Chef von Hapag-Lloyd-Cruises im Interview "Mainstream können andere besser"

Eine Reise auf dem gerade getauften Expeditionsschiff "Hanseatic nature" kostet rund 640 Euro - pro Tag. Hier erklärt Karl J. Pojer von Hapag-Lloyd Cruises, was Luxuskunden heute erwarten.

Hapag-Lloyd Cruises/ Christian Wyrwa

Ein Interview von


SPIEGEL ONLINE: Sie haben die "Hanseatic nature" am vergangenen Wochenende in Hamburg getauft - als erste von drei Schwesterschiffen. Technisch ist sie für die extremen Weltregionen ausgerüstet, was macht sie noch besonders?

Pojer: Das Platz- und Raumangebot ist so groß wir auf keinem anderen Expeditionsschiff - wir haben drei Restaurants und einige Bars, einen Umlauf am Vorschiff und einen überdachten Pool. Speziell im Hotelbereich setzen wir Maßstäbe für die Branche.

SPIEGEL ONLINE: Die Reisen kosten im Schnitt 640 Euro - pro Tag. Wer sind Ihre Kunden?

Pojer: Unsere Kunden sind sehr reiseerfahren und haben in der Regel Zeit, Geld und einen extrem hohen Anspruch. Entscheidende Kriterien für sie sind die Route - anders als in den USA, wo eher das Schiff das Ziel ist -, Gastronomie, Individualität und Raum. Der Luxuskunde will alles sein, nur nicht Mainstream. Und was der größte Teil unserer Passagiere nicht will: große Schiffe.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben Bedienpaneele in den Kabinen, die recht kompliziert aussehen. Kommen Ihre vielleicht eher älteren Gäste damit klar?

Pojer: Der Großteil unserer Kunden ist diesen Standard gewohnt. Als ich aber das Unternehmen vor sechs Jahren übernahm, habe ich festgestellt, dass es auf der "Europa 2" keinen Hauptschalter gab. Man musste vom Bett aufstehen, um das Licht zu löschen. Das habe ich sofort ändern lassen, was sehr teuer war. Auf der "Hanseatic nature" als Expeditionsschiff mussten wir noch viel praktischer denken: Auf einem normalen Kreuzfahrtschiff würden Sie zum Beispiel nie einen extra Gummistiefelraum bauen. Oder eine beheizbare Wand ins Badezimmer, an die Sie Ihren von einer Expedition nassen Parka zum Trocken hängen.

  • Hapag-Lloyd Cruises
    Karl J. Pojer, 1954 in Österreich geboren, ist seit Mai 2013 Vorsitzender der Geschäftsführung von Hapag-Lloyd Cruises, einer hundertprozentigen Tochter der TUI AG. Nach einem Hotelfachstudium arbeitete er bei verschiedenen Hotelkonzernen in Ländern wie USA, Portugal und Deutschland. Seit 1996 ist er bei TUI und war verantwortlich für die Robinson Clubs und TUI Hotels und Resorts. Pojer ist seit 2016 Chairman des Leadership Councils von Clia Deutschland, dem Branchenverband der deutschen Kreuzfahrtindustrie.

SPIEGEL ONLINE: Ihr älteres Luxusschiff, die "Europa", ist schon 20 Jahre alt. Haben sich im Laufe der Jahre die Ansprüche der Luxuskunden verändert?

Pojer: Ja, vom Haben zum Sein, sie wollen Erlebnisse, mehr Individualität. Ihre Intention ist dabei, nicht erlebnishungrig zu sein, sondern Lernen, Sehen, Bildung - was eine ganz andere Herangehensweise ist. Daher haben wir zum Beispiel viele Wissenschaftler als Lektoren an Bord, wie Glaziologen, Biologen oder Geologen.

SPIEGEL ONLINE: Auf Ihren Expeditionen dringen Sie in extreme, aber auch empfindliche Ökosysteme vor. Sehen Sie keinen Konflikt zwischen Tourismus und Naturschutz?

