Handy-Gespräche im Flug Lästig oder nützlich?

Die arabische Fluglinie Emirates will als Erste die Handy-Nutzung an Bord ihrer Boeing 777 ermöglichen. Andere Airlines zögern aus Rücksicht auf ihre Gäste noch. Dabei könnten einfache Regeln für Ruhe an Bord sorgen.


Frankfurt/Main - Das Flugzeug erreicht gerade die notwendige Reiseflughöhe, da klingelt das Handy. Was bislang im internationalen Flugverkehr verboten war, könnte bald schon zur Normalität werden. Denn mit der arabischen Fluggesellschaft Emirates will die erste Airline ab Januar 2007 weltweit Handy-Gespräche erlauben und mit einer speziellen Technik während des gesamten Fluges ermöglichen. In Deutschland jedoch ist die Benutzung von Mobiltelefonen während des Fluges nach den derzeit geltenden gesetzlichen Bestimmungen noch verboten, teilte das Luftfahrt-Bundesamt in Braunschweig mit.

Ob andere Fluggesellschaften nachziehen, sei ebenfalls noch offen, sagt Martin Gaebges, Generalsekretär des Boards of Airline Representatives in Germany (BARIG) in Frankfurt am Main. "Es läuft eine kontroverse Diskussion", sagt Gaebges. "Einerseits möchte man dem Fluggast nichts verbieten, was nicht unbedingt notwendig ist." Auf der anderen Seite sei man sich nicht schlüssig, ob die Erlaubnis für Handy-Gespräche ein Vorteil oder ein Nachteil ist. Dabei macht den Fluggesellschaften vor allem Sorgen, dass sich andere Passagiere gestört fühlen könnten.

"Ruhebedürfnis steht im Vordergrund"

Für die Deutsche Lufthansa ein klarer Fall: Selbst wenn es technisch möglich sei, werde die Handy-Nutzung an Bord von Lufthansa-Maschinen nicht erlaubt, sagte bereits vor kurzem der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Mayrhuber. "Das Ruhebedürfnis unserer Kunden steht im Vordergrund", erklärt Lufthansa-Sprecherin Amélie Lorenz in Frankfurt am Main. Damit richte sich die Lufthansa auch nach den Wünschen ihrer Kunden. Befragungen hätten ergeben, dass ein Großteil der Passagiere ein Verbot von Handy-Telefonaten begrüßt. "Das ist das Gleiche wie beim Rauchen", sagt Lorenz. Dieses Verbot sei auch nicht sicherheitsrelevant, es werde aber aus Rücksicht auf andere Passagiere verhängt.

Rücksicht ist auch das Schlagwort für die Kommunikationsexpertin Susanne Helbach-Grosser, Inhaberin der Firma "Takt und Stil" mit Sitz in Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg). "Leise sprechen und sich kurz fassen", lautet ihr Ratschlag für Telefongespräche im Flugzeug. Wer wirklich länger telefonieren muss, sollte - gerade in den engen Reihen der Economy-Class - aufstehen und sich in den Catering-Bereich begeben. "Man fliegt ja auch häufig über Zeitzonen", sagt Helbach-Grosser. Viele Passagiere hätten da das Bedürfnis, zu schlafen.

Wer sich von Vieltelefonieren im Flugzeug belästigt fühlt, sollte den Störenfried ruhig ansprechen, findet Helbach-Grosser: "Mit eisigen Blicken kommt man meistens gar nicht weiter." Und gerade wenn der Sitznachbar oder Geschäftsmann eine Reihe weiter lauthals in sein Handy spricht, sei es vielleicht etwas unangebracht, das Flugpersonal um Hilfe zu bitten.

Emirates stellt Regeln auf

Bei Emirates soll die Kabinenbesatzung nach den Worten eines Sprechers schon im Voraus dafür sorgen, dass das Telefonieren nicht überhand nimmt. So sollen die Flugbegleiter darauf hinweisen, dass das Handy beim Abflug auf lautlosen Betrieb gestellt wird, um andere Fluggäste nicht zu stören. Die Mobiltelefone dürfen auch erst in Reiseflughöhe bedient werden. Bei Start und Landung herrscht also weiterhin Ruhe in der Kabine. Außerdem erlaube das System maximal fünf bis sechs Gespräche gleichzeitig, heißt es weiter. Und das Personal könne es jederzeit so umstellen, dass nur noch SMS-Versand möglich ist.

