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Geschenketipp: Die besten Kartenspiele für Reisen

Foto: Mark Fischer

Zeitvertreib auf Reisen Die besten Kartenspiele für unterwegs

Sie sind handlich, praktisch, meist einfach zu lernen - und können sogar beim Kennenlernen helfen: Moderne Kartenspiele bieten spannende Unterhaltung. Was sind die besten? Und wie reisetauglich sind sie? Der Check.

Die Zeiten, in denen man allein mit ein bisschen Glück und guten Karten ein Spiel für sich entscheiden konnte, sind wohl vorbei. Wer ein modernes Kartenspiel gewinnen will, muss bereit sein, in fremde Welten einzutauchen. Er muss Zauberer unter seinen Einfluss bringen, Feuerwerke entfachen oder auf dem Bazar um Klunker und Kamele feilschen. Er muss kämpfen, kaufen, kooperieren. Er braucht eine Taktik für den Schwarzmarkt und eine für den Weltmarkt.

42 Jahre nach dem Erscheinen von Uno sind Kartenspiele zu kleinen Kunstwerken geworden. Sie haben pfiffige Ideen und ausgeklügelte Spielmechanismen. Jede Entscheidung beeinflusst den weiteren Verlauf der Partie. Selbst Erwachsene lassen sich davon stundenlang fesseln.

Für Reisende haben Kartenspiele noch einen weiteren Vorteil: Anders als die sperrigen Kartons der großen Gesellschaftsspiele sind Kartenspiele klein und handlich - und damit ideale Reisebegleiter, auf Berghütten, am Strand, im Flugzeug und in Zügen.

SPIEGEL ONLINE hat die Zeitvertreiber für Reisende getestet, hier sind die besten:

"Hanabi": Beim Spiel des Jahres 2013 geht es um Zusammenarbeiten

"Hanabi": Beim Spiel des Jahres 2013 geht es um Zusammenarbeiten

Foto: ABACUSSPIELE Verlag

"Hanabi"

Um was geht's? Ein Feuerwerk zu entfachen

Was wiegt's? 150 Gramm

Wie funktioniert das? Karten mit Feuerwerksbildern werden nach Farben und Zahlen geordnet in Reihen abgelegt. Die Herausforderung: Die Spieler sehen nicht die eigenen Karten, sondern nur die der Mitspieler. Aus Hinweisen wie: "Du hast drei blaue Karten" oder "Eine deiner Karten ist eine Vier" muss der Spieler kombinieren, welche Karte er ausspielen soll.

Worin liegt der Reiz? In der ungewöhnlichen Spielidee: Weil man seine Karten nicht sieht, kann man nur gewinnen, wenn man mit den Mitspielern kooperiert. Auch deshalb hat "Hanabi" den Preis zum "Spiel des Jahres 2013" gewonnen.

Reisebekanntschafts-Tauglichkeit: Mittel. Der Charme des Teamgedanken könnte eingefleischte Kartenspieler abschrecken.

Ideal für: Zugreisen. Die Tischplätze im Großraumwagen sind perfekt.

"Hanabi". Abacus-Verlag; 2 bis 5 Spieler ab 10 Jahren; um 6 Euro.

"Wizard": Ein Spiel für jede Reiselage

"Wizard": Ein Spiel für jede Reiselage

Foto: Amigo Spiele

"Wizard"

Um was geht's? Die Zukunft vorherzusagen

Was wiegt's? 200 Gramm

Wie funktioniert das? Anhand seiner Karten soll man vorhersagen, wie viele Stiche man in der nächsten Runde machen wird. Durch geschicktes Abwerfen und Trumpfen versuchen die Spieler dann, ihre Prognosen zu erfüllen.

Worin liegt der Reiz? In der flexiblen Spieldauer: Man kann damit einen ganzen Abend verzocken - oder mal eben zehn Minuten Wartezeit überbrücken. Die knallbunten Fantasy-Motive auf den Karten sind für Menschen über 14 Jahre vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig. Aber wer den Spielmechanismus kapiert hat, erliegt dem Zauber garantiert.