Pojer: Nein, denn im Expeditionsbereich gelten viele Regularien, an die wir uns strikt halten. Wir haben aber auch bewusst diese Schiffsgröße gewählt: klein, fein, exklusiv. Ich glaube nicht, dass man mit mehreren Hundert Passagieren Expeditionen machen kann - jedenfalls nicht auf dem Niveau, wie wir es verstehen, mit Lektoren, Individualität, Zodiac-Fahrten. Zudem sind Landgänge in vielen Gebieten auf hundert Personen beschränkt. Mit unseren kleinen Schiffen werden wir auch in Zukunft Auflagen erfüllen, die die großen eventuell nicht mehr erreichen.

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"Hanseatic nature": Ein Schiff der Extreme

SPIEGEL ONLINE: Im Juli musste in Spitzbergen bei der Vorbereitung eines Landgangs Ihrer Passagiere ein Eisbär erschossen werden. Wie können Sie es rechtfertigen, in diese Gebiete zu fahren?

Pojer: Dies war ein tragischer Vorfall, den wir sehr bedauern für Mensch und für Tier. Es gibt sehr strenge Vorschriften für solche Landgänge, und wir ergreifen alle Vorkehrungen, damit es nicht zu einer Begegnung von Mensch und Tier kommt. Die Landgänge dienen auch niemals der Beobachtung von Eisbären. Bevor wir an Land gehen, checken sogenannte Eisbärenwächter das Gebiet. Sollte ein Eisbär in der Nähe sein, wird der Landgang sofort abgebrochen Wir haben den Vorfall intensiv aufgearbeitet und die Vorschriften noch mal verschärft.

SPIEGEL ONLINE: Vielleicht sind offizielle Regularien manchmal nicht ausreichend...

Pojer: Es ist uns sehr bewusst und auch unser Anliegen, dass wir diese Ökosysteme bewahren müssen. Wir sind inzwischen Mitglied der AECO, einem Branchenverband, dessen Mitglieder sich selbst Leitlinien für einen nachhaltigen Arktis-Tourismus auferlegen und sich austauschen. Unseren Gästen ist das Thema Nachhaltigkeit ebenfalls wichtig - das sehen wir an den Fragen vor der Buchung. Und jene, die auf einer Expedition dabei waren, kommen als bessere Menschen zurück: Ihnen ist bewusster, die Natur zu schützen.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben angekündigt, Ihre Expeditionsflotte nicht mehr mit Schweröl zu betreiben und dafür das schadstoffärmere Marine Gasoil einzusetzen. Andere Reedereien sagen, das sei zu teuer. Wie viel Mehrkosten planen Sie ein?

Pojer: Das kann ich nicht öffentlich sagen, es ist aber eine erhebliche Investition. So wollen wir zeigen, dass wir Verantwortung übernehmen.

SPIEGEL ONLINE: In Häfen wie Hamburg, auf der Nordsee, Ostsee oder in der Antarktis zum Beispiel darf Schweröl schon jetzt nicht mehr benutzt werden. Ab wann verzichten Sie ganz?

Pojer: Ab Juli 2020 auf allen Expeditionsrouten. Die Umstellung braucht etwas Zeit.

SPIEGEL ONLINE: Norwegen hat gerade beschlossen , dass der Kreuzfahrtverkehr mindestens in den Weltkulturerbe-Fjorden ab 2025 emissionsfrei sein soll. Dürfen Ihre neuen Schiffe dann noch anlegen?

Pojer: Unsere neuen Expeditionsschiffe sind landstromfähig und mit SCR-Katalysatoren ausgestattet, die den Stickoxidausstoß um rund 95 Prozent reduzieren. Dadurch und durch weitere technische Ausstattungen erfüllen die Neubauten die von Norwegen geforderten technischen Umweltstandards bereits heute.