Mit Telefonaten an Bord von Flugzeugen dürfte das Flugpersonal allerdings grundsätzlich vertraut sein: Fluggäste können schon seit Jahren bei mehreren Fluggesellschaften, darunter auch Emirates, mit sogenannten In-Seat-Telefonen via Satellit telefonieren. Die Gesprächskosten werden über die Kreditkarte abgerechnet. Der Vorteil von Handy-Telefonaten ist aber, dass Geschäftsreisende und Globetrotter nun wirklich in fast allen Teilen der Welt über ihre eigene Nummer erreichbar wären - sogar über den Wolken.

Von Annika Graf, gms



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Seite 1
tit4tat(m), 13.11.2006
1. "Überwiegt der Vorteil der ständigen Erreichbarkeit die Nachteile?"
Die allerwenigsten(!) müssen ständig erreichbar sein ... ... der Rest kann/mag nicht delegieren - falls Chef! - oder aber - falls nicht: - braucht eigentlich kein Mobiltelefon, gibt es doch auch noch etwas derart "Steinzeitliches" wie den Anrufbeantworter!
DJ2002dede, 13.11.2006
2.
---Zitat von sysop--- Die Fluggesellschaft Emirates will die Erste sein, die Handy-Gespräche an Bord ermöglicht. Die Lufthansa will ihren Gästen die Lärmbelästigung nicht zumuten. Was denken Sie? Überwiegt der Vorteil der ständigen Erreichbarkeit die Nachteile? ---Zitatende--- Ist denn auf Lufthansa-Maschinen auch das Reden verboten? Was anderes macht man ja beim Handytelefonieren auch nicht...
fritze meier, 13.11.2006
3. ziemlich albern
naklar, jetzt also auch noch im flugzeug quasseln und damit die letzte bastion von uns freien stürmen. eine inzwischen vom cell untrennbare erkenntnis ist: erst, wenn man weiss, wann man abschaltet bzw. klingeln lässt, hat man die freiheit der wirklich begehrten erreicht. in einem job, wo das telefon im durchschnitt 30 mal pro tag klingelt, hat man ziemlich schnell raus, dass die nichterreichbarkeit über 4 oder auch 10 stunden einen lebensverlängernden, entspannenden und im ernstfall aphrodisierenden effekt hat, der durch nichts aufzuwiegen ist. zum glück ist jeder berufstätige mensch sowieso stets durch einen anderen ersetzbar. und mitunter zwingt dann die mailbox höchst edukativ den anrufer zur aufgabe der bequemen unsitte des schnellen nachfragens. noch ein rat an den so genannten entscheidungsträger: wichtige entscheidungen werden nie ad hoc getroffen, sondern gehören wohl überlegt. mein votum: des-wichtikus-telefonierzone auf den tragflächen einrichten. dann reguliert sich das von selber.
RobWe, 13.11.2006
4.
---Zitat von sysop--- Die Fluggesellschaft Emirates will die Erste sein, die Handy-Gespräche an Bord ermöglicht. Die Lufthansa will ihren Gästen die Lärmbelästigung nicht zumuten. Was denken Sie? Überwiegt der Vorteil der ständigen Erreichbarkeit die Nachteile? ---Zitatende--- Nein - auf gar keinen Fall! Mir graut schon vor dem Gedanken in Zukunft auch im Flugzeug von superwichtigen Business Menschen oder von trendy Szenevolk umgeben zu sein, für die das Abschalten Ihres Mobiltelefons einer Persönlichkeitseinschränkung gleichkommt.
wanderprediger, 13.11.2006
5.
---Zitat von sysop--- Die Fluggesellschaft Emirates will die Erste sein, die Handy-Gespräche an Bord ermöglicht. Die Lufthansa will ihren Gästen die Lärmbelästigung nicht zumuten. Was denken Sie? Überwiegt der Vorteil der ständigen Erreichbarkeit die Nachteile? ---Zitatende--- Gespräche mit dem Mobile sind lästig, eine Zumutung für die Mitreisenden. Die Lufthansa tut gut daran, dem Vorhaben der Emirates nicht zu folgen.
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