Hamburg Passagiere mussten vier Stunden in liegengebliebenem ICE warten

Kurz vorm Hauptbahnhof ist in Hamburg ein ICE auf freier Strecke liegen geblieben. Eine Evakuierung vor den Elbbrücken war nicht möglich, die über 130 Passagiere mussten mehrere Stunden im Zug ausharren.


Hamburg - Ein ICE mit über hundert Fahrgästen an Bord ist in der Nacht zum Dienstag wegen eines technischen Defekts auf freier Strecke in Hamburg stehen geblieben. Der Zug von München nach Hamburg konnte aufgrund einer Störung am Stromabnehmer im Triebkopf nicht weiterfahren, erklärte eine Sprecherin der Bahn.

Die Fahrgäste mussten über vier Stunden im Zug auf der Strecke zwischen Hamburg-Harburg und Hamburg-Wilhelmsburg, kurz vor den Süderelbbrücken, ausharren. Eine Evakuierung war nicht möglich, da sich der Zug auf offener Strecke befand, teilte die Feuerwehr mit. Das Risiko von Verletzungen sei höher einzustufen gewesen als die Unannehmlichkeiten der Fahrgäste. Sie hätten über mehrere Gleise und Böschungen gebracht werden müssen.

Wie die Bahn am Dienstagvormittag mitteilte, war der Stromabnehmer abgebrochen und hatte sich in der Oberleitung verfangen. Die Bergung der Teile gestaltete sich schwierig, auch mussten die Reste am Zug vor der Weiterfahrt gesichert werden. Nach Beseitigung der Störung konnte der Zug die Fahrt aus eigener Kraft mit dem zweiten Stromabnehmer fortsetzen.

Statt um 20.38 Uhr traf der Zug schließlich gegen 0.50 Uhr am Hamburger Hauptbahnhof ein, wie ein Augenzeuge berichtete. Ein Passagier, der am Dienstag Geburtstag hat, sei so noch zu einem Ständchen im Großraumabteil gekommen. Die Fahrgäste hatten an diesem Tag doppeltes Pech: Wegen einer Baustelle bei Göttingen benötigte ihr Zug schon fahrplangemäß eine Stunde länger als sonst.

abl/dpa/dapd



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