Orkan über Norddeutschland Wie "Xaver" den Verkehr behindert

Der Orkan zeigt Folgen: Am Flughafen in Hamburg wurden bisher mehr als 130 Landungen und Abflüge gestrichen. Bei der Bahn fahren viele Züge nur mit geringer Geschwindigkeit, außerdem mussten einige Verbindungen gestrichen werden.

Xavers Werk: Umgestürzter Baum auf einer Landstraße in Schleswig-Holstein
DPA

Xavers Werk: Umgestürzter Baum auf einer Landstraße in Schleswig-Holstein


Hamburg - Das Orkantief "Xaver" stört den Verkehr auf Schienen, Straßen und in der Luft massiv. Schienentrassen sind beschädigt, Flugzeuge können nicht in Norddeutschland starten und landen, mehrere Autobrücken mussten gesperrt werden.

Die aktuelle Lage im Überblick:

Luftverkehr:

  • Am Flughafen Fuhlsbüttel in Hamburg wurden ab 13 Uhr mehr als 130 Landungen und Abflüge gestrichen, wie auf der Website des Betreibers ersichtlich ist. Am Nachmittag wurde die Abfertigung ganz eingestellt. Insgesamt standen für Donnerstag 380 Starts und Landungen auf dem Flugplan, sagte eine Sprecherin des Flughafens. Auch am Freitag wird der Flugbetrieb noch stark gestört sein: Zurzeit sind bereits 41 Abflüge und 30 Landungen gestrichen. Die Zahl erhöht sich stündlich.

  • Am Flughafen Bremen sind ab 16 Uhr 14 An- und Abflüge gestrichen, vor allem von und nach Stuttgart, München und Frankfurt. Der schwere Sturm wirkt sich auch auf den Betrieb an den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf aus. Vor allem Flüge nach oder aus Norden, wo das Unwetter bereits stärker wütete, mussten abgesagt werden. Dazu gehörten Glasgow, Manchester, Kopenhagen, Amsterdam und Hamburg.

  • Der Flughafen Rostock-Laage stellte seinen Betrieb bis Freitagmittag ein.

  • Für den Frankfurter Flughafen waren die Folgen gering. Lediglich vereinzelte Flüge nach Hamburg und Bremen mussten gestrichen werden. Der Frankfurter Airport ist mit 58 Millionen Passagieren das größte Luftdrehkreuz Deutschlands und Heimatbasis der Lufthansa.

  • In den Niederlanden sind wegen des nahenden Orkantiefs für Donnerstag ebenfalls zahlreiche Flüge gestrichen worden. Betroffen seien zunächst 84 Kontinentalflüge vom und zum Amsterdamer Flughafen Schiphol, sagte ein Flughafensprecher. Interkontinentalflüge seien zunächst nicht betroffen. Auch in Großbritannien, Norwegen und Dänemark fielen Flüge aus.

Zugverkehr:

Die Deutsche Bahn hat nicht nur den Fernverkehr mit IC und ICE in Schleswig-Holstein gestoppt, sondern sperrte auch die Trassen zwischen Dortmund und Münster sowie zwischen Hannover und Bremen. Am Abend wurden die Strecken Rostock - Stralsund und Stralsund - Greifswald gesperrt. Der Fernverkehr von Hamburg nach Kiel und Kopenhagen kam zum Erliegen. Es gibt erste Beschädigungen an den Strecken. Daher fiel in Schleswig-Holstein eine Reihe von Regionalzügen aus oder die Geschwindigkeiten der Züge wurden reduziert, was zu Verspätungen führt.

Betroffen sind unter anderem die Verbindungen zwischen Kiel und Flensburg, zwischen Kiel und Husum und zwischen Husum und St. Peter-Ording. Außerdem auf Strecken zwischen Kiel und Lübeck, Lübeck und Lüneburg, Lüneburg und Danneberg und weiteren. Der Sylt Shuttle der Bahn stellte um 10.30 Uhr den Betrieb vollständig ein. Auch Züge zwischen Kiel und Eckernförde fielen komplett aus.

