenn die Konzernspitze nicht sehr schnell zur Vernunft kommt, werden wir auch andere Standorte der Lufthansa in Deutschland zu Warnstreiks aufrufen", sagte Ver.di-Bundesvorstandsmitglied Erhard Ott bereits am Mittwochabend kurz nach den gescheiterten Verhandlungen für die rund 60.000 Beschäftigten bei Lufthansa. Diese waren im hessischen Bad Schwalbach ohne Einigung abgebrochen worden.

Die Lufthansa ist der Gewerkschaft zufolge bei ihrem Angebot einer Tariferhöhung von 3,4 Prozent für das Bodenpersonal geblieben und wollte für eine verlängerte Laufzeit von 19 Monaten vom 1. Juni bis 31. Dezember 2009 die Gehälter um weitere 2,1 Prozent erhöhen. "Es ist dreist, den Menschen, die dem Unternehmen Milliarden eingebracht haben, unter dem Strich nicht einmal die Preissteigerungsrate auszugleichen", sagte Ott. Am 1. Juli wollen die Tarifparteien einen erneuten Einigungsversuch unternehmen.

abl/ddp/AP



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