Reisebekanntschafts-Tauglichkeit: Sehr hoch. Das Spiel ist in kleiner und großer Runde schnell erklärt und überaus unterhaltsam.

Ideal für: Jede Lebenslage. Mit "Wizard" kann man einen langen Hüttenabend ebenso bestreiten wie einen Kurzstreckenflug. Bei unerwarteten Turbulenzen lassen sich die Karten schnell wegpacken - und sobald es ruhiger wird, kann man an gleicher Stelle weiterspielen.

"Wizard". Amigo Verlag; 3 bis 6 Spieler ab 10 Jahren; um 7 Euro.

"Jaipur": Endlich ein Kartenspiel, das auch zu zweit Spaß macht

"Jaipur": Endlich ein Kartenspiel, das auch zu zweit Spaß macht

Foto: GameWorks

"Jaipur"

Um was geht's? Sich die Gunst des Maharadschas zu erkaufen

Was wiegt's: 308 Gramm

Wie funktioniert das? Alle Spieler sind Händler auf einem Basar. Sie versuchen, Waren günstig zu erwerben und teuer zu verkaufen. Es gewinnt derjenige, der beim Handel mit Diamanten, edlen Stoffen und Kamelen seinen Kontrahenten aussticht.

Worin liegt der Reiz? In der Zweisamkeit. "Jaipur" ist eines der seltenen, gelungenen Kartenspiele für zwei Spieler.

Reisebekanntschafts-Tauglichkeit: Hoch. Das Spiel ist schnell erklärt, leicht zu lernen und trotzdem taktisch.

Ideal für: Ein romantisches Wochenende in Marrakesch

"Jaipur". Game Works; 2 Spieler ab 12 Jahren; um 13 Euro.

"Es war einmal": Ein Spiel für Geschichten am Kaminfeuer

"Es war einmal": Ein Spiel für Geschichten am Kaminfeuer

Foto: Pegasus

"Es war einmal"

Um was geht's? Der größte Märchenonkel weit und breit zu werden

Was wiegt's? 295 Gramm

Wie funktioniert das? Die Spieler müssen mit Hilfe ihrer Karten eine Geschichte erzählen. Jedes Mal, wenn sie einen Begriff von ihren Karten in die Erzählung einbauen, dürfen sie diese Karte ablegen. Wer als Erster keine Karten mehr hat, gewinnt.

Worin liegt der Reiz? In der Kreativität. Wer aus "Sturm", "Sumpf", "Kessel", "Zauber" und "Wolf" ein Märchen erfindet, lässt seine Phantasie (und die der Mitspieler) erblühen.

Reisebekanntschafts-Tauglichkeit: Hoch. Das Spiel ist kommunikativ. Selbst Stummfische am Tisch kommen dadurch ins Reden. Aufgrund der Kartentexte lässt sich "Es war einmal" leider nur mit deutschsprachigen Bekanntschaften spielen.

Ideal für: Ferien im Robinson-Club. Wenn "Es war einmal" auf den Tisch kommt, braucht es keinen Animateur mehr.

"Es war einmal". Pegasus; 2 bis 6 Spieler ab 8 Jahren; 14,95 Euro.

"Kuhhandel": Komplexer, als es auf den ersten Blick aussieht

"Kuhhandel": Komplexer, als es auf den ersten Blick aussieht

Foto: Ravensburger

"Kuhhandel"

Um was geht's? Shoppen auf dem Bauernhof.

Was wiegt's? 272 Gramm

Wie funktioniert das? Die Spieler bieten auf Hühner, Ziegen, Esel, Kühe und Schweine. Es gewinnt immer derjenige mit dem höchsten Gebot. Doch die Tiere geben erst Punkte, wenn man ein Quartett davon im Stall hat. Deshalb beginnt in der zweiten Runde das Feilschen, Bluffen und Zocken. Jeder versucht, den Mitspielern möglichst günstig Tiere abzukaufen. Aber Achtung: Wer zu niedrig bietet, riskiert, die eigene Herde zu verlieren.

Worin liegt der Reiz? In den Versteigerungen. Man zahlt Gebote immer an die Mitspieler, nie an die Bank. Das Geld wandert also von Spieler zu Spieler - und wenn man den Überblick darüber verloren hat, wer wie viele Taler auf der Hand hat, muss man anfangen zu bluffen.