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Rundgang auf der "Hanseatic nature": Aquariumgefühl und Pinguinwacht

SPIEGEL ONLINE: Viele Reedereien setzen bei ihren Neubauten zurzeit auf das Flüssigerdgas LNG. Sie haben sich schon bei der Planung der "Hanseatic"-Schwesterschiffe dagegen und für SCR-Katalysatoren entschieden. Wieso?

Pojer: Zum einen ist dies ein Versorgungsproblem: Bei Fahrten etwa im Mittelmeer ist das lösbar, aber wir fahren ja rund um die Welt in sehr entlegene und extreme Gebiete wie zum Beispiel durch die Nordostpassage. In Ushuaia etwa, dem Ausgangspunkt für Antarktis-Reisen, wird es wohl auch mittelfristig keine LNG-Bunkerstationen geben. Außerdem ist das auch ein Platzproblem: Bei der "Hanseatic nature" hätten wir für die Tanks ein halbes Deck gebraucht, das geht nur bei größeren Schiffen.

SPIEGEL ONLINE: Noch immer boomt der Kreuzfahrttourismus, inzwischen gehen 2,23 Millionen Deutsche an Bord. Wie sieht es im Expeditionsbereich aus?

Pojer: Wir haben aufgrund von Marktanalysen und unseren Auslastungszahlen sehr früh gedacht, dass dies ein Wachstumsmarkt sein könnte. Bis 2020 sind jetzt weltweit 20 neue Expeditionsschiffe geplant - wenn wirklich alle kommen, wird dies ein Aufbau von nur 6000 Passagieren bedeuten. Aber auch dann wird es dreimal mehr Nachfrage geben als Angebot.

SPIEGEL ONLINE: Manche Reedereien können Expeditionskreuzfahrten auch günstiger anbieten. Bei Ihnen kostet etwa eine 15-Tages-Fahrt von Reykjavík nach Dublin immerhin ab 8500 Euro. Beunruhigt Sie die Konkurrenz ?

Pojer: Nein, wir sind im deutschsprachigen Raum bei Expeditionsfahrten Markt- und Qualitätsführer und haben einen sehr hohen Stammgästeanteil. Wir sind schon jetzt bei unseren neuen Schiffen extrem gut gebucht, auch mit einem hohen Anteil von Neukunden.

SPIEGEL ONLINE: Das Potenzial der Expeditionskreuzfahrt ist groß. Ist dies Ihr zukünftiger Schwerpunkt?

Pojer: Als ich vor sechs Jahren bei Hapag-Lloyd Cruises begonnen habe, haben wir bilanziert: Luxus und Expedition können wir am besten. Damals hatten wir noch die "Columbus 2", die war eher Mainstream. Die habe ich abgegeben, Mainstream können andere besser.

SPIEGEL ONLINE: Wird es eine "Europa 3" geben - also noch ein Luxusschiff?

Pojer: Natürlich habe ich eine Idee, was der nächste Schritt wäre. Die "Europa 2" ist auch schon wieder sechs Jahre alt, die "Europa" ist 20 Jahre. Beide kommen dieses Jahr in die Werft, und vor allem die "Europa" wird deutlich modernisiert. Wir konzentrieren uns aber erst mal darauf, die drei neuen Expeditionsschiffe auf das Wasser zu bringen und als Gesellschaft weiter erfolgreich zu bleiben. Im vergangenen Jahr hatten wir das beste Ergebnis in der Geschichte des Unternehmens und werden dies 2019 wieder haben.