Auch Nachtzugverbindungen aus, nach und durch Norddeutschland sind teilweise gestrichen. Laut der Bahn-Webseite sind im Wesentlichen Verbindungen betroffen, die von und nach Kopenhagen, Amsterdam, Warschau und Prag, die über Hamburg oder Hannover führen.

Die Bahn hat zudem Dieselloks in die Regionen gefahren, wo der Sturm besonders stark zuschlagen soll. Die Lokomotiven könnten zum Einsatz kommen, wenn Oberleitungen vereist oder durch Sturmschlag beschädigt seien. Sie könnten auch liegengebliebene Züge abschleppen. Außerdem sind die Bereitschaftsdienste zur Reparatur von Oberleitungen sowie zur Räumung von Bahnsteigen und Gleisen nach Angaben des Konzerns in Alarmbereitschaft.

Zur Information der Kunden an den Bahnhöfen und per Telefon wurden zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt. 64 Schneeräumfahrzeuge und 37 Abtauanlagen für Züge seien bundesweit einsatzbereit. Reisende forderte die Bahn auf, sich vor Zugfahrten über Einschränkungen im Bahnverkehr zu informieren.

Fährbetriebe:

Den Fährverkehr hat das Tief schon vor seiner Ankunft durcheinandergewirbelt: Die Fährbetriebe zu den nordfriesischen Inseln sowie den Halligen im Wattenmeer kündigten Behinderungen und Ausfälle an. Die Helgoland-Schiffe der Reederei Cassen Eils sollen in Cuxhaven bleiben.

Die Fährreederei Scandlines stoppte bis Freitagvormittag den Dienst auf der Route von Rostock ins dänische Gedser. Auch Stena Line kündigte Fahrplanänderungen an. Die Schiffe der Color Line, die zwischen Kiel und Oslo pendeln, fahren zurzeit fahrplanmäßig.

Straßenverkehr:

Der Sturm macht zahlreiche Brücken für Fahrzeuge unpassierbar. Die Fehmarnsund-Brücke auf der B207sowie die Rader-Hochbrücke auf der A7 sind je nach Windstärke, die von einem automatischen Warnsystem gemessen wird, entweder für den gesamten Verkehr oder nur für Lastwagen sowie für Autos mit Anhängern gesperrt. Die Störbrücke auf der A23 und die B5-Kanalbrücke sind laut Angaben der Polizei Schleswig-Holstein für alle Fahrzeuge gesperrt. Im Oberharz behindert unterdessen starker Schneefall den Verkehr. Für Lastwagen ist das Gebiet gesperrt.

Die aktuellen Prognosen zu "Xaver" lesen Sie hier.

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Orkan über Deutschland: Die Prognose für "Xaver" im Stundentakt
Hier finden Sie aktuelle Informationen zur Verkehrslage:

Zugverkehr:

Updates zum Orkan "Xaver" erhalten Kunden auf der Webseite der Deutschen Bahn oder unter 0180-6996633.

In Hamburg informiert die Hochbahn im Internet über Auswirkungen auf den U-Bahn- und Busverkehr.

Reedereien:

Frisia (fährt nach Norderney und Juist): 04931-9870

Syltfähre: 0461-864601

Reederei Cassen Eils (fährt nach Helgoland): 04725-640533

Fluglinien:

Flughäfen:

Aktuelle Neuigkeiten über Verspätungen und Flugausfälle geben die Flughäfen auf ihren Webseiten bekannt.

Autoverkehr:

Der ADAC informiert auf seiner Webseite über die Lage auf Deutschlands Straßen.

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    Orkanböen von über 150 Kilometern in der Stunde, Schneefall, Sturmflut: Norddeutschland wappnet sich für Orkantief "Xaver". Die Feuerwehr warnt vor umherfliegenden Gegenständen und umstürzenden Bäumen. Hat es auch bei Ihnen kräftig gestürmt?
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abl/sto/dpa/Reuters

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