Reisebekanntschafts-Tauglichkeit: Mittel. Für ein Kartenspiel sind Regeln und Spielmechanismus recht komplex. Gewohnheitsspieler werden begeistert sein, Malefiz-Würfler sind vielleicht überfordert.

Ideal für: Den Familienurlaub. Das Spiel bekommt eine neue Dimension, wenn man die Mitspieler gut kennt - und glaubt, ihr Kaufverhalten auf dem Bauernhof einschätzen zu können. Allerdings kann man dabei auch voll auf die Nase fallen.

"Kuhhandel". Ravensburger Kartenspiele; 3 bis 5 Spieler ab 10 Jahren; um 12 Euro.

"Ebbes": Stich für Stich aus der Pfalz

"Ebbes": Stich für Stich aus der Pfalz

Foto: Mark Fischer

"Ebbes"

Um was geht's? Nicht als Saarländer zu enden

Was wiegt's? 385 Gramm

Wie funktioniert das? "Ebbes" ist ein klassisches Stichkartenspiel. Doch anders als zum Beispiel beim Skat ist anfangs nicht klar, welche Farbe Trumpf ist und welche Plus- und Minuspunkte bringt. Erst im Laufe des Spiels klärt sich dieses Geheimnis durch Ausspielen bestimmter Karten auf.

Worin liegt der Reiz? In der Ungewissheit. Man muss am Anfang jeder Runde Entscheidungen treffen, deren Folgen sich erst später abschätzen lassen. Trotzdem ist "Ebbes" kein Glückspiel, sondern entwickelt auch für gewiefte Taktiker einen hohen Wiederspielfaktor.

Reisebekanntschafts-Tauglichkeit: Hoch. Für Skat-Brüder und Doppelkopf-Freunde aus allen Ländern birgt "Ebbes" einen hochspannenden Zusatzmechanismus. Kartenspiel-Novizen müssen allerdings erst mal lernen, was ein "Stich" ist.

Ideal für: Gruppenreisen mit Pfälzern ("Ebbes" heißt im Dialekt so viel wie "ein bisschen"). Und für Auszeiten am anderen Ende der Welt. Denn die Symbole des Spiels sind in der Pfalz verortet - das kann bei Heimweh hilfreich sein.

"Ebbes". Palatia Spiele; 3 bis 5 Spieler ab 10 Jahren; um 18 Euro (über milan-spiele.de)

"Love Letter": Mit einer Handvoll Herzen

"Love Letter": Mit einer Handvoll Herzen

Foto: Pegasus

"Love Letter"

Um was geht's? Das Herz der Prinzessin zu erobern

Was wiegt's? 222 Gramm

Wie funktioniert das? Jede Handkarte stellt einen Charakter dar, mit dem man eine Aktion ausführen kann. Die Aktionen dienen dazu, Mitspieler zum Ausscheiden zu bringen. Der Spieler, der am Ende übrig bleibt, gewinnt die Runde. Klingt simpel, ist aber durchaus eine Herausforderung.

Worin liegt der Reiz? Im Minimalismus des Materials: Das Spiel besteht nur aus 16 Karten und einer Handvoll Holzherzen. Und jeder Spieler hält immer nur eine einzige Karte auf der Hand.

Reisebekanntschafts-Tauglichkeit: Hoch. "Love Letter" ist ein einfaches Spiel und trotz des Ausscheidungsverfahrens muss niemand lange tatenlos zusehen. Eine Runde ist ganz schnell vorbei. Im Youth Hostel von Sydney wird man allerdings kaum Mitspieler rekrutieren können. Alle Texte sind auf Deutsch verfasst.

Ideal für: Den Strandurlaub. Weil die Karten größer und schwerer sind als normale Spielkarten, fliegen sie nicht beim ersten Windstoß weg. "Love Letter" lässt sich aber auch gut am Flughafen spielen. Bis der Ferienflieger endlich betankt ist, hat man locker vier Runden gezockt.

"Love Letter". Pegasus; 2 bis 4 Spieler ab 10 Jahren; um 10 Euro.

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