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noalk 08.05.2019
1. Artikel liest sich wie Werbung
Expeditionstourismus. Lachhaft. Da werden den gutbetuchten Expeditionisten die Gegenden der Welt gezeigt, die durch den Klimawandel, der durch Hin- und Rückflüge zu den Start- und Zielhäfen verstärkt wird, kaputtgehen werden. Bestimmt sehr interessant.
Gluehweintrinker 08.05.2019
2. Offenbar kann man in Deutschland nur Neiddiskussion.
Zitat von noalkExpeditionstourismus. Lachhaft. Da werden den gutbetuchten Expeditionisten die Gegenden der Welt gezeigt, die durch den Klimawandel, der durch Hin- und Rückflüge zu den Start- und Zielhäfen verstärkt wird, kaputtgehen werden. Bestimmt sehr interessant.
Ach ja - die "gut Betuchten", verstehe. Wieder einmal zeigt sich: Keine Ahnung, aber eine Meinung. Wenn Sie sich wirklich informiert hätten, dann wüssten Sie, dass Expeditionsschiffe eine sehr geringe Zahl von Passagieren transportieren im Vergleich zum Massenmarkt. Nur dann ist es z.B. erlaubt, in der Antarktis einen Landgang zu veranstalten. Aber auch dann gelten extreme Sicherheitsbestimmungen. So werden alle Passagiere ausführlich instruiert, was sie an land dürfen und viel wichtiger: was sie nicht dürfen. Sie werden in Overalls gesteckt, zuvor dekontaminiert, damit nicht fremde Pollen und Samen oder was auch immer eingeschleppt wird. Die Orte der Landgänge sind limitiert. Zoologen und Botaniker begleiten die Gruppe an Land. Und dann erwähnen Sie das Fliegen. Darf ich fragen, wie viele Flugreisen Sie so im Jahr veranstalten? Wie man an den Passagierzahlen in FRA und MUC ablesen kann, geht der Trend gerade in Richtung Zwölft-Urlaub. Wie viel Fleisch verzehren Sie udn aus welcher Quelle? Wie halten Sie es mit dem Konsum von Wegwerfmode und Elektronik. Immer den neuesten Schnickschnack - natürlich online bestellt? Kreuzfahrten - nichts eignet sich besser für Neiddiskussionen und Bashing. Besonders durch jene, die noch nie einen Fuß an Bord irgendeines Kutters gesetzt haben. Entweder hält man es für unerschwinglich (falsch) oder man befürchtet, dass man sich auf einem internationalen Parkett nicht benehmen kann und sich schon aufgrund mangelnder Tischmanieren blamieren könnte. Das ist leider allzu oft der Fall, hält aber viele eben nicht von der Teilnahme ab. Zum Neid nur so viel: er wurde offenbar in Deutschland erfunden. jedoch ist vieles eine Frage der Prioritäten. Das Deutschen Liebstes Kind, das KFZ, darf ja durchaus zwischen einen hohen fünfstelligen Betrag kosten. Man gönnt sich ja sonst nichts. Und unzählige Städtetrips pro Jahr gehen letztendlich auch trotz Billigflügen ordentlich ins Geld, sofern man nicht im Zelt übernachtet. Wer die täglichen Überfluss reduziert, hat auch bei einem Durchschnittsgehalt am Ende genug übrig, um einmal eine Reise mit Hapag-Lloyd anzutreten. Eine Expeditionsreise macht man üblicherweise nicht jährlich. Und ja - es ist höchst interessant. Hochkarätige Naturwissenschaftler reisen mit, begleiten Ausflüge und bringen den Passagieren durch zahlreiche Vorträge die Besonderheiten der Reisegegend nahe. Es wird beobachtet, gemessen und mikroskopiert. Ihnen aber etwas von Schiffsreisen zu berichten ist vermutlich so aussichtslos wie einem Tiefseebewohner etwas über das Tageslicht zu erzählen. Man sollte wirklich nur über Dinge reden, die man auch kennt.
sponuser936 08.05.2019
3.
