Hannoveraner im Abenteuer Mit rosenverzierter Cessna um die Welt

Jede Menge Aufmerksamkeit ist ihnen sicher: In ihrer mit roten Rosen verzierten Cessna wollen zwei Piloten in 80 Tagen um die Welt fliegen. 30 Länder stehen auf dem Plan der 58.000 Kilometer weiten Reise, die heute mit einem Formationsflug begann.

Hannover - Auffallen werden Uwe Thomas Carstensen und Sebastian Rothammel bei ihrem Abenteuer bestimmt: In der mit roten Rosen bemalten einmotorigen Cessna "Marie" wollen die beiden in 80 Tagen die Welt umrunden. Pilot und Copilot präsentierten sich vor dem bunten Flugzeug heute Mittag auf dem Rollfeld des Flughafen Langenhagen in Hannover noch einmal den Fotografen, bevor sie sich von Freunden und Familie verabschiedeten und zum Flug in die weite Welt starteten.

Fremde Länder und Leute kennen zu lernen sei der besondere Reiz an diesem Abenteuer, sagte der 60 Jahre alte Carstensen kurz vor dem Abflug. Vor gut vier Jahren kam dem Wirtschaftsingenieur der Gedanke an eine Weltumrundung. "Ich bin einfach ein leidenschaftlicher Flieger", sagt der 60-Jährige. Seit seinem ersten Drachenflug 1987 begeistert ihn die Möglichkeit, die Welt von oben zu betrachten.

Eine Privatpilotenlizenz besitzt Carstensen seit 1995. Mit seiner Maschine war er bereits häufig in Deutschland und Europa unterwegs. "Irgendwann stellte ich mir die Frage, warum ich nicht mehrere Reisen miteinander verbinden sollte", erklärt der Pilot. Auf das bevorstehende Abenteuer ist er sehr gespannt. In den Tropen zu fliegen sei schließlich schon etwas anderes als in Norddeutschland.

Flug entlang des Mount Everest wird das Highlight

Gut vier Monate habe die Planung der 58.000 Kilometer langen Reise gedauert. Während einer ersten Etappe von 40 Tagen wird es über den Balkan, den Nahen Osten, Indien, Nepal und Südostasien nach Australien und Neuseeland gehen. Nach einer dreimonatigen Pause fliegt die Crew weiter über Japan, Russland, Nordamerika und Grönland zurück nach Hannover. Insgesamt wollen die beiden Piloten Station in 30 Ländern machen und 55 Flughäfen ansteuern.

Copilot Rothammel ist vor dem Abflug schon etwas nervös. Der 27-jährige Student der Luft- und Raumfahrttechnik ist durch Zufall auf das Projekt gestoßen. Für seine geplante Berufspilotenausbildung benötigt er 150 Flugstunden in einem einmotorigen Flugzeug. Auf eine Anzeige in einer Fachzeitschrift meldete sich Carstensen bei ihm. Nun freut er sich besonders darauf, "viele Länder zu bereisen, die man sonst im Urlaub nicht sieht." Ein Highlight wird für ihn der Flug entlang des Mount Everest sein.

Mit dem Flug um die Welt will Wirtschaftsingenieur Carstensen zur Völkerverständigung beitragen. So ist während der Reise ein Aufenthalt in Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh geplant, wo die Piloten ein von der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) unterstütztes Projekt zur Sexualaufklärung Jugendlicher besuchen werden. Carstensen und seine Ehefrau Marie gründeten 2005 eine eigene Stiftung, deren Einnahmen an Aufklärungsprojekte der DSW gehen.

Carstensen und Rothammel wollen sich mit ihrer Reise in die Liste der Weltumrundungen mit einmotorigen Flugzeugen eintragen lassen.

Seit 1924 haben 138 Crews ein solches Abenteuer gewagt. Wenn das bunte Flugzeug Mitte September wieder in Hannover landet, werden die beiden die die 139. sein.

Von Friederike Dittmer, ddp

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