Zitat von GluehweintrinkerAch ja - die "gut Betuchten", verstehe. Wieder einmal zeigt sich: Keine Ahnung, aber eine Meinung. Wenn Sie sich wirklich informiert hätten, dann wüssten Sie, dass Expeditionsschiffe eine sehr geringe Zahl von Passagieren transportieren im Vergleich zum Massenmarkt. Nur dann ist es z.B. erlaubt, in der Antarktis einen Landgang zu veranstalten. Aber auch dann gelten extreme Sicherheitsbestimmungen. So werden alle Passagiere ausführlich instruiert, was sie an land dürfen und viel wichtiger: was sie nicht dürfen. Sie werden in Overalls gesteckt, zuvor dekontaminiert, damit nicht fremde Pollen und Samen oder was auch immer eingeschleppt wird. Die Orte der Landgänge sind limitiert. Zoologen und Botaniker begleiten die Gruppe an Land. Und dann erwähnen Sie das Fliegen. Darf ich fragen, wie viele Flugreisen Sie so im Jahr veranstalten? Wie man an den Passagierzahlen in FRA und MUC ablesen kann, geht der Trend gerade in Richtung Zwölft-Urlaub. Wie viel Fleisch verzehren Sie udn aus welcher Quelle? Wie halten Sie es mit dem Konsum von Wegwerfmode und Elektronik. Immer den neuesten Schnickschnack - natürlich online bestellt? Kreuzfahrten - nichts eignet sich besser für Neiddiskussionen und Bashing. Besonders durch jene, die noch nie einen Fuß an Bord irgendeines Kutters gesetzt haben. Entweder hält man es für unerschwinglich (falsch) oder man befürchtet, dass man sich auf einem internationalen Parkett nicht benehmen kann und sich schon aufgrund mangelnder Tischmanieren blamieren könnte. Das ist leider allzu oft der Fall, hält aber viele eben nicht von der Teilnahme ab. Zum Neid nur so viel: er wurde offenbar in Deutschland erfunden. jedoch ist vieles eine Frage der Prioritäten. Das Deutschen Liebstes Kind, das KFZ, darf ja durchaus zwischen einen hohen fünfstelligen Betrag kosten. Man gönnt sich ja sonst nichts. Und unzählige Städtetrips pro Jahr gehen letztendlich auch trotz Billigflügen ordentlich ins Geld, sofern man nicht im Zelt übernachtet. Wer die täglichen Überfluss reduziert, hat auch bei einem Durchschnittsgehalt am Ende genug übrig, um einmal eine Reise mit Hapag-Lloyd anzutreten. Eine Expeditionsreise macht man üblicherweise nicht jährlich. Und ja - es ist höchst interessant. Hochkarätige Naturwissenschaftler reisen mit, begleiten Ausflüge und bringen den Passagieren durch zahlreiche Vorträge die Besonderheiten der Reisegegend nahe. Es wird beobachtet, gemessen und mikroskopiert. Ihnen aber etwas von Schiffsreisen zu berichten ist vermutlich so aussichtslos wie einem Tiefseebewohner etwas über das Tageslicht zu erzählen. Man sollte wirklich nur über Dinge reden, die man auch kennt.
Sie können hier weiter gern mit Ihrem 0815-Argument "Sie sind ja nur neidisch, typisch Deutsch" rumschwurbeln und dabei wilde Versuche unternehmen, dass der werte Forist sich doch gefälligst an die eigene Nase fassen soll. Der grösste Kritikpunkt, dem Sie absolut nichts entgegen setzen konnten bisher, bleibt: Mit "Expeditionstourismus" werden auch die letzten Regionen unserer Erde Touristen zugänglich, die dort einfach absolut nichts zu suchen haben. Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin absolut kein Engel und fliege mehrmals im Jahr. Aber es muss nun wirklich nicht sein, dass wir auch noch diese Regionen erschliessen, nur damit irgendein Tourist dort mal einen Eisbären streicheln kann. Wir wissen heute, dass die Polarregionen bzw. Eisdecken auf die vom Menschen verursachte Erwärmung nicht linear verläuft. Der Lebensraum der Tiere schwindet mit exponentialer Geschwindigkeit. Da müssen wir nun wirklich nicht noch mit "Expeditionstourismus" nachhelfen und das Ganze beschleunigen, finden Sie nicht?
Gluehweintrinker 08.05.2019
4. Nein, finde ich nicht.
Zitat von sponuser936Sie können hier weiter gern mit Ihrem 0815-Argument "Sie sind ja nur neidisch, typisch Deutsch" rumschwurbeln und dabei wilde Versuche unternehmen, dass der werte Forist sich doch gefälligst an die eigene Nase fassen soll. Der grösste Kritikpunkt, dem Sie absolut nichts entgegen setzen konnten bisher, bleibt: Mit "Expeditionstourismus" werden auch die letzten Regionen unserer Erde Touristen zugänglich, die dort einfach absolut nichts zu suchen haben. Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin absolut kein Engel und fliege mehrmals im Jahr. Aber es muss nun wirklich nicht sein, dass wir auch noch diese Regionen erschliessen, nur damit irgendein Tourist dort mal einen Eisbären streicheln kann. Wir wissen heute, dass die Polarregionen bzw. Eisdecken auf die vom Menschen verursachte Erwärmung nicht linear verläuft. Der Lebensraum der Tiere schwindet mit exponentialer Geschwindigkeit. Da müssen wir nun wirklich nicht noch mit "Expeditionstourismus" nachhelfen und das Ganze beschleunigen, finden Sie nicht?
So wie Bergen in Norwegen die Zahl der täglichen Schiffe bzw. Passagiere beschränkt, so gelten auch in empfindlichen und geschützten Gebieten Begrenzungen. Ob Glacier Bay / Alaska oder auch die Atarktis, die Reisepreise wie auch die Größe der Schiffe begrenzen die Zahl der Besucher. Die Luxus-Verwöhnten und Empfindlichen machen so etwas ohnehin nicht mit, denn wer die Drake-Passage befährt, der wird bei sensiblem Magen die Fische füttern und nicht allzu viel Spaß haben an seinem Trip und das muss immer durchlitten werden, wenn man in die Antarktis möchte. Des Weiteren gelten strengste Reinhaltungsvorschriften - ob es um Müll geht oder Abgase, und es besteht zum Glück ein Trend zu noch strengeren Reglementierungen, so dass in absehbarer zeit wohl nur noch Hybrid-, LNG- oder elektrisch angetriebene Wasserfahrzeuge diese empfindlichen Zonen befahren dürfen. Gut so. Und wenn es die Touren teurer macht, umso besser. Hier hat der Preis offenbar eine regulierende Wirkung, und das wünsche ich mir auch für alles andere, ob KFZ oder Flugzeug. Norwegen hat inzwischen zum Schutz seiner Fjorde strenge Vorschriften bezüglich Antrieb und Energieversorgung von Schiffen erlassen. Auch gut so. Dass Massentourismus per se ein Problem darstellt, hat vermutlich inzwischen jeder begriffen. Die Arktis und Antarktis sind jedoch glücklicherweise weit davon entfernt, in diese Kategorie zu gehören. Besorgter sollten wie sein, wenn es um die Gier nach den Rohstoffen dieser Regionen geht, denn dann wird man den Schutz der Umwelt vermutlich (wie so oft) hinten an stellen.
Hamberliner 08.05.2019
5. Ohne LNG-Betrieb wird die Zielgruppe das bald boykottieren.
Dass Hapag-Lloyd es nicht hinbekommt auf LNG umzusteigen passt sehr schlecht zur angeblich so gebildeten umweltbewussten Kundschaft. Von fest installierter Infrastruktur an Land ist man sowieso nicht abhängig. LNG-betriebene Schiffe tanken aus Bunkerschiffen (schwimmenden Tankstellen), die durchaus einen gewissen Aktionsradius haben. Die Liste der LNG-Terminals (https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_LNG_terminals) zeigt als südlichste Terminals Bahia Blanca (Argentinien) und Quintero (Chile), ein ganzes Ende von Ushuaia entfernt, aber wenn man das von Anfang an bei der Planung der Schiffe berücksichtigt wird sich Herr Pojer wohl nicht mit einem "Tante Hedwich, es geht nich" lächerlich machen wollen wenn mittlerweise die Container-Reederei CMA CGM weltweit mit LNG fährt.
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